Heute: Marstall, 20.00 Uhr

Erinnerung eines Mädchens

von Annie Ernaux
#resierinnerung

ZUM TODE VON HERBERT ACHTERNBUSCH

«In Bayern mag ich nicht einmal gestorben sein», sagte Herbert Achternbusch in einem seiner Filme, und trotzdem war Bayern sein Leben. Am 23. November 1938 wurde Achternbusch in München geboren, jetzt, Anfang dieser Woche, ist er im Alter von 83 Jahren auch hier gestorben. Achternbusch war das, was man zurecht als Universalkünstler bezeichnet: Filmemacher, Romancier, Dramatiker, Dichter, Schauspieler, Regisseur und Maler. Sein Thema war Bayern, dem er mit seinem anarchischen Humor zu Leibe rückte. Es war eine Art Hassliebe, die ihn mit seiner Heimat verband. Er hoffte: «Die Leute sollen lachen, aber vom Inhalt doch vergiftet werden, so dass sie das Schlimme eher unbewusst merken.»

 

Zum Theater fand Achternbusch erst in den 1980er-Jahren, als er sich als Schriftsteller und Filmemacher längst einen Namen gemacht hatte. Auch wenn er in München vor allem mit den Münchner Kammerspielen zusammenarbeitete, gelang ihm 1985 am Residenztheater sein größter Theatererfolg: «Gust». Ein kleines Zwei-Personen-Stück, bei dem Achternbusch auch selbst Regie führte. Es ist biografisch geprägt, denn Gust hieß Achternbuschs Ziehonkel und dieser monologisiert darin als 83-jähriger Mann unablässig über sein Leben und seine Jugend, während seine Frau Lies neben ihm stirbt. Josef Bierbichler spielte den Gust, Robert Spitz die Lies. Achternbusch wurde für sein Stück nicht nur mit dem Mülheimer Dramatikerpreis ausgezeichnet, die Inszenierung wurde im darauffolgenden Jahr auch zum Berliner Theatertreffen eingeladen – es sollte Achternbuschs einzige Einladung zum Theatertreffen bleiben. Trotz des großen Erfolges blieb «Gust» für lange Zeit der letzte Achternbusch-Abend am Residenztheater, denn Dieter Dorn holte ihn danach als Hausautor an die Kammerspiele. Erst in der vergangenen Spielzeit kehrte Achternbusch wieder als Autor ans Residenztheater zurück: in der Uraufführung von «Herz aus Glas» von Elsa-Sophie Jach im Marstall. Es war mit Sicherheit nicht der letzte Achternbusch am Resi!

 

Liebes Publikum,

wir spielen weiter ‒ mit reduziertem Platzangebot!
 

Leider erlauben die aktuellen Entwicklungen der Corona-Pandemie weiterhin keine Planungssicherheit für die Belegungskapazitäten unserer Vorstellungen. Die aktuelle Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung gilt bis Mittwoch, 9. Februar 2022, wobei Details für das weitere Vorgehen leider noch nicht final bekannt gegeben wurden.
 

Die Infektionsschutzmaßnahmenverordnung der Bayerischen Staatsregierung für kulturelle Veranstaltungen erlaubt derzeit leider nur 25% Platzbelegung mit zusätzlichen Abstandsregeln. Unter diesen Voraussetzungen stehen uns nicht mehr alle Plätze des ursprünglichen Saalplans zur Verfügung. Dies bedeutet, dass wir für alle Vorstellungen neue Saalpläne einrichten mussten.
 

Vorstellungen bis 1. Februar

Abonnent*innen der Vorstellungen bis einschließlich 1. Februar 2022 wurden bereits kontaktiert. Sollten Sie noch keine Nachricht erhalten haben, wird sich die Theaterkasse zeitnah mit Ihnen in Verbindung setzen. Kartenkäufer*innen erhalten ab DI 18. Januar per E-Mail oder telefonisch Nachricht von uns.
 

Gültig sind nur noch Karten mit dem Aufdruck NEU. (Bereits erworbene Karten verlieren damit Ihre Gültigkeit.)

 

Wir bitten Sie um Verständnis, dass der Kartenverkauf für einige Vorstellungen aufgrund der Umplatzierungen zeitweise ausgesetzt werden muss.

