Macbeth

von William Shakespeare

Übersetzung Thomas Brasch

Ein Mann auf dem Hochplateau der Gesellschaft, mit Ehrgeiz, genügend Begabung und liebender Ehefrau bedacht, um ein maßvoll besonderes Leben zu führen. Macbeth heißt dieser Mann, er hat König Duncan von Schottland in der Schlacht den verräterischen Than von Cawdor und die Norweger vom Hals geschafft. Sein Weg kann nur nach oben führen, wenn er keine großen Fehler macht, die Zeit wird es fügen. Doch dann trifft er drei Hexen, die ihm eine Beförderung und den Königstitel prophezeien – und als die Beförderung auf der Stelle eintrifft, wird aus dem Spuk eine mörderische Karriereanleitung. Lady Macbeth setzt alle geschlechtsspezifischen Manipulationsstrategien ein, ihren zaudernden Mann in die Spur des Aufstiegs zu bringen, und eines der gequältesten Killerliebespaare der Literaturgeschichte wird geboren: Denn der erste Mord ist nicht krönender Abschluss, sondern Beginn einer blutigen Kette, die Macbeth Glied für Glied zusammenfügt, bis er sterbend sie schließt und in einsamem Höllengelächter die „Geburtsstunde des europäischen Nihilismus“ (Peter von Matt) bezeugt.

Shakespeare hat ein fieberndes Stück geschrieben, kollabierend in Blut und Schlaflosigkeit, besetzt von der irdischen Gleichung, dass der Fall des einen den Aufstieg des anderen bedingt, und von dem Preis, der fällig wird, wenn man verrät, ein Mensch zu sein.

 

Residenztheater
  • Mo 29. Apr 19, 19:00 Uhr
  • premiere 13 Jan 17
  • Vorstellungsdauer ca. 2 std. 45
  • eine pause
  • Regie Andreas Kriegenburg
  • Bühne Harald B. Thor
  • Kostüme Andrea Schraad
  • Licht Gerrit Jurda
  • Dramaturgie Angela Obst
mit

Großes Schauspielertheater zum Start in die Münchner Theatersaison

Neben den Eröffnungspremieren "Kinder der Sonne" von Maxim Gorki am 23. September 2017 und "Das Schlangenei" von Ingmar Bergman am 30. September 2017 im Cuvilliéstheater, beginnt die neue Theatersaison im Resi mit großem Schauspielertheater: "Macbeth", "Jagdszenen aus Niederbayern", "Phädras Nacht" und "Die Troerinnen".

Großes Schauspielertheater zum Start in die Münchner Theatersaison

Kurt-Meisel-Preis 2017 an Thomas Loibl

Förderpreise an Nora Buzalka und Thomas Lettow

Ensemblemitglied Thomas Loibl wurde mit dem diesjährigen Kurt-Meisel-Preis des Vereins der Freunde des Residenztheaters ausgezeichnet. Die Mitglieder des Vereins würdigen damit seine herausragenden schauspielerischen Leistungen am Residenztheater. Die Förderpreise für junge Theatertalente gehen in diesem Jahr an Nora Buzalka und Thomas Lettow, die beide seit 2014 dem Ensemble angehören.

Kurt-Meisel-Preis 2017 an Thomas Loibl
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MACBETH INHALTSANGABE

"Die Tragödie des Macbeth" ist eins der kürzesten und, bei aller Konkurrenz, blutigsten Stücke Shakespeares: Fiebernd eilt es durch Schlacht, Spuk, Mord und Wahn, stürmt über Leichenberge, lässt Tageslicht, ja alle verlässliche Abfolge von Tag und Nacht, von Wachen und Schlafen hinter sich, bis es im Nichts, wo Leben, Farbe, Zeit und Raum nicht mehr gelten, fast ersäuft und nur überlebt, weil sie immer weitergehen muss, die von Männern ewiggleich geschriebene Geschichte, die Geschichte von Macht, Herrschaft, Verrat und Mord.

MACBETH INHALTSANGABE

KÖPFE IN STÜCKEN 06: Das Unglück ist zu einem Drittel tödlich

Ein Fortsetzungsroman von Dietmar Dath

Eine massivere Stille als direkt nach dem Durchbruch des Taxis durch die Glaswand, dem Knirschen und Krachen beim Kippen danach, hatte Svenja nie zuvor erlebt. Halb kopfunter, halb seitlich gegen die Rückscheibe des Taxis gepresst, hing sie im Gurt, den sie wenige Minuten vor dem Unfall angelegt hatte – anders als Sven, dem das allerdings wohl auch nicht geholfen hätte – sein Kopf, zwei Handbreit von Svenja entfernt, hing abgeknickt und verdreht am Hals, leblos, mit stierem Blick. Ein in etwa schokoladentafelgroßes Scheibenfragment steckte zwischen rechtem Auge und Nasenwurzel in seinem blutenden Gesicht und spaltete oberhalb der Brauen die Stirn.

KÖPFE IN STÜCKEN 06: Das Unglück ist zu einem Drittel tödlich

Macbeth Programmheft Auszug (PDF)

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Ein Ort des Denkens und des Zweifelns

AZ-Interview mit Andreas Kriegenburg

Regisseur Andreas Kriegenburg kehrt mit der Premiere von Shakespeares "Macbeth" ans Residenztheater zurück. Im Interview spricht er mit der Münchner Abendzeitung u.a. über seine Inszenierung von "Macbeth", Donald Trump und sein Theaterverständnis: "Die Gesellschaft gönnt es sich, einen Ort zu schaffen, in dem das Denken, das Zweifeln, die Angst eines Einzelnen mit großem technischen Aufwand und viel Manpower präsentiert wird, damit die Zuschauer sich dem aussetzen können."

Ein Ort des Denkens und des Zweifelns

unsere nächste große Premiere: "Macbeth"! ab 13. Januar im Resi.

unsere nächste große Premiere: "Macbeth"! ab 13. Januar im Resi.

"Komm, Schick- sal, auf zum Kampf, wer stärker ist."
William Shakes- peare, "Mac- beth"

AUSNAHMEZUSTAND: DIE NEUE SPIELZEIT AM RESIDENZTHEATER

Martin Kušej präsentiert seine Pläne für die Saison 2016/17

Am 11. Mai 2016 stellte Intendant Martin Kušej im Rahmen einer Pressekonferenz sein Programm für die kommende Spielzeit 2016/17 vor. Mit dem neuen Spielplan verstärkt Martin Kušej die politische Ausrichtung des Residenztheaters, dessen Qualität der Intendant vor allem in seinem starken Ensemble sieht. Zu Zeiten einer tatsächlichen oder herbeigeredeten Legitimationskrise, in der das Politische leichterhand infrage gestellt wird und mit inneren und äußeren Bedrohungen spekuliert wird, stehen daher die Katastrophenerfahrungen, die in der Dramatik der vergangenen Jahrhunderte gespeichert sind, im Zentrum des Spielplans des Residenztheaters.

AUSNAHMEZUSTAND: DIE NEUE SPIELZEIT AM RESIDENZTHEATER