Premiere
Marstall
Do 02 Mär
BAVARIA
von Guillermo Calderón
Uraufführung/Auftragswerk
Premiere 02. März 2023
Marstall

Der chilenische Regisseur und Autor Guillermo Calderón schafft in seinem Schreiben eine ganz eigene Verbindung von Humor und politischer Brisanz. Viele seiner Texte erzählen durchaus komisch von den Vorurteilen, der Ignoranz und dem Egoismus, die im interkulturellen Austausch zutage treten. In seinem neuen Stück für das Residenztheater erzählt er von den Bemühungen einer religiösen Sekte in München, für ihre neu gegründete Siedlung in Chile zu werben. Ein Konzert mit deutschen und chilenischen Volksliedern soll noch mehr Menschen animieren, in eine neue Freiheit auf der anderen Seite der Erdkugel aufzubrechen. Zu diesem Zweck hat die Sekte einen chilenischen Musiker eingeladen, um mit ihm gemeinsam ein Programm zu erarbeiten, das die Musik beider Kulturen verbindet. Doch schon während der Proben wird deutlich, dass die Absichten der Auswander*innen in spe nicht so selbstlos sind, wie es den Anschein hat …

«In diesem Stück möchte ich die Beziehung zwischen den Motiven der deutschen Kolonist*innen und denen der chilenischen Regierung untersuchen, die deutschen Siedler*innen seit dem 19. Jahrhundert viel Land und Unterstützung zukommen ließ. Die zu trauriger Berühmtheit gelangte ‹Colonia Dignidad› war nur eine von vielen. Es ging dabei einerseits um die Entwicklung unseres Lands, des Militärs und des Bildungswesens, aber auch ganz wesentlich darum, das Land der indigenen Bevölkerung wegzunehmen, die noch heute in diesen Gegenden lebt und nach wie vor viel weniger Einfluss hat als die Nachkommen der deutschen Immigrant*innen, die zur gesellschaftlichen Elite gehören.» Guillermo Calderón

Guillermo Calderón ist einer der wichtigsten zeitgenössischen Theaterschaffenden Chiles. Die Produktionen seiner Compagnie touren weltweit. In den USA, wo er als Drehbuchautor arbeitet, liegt ein weiterer Lebensmittelpunkt von ihm. Eine kontinuierliche Zusammenarbeit verbindet ihn mit dem renommierten Filmregisseur Pablo Larraín.

Künstlerische Leitung

Inszenierung Guillermo Calderón
Bühne und Kostüme Sophia Sylvester Röpcke
Musik Stephen Delaney
Dramaturgie Katrin Michaels