Lambert Hamel
(7. Juni 1940 – 13. Februar 2026)
Das Residenztheater trauert um den Schauspieler Lambert Hamel, der am 13. Februar 2026 im Alter von 85 Jahren verstarb.
Hamel studierte zunächst Philosophie und Theaterwissenschaft und absolvierte anschließend seine Schauspielausbildung an der Westfälischen Schauspielschule Bochum. Es folgten Engagements am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, am Schauspielhaus Bochum und am Schauspielhaus Köln. Dort sah ihn der damalige Intendant des Bayerischen Staatsschauspiels, Helmut Heinrichs, als Artur in Mrozeks «Tango» und holte ihn 1968 ans Resi, wo er bis 1972 engagiert war. Anschließend wechselte Hamel an die Münchner Kammerspiele, denen er – mit einer kurzen freischaffenden Phase – bis 2001 angehörte. Mit dem Intendanzwechsel unter Dieter Dorn kehrte er an das Bayerische Staatsschauspiel zurück. Hier war er unter anderem zu sehen als Sosias in Kleists «Amphitryon» (2001; Regie Dieter Dorn), in der Hauptrolle in Shakespeares «Titus Andronicus» (2002; Regie Elmar Goerden), als Estragon in Becketts «Warten auf Godot» (2004; Regie Elmar Goerden), als Theseus in «Phädra» (2004; Regie Barbara Frey) sowie als Zauberkönig in Horváths «Geschichten aus dem Wiener Wald» (2005; Regie Barbara Frey), einer Koproduktion mit den Salzburger Festspielen.
«Lambert Hamel war ein ganz Großer des Münchner Theaters und unserer Kunst. Das erste Mal fiel er mir, ich war noch ein ganz junger Mensch, im ‹Sommernachtstraum› auf. Er spielte Zettel. Und die Verwandlung Zettels in den Esel vollzog sich, indem er sich die Haare ins Gesicht strich und sein Spiel, sein Mimenspiel, schlagartig völlig veränderte. Aus dem schauspielenden Handwerker Zettel war ein Tier geworden… Eine Bestie, die sich in ihrer Haut ganz animalisch wohl fühlte. Lambert Hamel hat mich seitdem immer wieder beeindruckt. Aufführung für Aufführung war dieser gedrungen und bürgerlich erscheinende Schauspieler nicht nur besonders bemerkenswert in seinem Spiel, sondern überraschte durch Poesie, die er verströmte, durch seine polternde Hemmungslosigkeit auf der Szene und seine ungeheure Wandlungsfähigkeit. Er hat mich so oft erschreckt und verzaubert. Und immer wieder war er der Mittelpunkt zahlreicher Inszenierungen. Ich habe nie mit ihm gearbeitet; kennengelernt haben wir uns mehrmals, doch immer nur flüchtig. Ich kenne ihn vor allem aus dem Zuschauerhaus, als Publikum, und verdanke ihm unvergessliche Abende. Danke, Lambert Hamel, ich danke Ihnen mit Ihrem Publikum so sehr für so vieles! » (Andreas Beck)
Wir werden ihm ein ehrendes Andenken wahren.
München, den 17. Februar 2026
Bayerisches Staatsschauspiel
Andreas Beck
Staatsintendant
Dr. Katja Funken-Hamann
Geschäftsführende Direktorin