 



Sie haben Fragen? Dann wenden Sie sich jederzeit gern an uns:
 

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2G+ mit Maske und Antigen-Schnelltest

Es gilt 2G+ (geimpft oder genesen plus FFP2-Maske und Antigen-Schnelltest).

Seit 12. Januar 2022 benötigen Sie ab Tag 1 Ihrer Auffrischungsimpfung (Boosterimpfung) keinen negativen Test für den Einlass in unser Theater mehr.
 

Einen Schnelltest können Sie zum Beispiel im Theater-Testzentrum am Marstallplatz mit vorheriger Anmeldung kostenlos durchführen lassen: www.theater-tests.de.

Bitte zeigen Sie Ihr Impf- oder Genesenenzertifikat zusammen mit Ihrem Personalausweis (oder einem anderen Lichtbilddokument) und dem negativen Schnelltest beim Einlass vor.

Der Vorstellungsbesuch ist nur in Verbindung mit einem gültigen Lichtbildausweis möglich.

 

Aufgrund des aktuell hohen Infektionsaufkommens ist das Tragen einer Maske während des gesamten Aufenthalts im Haus aktuell Pflicht. Dies gilt auch am Platz während der Vorstellung. Es muss sich um eine FFP2-Maske oder eine Maske mit gleichwertigem Schutzstandard handeln.

 

Um einen pünktlichen Vorstellungsbeginn garantieren zu können, bitten wir Sie, frühzeitig zu erscheinen.

«DIE TIEFE KOMMT GRATIS»

Über die niederländische Autorin Judith Herzberg und ihre Stücktrilogie «Die Träume der Abwesenden»

Judith Herzberg reiste Ende September 2021 mit dem Nachtzug aus Amsterdam nach München, denn sie fliegt nicht mehr gerne, um der Generalprobe und der Premiere von «Die Träume der Abwesenden» beizuwohnen. Unter diesem Titel hat der Regisseur Stephan Kimmig drei ihrer Stücke zu einem großen Familienepos zusammengefasst: «Leas Hochzeit», «Heftgarn» und «Simon». 

Geschrieben hat sie diese über zwei Jahrzehnte hinweg. Sie begleitet darin ihre Figuren, eine jüdische Großfamilie und deren Freundeskreis, in einem Zeitraum von Anfang der 1970er- bis Ende der 1990er-Jahre.

NEU: Die RESI-MEDIATHEK

Streams, Hörbücher, Video-Trailer, Serien und vieles mehr!

Endlich haben alle Videos, Audios, Streams und weitere Inhalte, die wir vor, während und nach den coronabedingten Lockdowns produziert haben, ihren Platz gefunden: In der neuen Resi-Mediathek!

Sie sind herzlich eingeladen zu stöbern und Neues zu entdecken.

 

AKTUELLES

 

 

 

Alle Angebote in der Mediathek stehen kostenlos zur Verfügung.

 

ENSEMBLEPORTRAIT

Videoinstallation und Kunstbuch von Jonas Alsleben und Thom Luz im Foyer des Residenztheaters

Für die Videoinstallation ENSEMBLEPORTRAIT haben der Videokünstler Jonas Alsleben und Hausregisseur Thom Luz mit allen Schauspieler*innen des Hauses über hundert Szenen, Momente und Atmosphären entwickelt, die im Foyer des Residenztheaters zu sehen sind. Der Film setzt nicht nur das Ensemble in Szene und porträtiert es aus nächster Nähe, sondern reiht in luftigen Erinnerungsfetzen
Spielsequenzen, Momente einer Rolle, geliebte Begegnungen aneinander und versucht, einen tollkühnen träumerischen Bogen zu spannen.

 

Aus Stills und Nahaufnahmen daraus ist das diesjährige Ensembleheft entstanden. 

 

Gestaltung: Perndl+Co
Foto: Eva Wlk

KIPPHARDTS «BRUDER EICHMANN»

Vor genau sechzig Jahren, am 15. Dezember 1961, sprach das Jerusalemer Bezirksgericht das Urteil im Prozess gegen Adolf Eichmann, den ehemaligen Leiter des nationalsozialistischen «Referats für Judenangelegenheiten» und damit einem der Hauptverantwortlichen des organisierten Genozids. Das Gericht sah es nach der Vernehmung von rund hundert Zeug*innen und einer Prozessdauer von vier Monaten als erwiesen an, dass Eichmann an der Ermordung von etwa sechs Millionen Juden beteiligt war. Eichmanns Verteidigungsstrategie, dass er lediglich ein unbedeutender Befehlsempfänger und damit ein «kleines Rädchen» im Getriebe des NS-Vernichtungsapparats gewesen sei, war damit gescheitert. Das Urteil lautete: Tod durch den Strang. Bis zum heutigen Tag ist die Hinrichtung Adolf Eichmanns am 1. Juni 1962 in Ramla bei Tel Aviv das einzige auf israelischen Boden vollstreckte Todesurteil.

