Drei Schwestern

DREI SCHWESTERN
von Simon Stone nach Anton Tschechow
Premiere 30. Oktober 2019
Residenztheater
2 Stunden 30 Minuten
1 Pause
Altersempfehlung: ab 14 Jahren

Mit einem Drama um Alltag, Sehnsucht und Scheitern stieg Anton Tschechow – und mit ihm das moderne Theater – ins 20. Jahrhundert ein: «Drei Schwestern», uraufgeführt 1901 im Moskauer Künstlertheater, ist die Chronik einer Familie, in der Tschechow die Balance zwischen Melancholie und Lebensfreude, Realismus und Stilisierung hält.

 

Der australische Autor und Regisseur Simon Stone hat Tschechows berühmtes Drama zum Ausgangspunkt seiner von «Theater heute» als «Stück des Jahres 2017» ausgezeichneten Neudichtung genommen und diese mit rasanter Dialogkunst, subtilen Charakterstudien und der daraus sich zuverlässig ergebenden Ambivalenz der Figuren thematisch im Hier und Jetzt verortet.

 

«Verdienen wir überhaupt, glücklich zu sein? Weil vielleicht suchen wir immer das Gegenteil. Also sabotieren wir alle Chancen, die das Leben uns gibt.»

 

Aus Tschechows Provinzpersonal werden so urbane Sinnsuchende, die in Zeiten von Twitter, Facebook und Instagram in ihrem Ferienhaus zwischen Gesprächen über den Niedergang der Linken und Donald Trump Kindheitserinnerungen und Zukunftsvisionen nachhängen. Es geht um Existenzielles und Komisches, um Hoffnungen und Träume – und darum, mit diesen gegen die stets drohenden Banalitäten des Alltags, gegen Einsamkeit und Verzweiflung vorzugehen.


Simon Stone gilt mit seinen radikalen Neuinterpretationen kanonisierter Klassiker der Dramenliteratur als einer der einflussreichsten Regisseure des internationalen Gegenwartstheaters und wurde mit dieser Inszenierung des Theater Basel zum Berliner Theatertreffen 2017 eingeladen.


«Tschechows Stücke beginnen alle mit dem Hinweis, dass sie in der Gegenwart spielen, und dabei nehme ich ihn wörtlich. Die Gegenwart hört nie auf. Irgendwann hat man begonnen, sie in die Vergangenheit zu versetzen, weil man der Meinung war, der Autor hätte mit der Gegenwart seine eigene Gegenwart gemeint. Dabei sollten sie doch die jeweils gegenwärtige Gesellschaft widerspiegeln.» Simon Stone

 

Übernahme der Uraufführungsinszenierung des Theater Basel

«Three Sisters» With English surtitles on Wednesday January 8 and Sunday January 12

With a drama about the everyday, about desire and failure, Anton Chekhov – and with him the modern theatre – entered the 20th century: «Three Sisters» was premiered at the Moscow Arts Theatre in January 1901. «Three Sisters» is the story of a family, the chronicle of a matriarchy: after their father’s death the three daughters control the destiny of their house in a military town in the provinces, far away from Moscow. Avoiding pathos, spectacle and heroism, Chekhov maintains a masterful balance between melancholy and joie de vivre, realism and stylization: with brilliant dialogue, subtle characterization and the ambivalent figures which these so reliably generate.

Simon Stone rewrote, updated and questioned Chekhov's famous drama for the present day. His production of «Three Sisters» is a transfer from Theater Basel and was invited to Berliner Theatertreffen 2017 and to Suisse Theater Encounter 2017.

 

The play is shown in German with English surtitles on Wednesday January 8 and Sunday January 12 at Residenztheater at Max-Joseph-Platz 1.

Künstlerische Leitung

Inszenierung Simon Stone
Bühne Lizzie Clachan
Kostüme Mel Page
Musik Stefan Gregory
Licht Cornelius Hunziker, Gerrit Jurda
Dramaturgie Constanze Kargl