Pygmalion

von Amir Reza Koohestani und Mahin Sadri nach der gleichnamigen Komödie von George Bernard Shaw
Cuvilliéstheater, 19.30 Uhr
Mi 26 Jun
Theatertag: 15/10 Euro auf allen Plätzen
Cuvilliéstheater, 19.30 Uhr
Mi 03 Jul
Cuvilliéstheater, 19.30 Uhr
Di 23 Jul
Weitere Termine folgen
PYGMALION
von Amir Reza Koohestani und Mahin Sadri nach der gleichnamigen Komödie von George Bernard Shaw
aus dem Persischen und Englischen von Sima Djabar Zadegan
Uraufführung / Auftragswerk
Premiere 21. März 2024
Cuvilliéstheater
1 Stunde 50 Minuten
Keine Pause
Altersempfehlung: ab 14 Jahren

Trailer

Du bist, wie du sprichst. Phonetikprofessor Higgins wettet mit seinem Freund Pickering, aus der energischen Eliza Doolittle, die sich durch den Verkauf von Blumen auf der Straße mit Mühe über Wasser hält und nur breitesten Dialekt spricht, in kürzester Zeit eine perfekt artikulierende Dame der Upperclass zu machen. Eliza erweist sich als disziplinierte und talentierte Schülerin und besteht erste Auftritte in der High Society. Higgins schreibt den Erfolg seiner Genialität zu und erhebt reflexhaft Anspruch auf sie. Es entzieht sich seiner Wahrnehmung, dass sich Eliza nicht zuletzt durch seinen Unterricht zu einer selbstbewussten und reflektierten Frau entwickelt, die nicht nur ihre eigenen Entscheidungen zu treffen, sondern auch umzusetzen weiß.


George Bernard Shaw schuf in seiner Adaption des Ovid’schen Mythos Pygmalion – der auch bei Shakespeares «Wintermärchen» ein wichtiges Motiv ist – seine bekannteste Frauenfigur. Auch wenn sie die Heldin einer Komödie mit dem Untertitel «A Romance» ist, steht sie im besonderen Maße für die politischen Ideale des Autors, der als engagierter Sozialist für die Frauenemanzipation und das allgemeine Wahlrecht eintrat.


Nach Shaws Tod entstand basierend auf seinem Stück das Musical «My Fair Lady», das Fragen der Ungerechtigkeit von Geschlecht und Klasse weniger scharf unter die Lupe nimmt, ihn aber weltberühmt machte. Wie bei «Yvonne, Prinzessin von Burgund», «Prima Facie» und «Die Kopenhagen-Trilogie» erzählt «Pygmalion» von der weiblichen Ermächtigung in einer männerdominierten Gesellschaft.

Der iranische Regisseur Amir Reza Koohestani ist seit vielen Jahren auch in Europa bekannt für seine fein gedachten Überschreibungen bekannter Stoffe. Gemeinsam mit der iranischen Dramatikerin Mahin Sadri befragt er Shaws Komödie, die 1913 am Wiener Burgtheater uraufgeführt wurde, nach dem heutigen Klassismusdiskurs:

«Eliza ist eine Frau aus der Arbeiterklasse, die nirgendwo dazugehört: weder zu ihrem Vater, der säuft und kein Interesse an ihr hat, noch zu dem Professor, der sie für seine Eitelkeit missbraucht. Der Kampf um die Definition ihres eigenen Selbst, ihrer eigenen Identität ist der Kern unserer Annäherung an Shaws Stück.» Amir Reza Koohestani und Mahin Sadri

Theaterpädagogisches Begleitprogramm

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Literaturempfehlungen aus der Dramaturgie

«Pygmalion»

von George Bernard Shaw


«Sprache und Sein»

von Kübra Gümüşay


«The Coming Wave»

von Mustafa Suleyman und Michael Bhaskar


«Suffragette. Die Geschichte meines Lebens»

von Emmeline Pankhurst


«Dear Discrimination»

von Wirmuesstenmalreden

Künstlerische Leitung

Inszenierung Amir Reza Koohestani
Kostüme Natasha Jenkins
Licht Verena Mayr
Video Phillip Hohenwarter
Dramaturgie Katrin Michaels