Unsere Zeit

Simon Stones neuestes Theaterstück, «Unsere Zeit», entstand frei nach Motiven Ödön von Horváths. Was darf man sich darunter vorstellen?

Horváths Dramen und dessen Prosawerk im Blick habend, griff der international gefeierte australische Autor und Regisseur einzelne Erzählstränge und Figurenperspektiven aus Horváths Gesamtwerk auf und katapultierte diese im Zuge seines Schreibprozesses in unsere Gegenwart.

«Ich glaube, meine Figuren sind Menschen, mit denen Horváth sich heute beschäftigen würde. Ich versuche – obwohl das natürlich unmöglich ist – sozusagen Horváths Brille aufzusetzen und die Welt durch sie zu sehen und darüber nachzudenken, welche Phänomene ihn interessieren würden, weil er ein soziologischer oder anthropologischer Autor war. Es gibt viele Parallelen, die Figuren sind verwandt.» (Simon Stone)

«Wir arbeiten mit dem, was da ist.»

So beschreibt der Souffleur Thomas Rathmann die Grundprämisse seiner Arbeit mit den Schauspieler*innen.

In Antonio Latellas Bearbeitung von «Cyrano de Bergerac» fehlt fast alles: Bühnenbild, Figuren und der gereimte Originaltext.

Ist es Zufall, dass die Theatermacher*innen sich gerade jetzt, wo wir Sie, das Publikum so lange vermisst haben, mit dem Wesen des Mangels beschäftigen?

Erinnerung und Vermächtnis

Die Uraufführung von Alfred Neumanns Roman «Es waren ihrer sechs» führt die programmatische Linie weiter, die mit Judith Herzbergs Stücktrilogie «Die Träume der Abwesenden» zu Beginn der Spielzeit gesetzt wurde: Es geht um Erinnerung und Vermächtnis; darum was Erinnerungskultur bis heute leistet und wie sie künftig aussehen kann. Der bewusste Wille zum Vergessen, der Wunsch nach einem Schlussstrich wird zusehends lauter formuliert und die nur noch wenigen lebenden Zeitzeugen immer weniger gehört.

Plakatkampagne 2021/2022

Andreas Beck, Staatsintendant Residenztheater, und Prof. Dr. Bernhart Schwenk, Sammlungsleiter Gegenwartskunst Bayerische Staatsgemäldesammlungen/Pinakothek der Moderne, sind an in München lebende und/oder arbeitende Künstler*innen herangetreten, die Stückplakate und Programmhefttitel der neuen Inszenierungen der Spielzeit 2021/2022 für das Münchner Residenztheater zu visualisieren.

 

Andreas Beck: «Kunst ist mitunter auch ein Re-Agieren auf das Können der Anderen. Theaterplakate sind immer Versprechungen. Theater und Bildende Kunst gehen seit jeher Hand in Hand. In dieser Spielzeit, nach der langen Schließung, sind viele unserer Produktionen schon weiter gediehen als sonst üblich. Auf diesem Umstand basiert unsere Zusammenarbeit. Bildende Künstler*innen unserer Stadt wählten Motive für Plakate zu unseren Theaterarbeiten aus; eine Reaktion auf die Arbeit der darstellenden Kolleg*innen. Die bildende Kunst spiegelt unsere Theaterarbeiten, ganz direkt und gleich vor Ort. So entstehen neue Allianzen.»

Die Motive der ersten Stückplakate stammen von Boban Andjelkovic, Gabi Blum, Veronica Burnuthian, Miro Craemer, Katharina Gaenssler, Eva Leitolf, Mehmet & Kazim, Beate Passow, Gülbin Ünlü und Johannes Tassilo Walter. Motive von Jutta Burkhardt, Nana Dix, Philipp Gufler, Caro Jost, Olaf Metzel und Valio Tchenkov werden folgen.

 

Eine Kooperation von Residenztheater und Pinakothek der Moderne

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