White Elephants

von Zainabu Jallo

Deutsch von Anne Simmering

Die Stimme aus dem Radio weckt Celestials Sehnsucht nach dem Draußen, einem Ort, der ihn aus der klaustrophobischen Nähe zu seiner Mutter befreit. Der blinde, erwachsene Sohn macht Vox, die Stimme, zu seiner Begleiterin: mal verdeutlicht sie, mal verwischt sie die Grenzen zwischen Fürsorge und Missbrauch, Begehren und Verachtung, Liebe und Abhängigkeit, auf denen sich Mutter und Sohn, Sabbath und Celestial, bewegen. Das stickige System dieser Konstellation leben diese zwei in die Jahre gekommenen und von der Welt vergessenen in voller Konsequenz; eine Konsequenz, deren unheimlicher Schatten an ein Eheversprechen erinnert: Da sollen zwei für immer einander gehören. In zu poetischen Stillleben verdichteten Sprachbildern beschreibt die nigerianische Autorin Zainabu Jallo die Enge eines Zuhauses, das Spuren einer bereits ein halbes Jahrhundert andauernden Zweisamkeit aufweist. Was bleibt ist der Zweifel, ob das Draußen, dieser Sehnsuchtsort, nicht doch eine schöne, aber alles verschlingende Unendlichkeit ist.

Zainabu Jallo (geb. 1983, Nigeria) ist Dramatikerin und Dokumentar-Fotografin; sie arbeitet häufig an der Schnittstelle zwischen Fotografie und Text. Ihr Stück „Onions Make Us Cry” entwickelte Sie am Royal Court Theatre in London 2008 als Stipendiatin, uraufgeführt wurde das Stück im Rahmen des Global Arts Village (New Delhi). Zudem gab sie Masterclasses am Garden Literary Festival im Dezember 2010 zusammen mit Helon Habila. Sie war u. a. Stipendiatin der internationalen Sommer-Residency am Royal Court Theatre in London und des Sundance Institute.

Der diesjährige Marstallplan wird zur "Welt / Bühne". Susanna Fournier, Zainabu Jallo, Maria Milisavljević, Santiago Sanguinetti, Pat To Yan: fünf junge Autoren und Autorinnen aus fünf verschiedenen Kontinenten, die für das Residenztheater, über eine gesamte Spielzeit hinweg, im gemeinsamen Austausch fünf Stücke entwickelt haben, die von fünf jungen Regisseuren und Regisseurinnen im Marstall uraufgeführt werden. Sie erzählen vom SichÖffnen und Sich-Verschließen, von den Unterschieden und den Zwischenräumen, die eine Begegnung erst ermöglichen. Im Anschluss an die jeweils letzte Vorstellung finden Publikumsgespräche statt.

In Kooperation mit dem Goethe-Institut, den Freunden des Residenztheaters sowie der LMU und der Theaterakademie August Everding.

  • premiere 23 Jun 18
  • Vorstellungsdauer ca. 1 std.
  • Keine Pause
  • With English surtitles
  • Regie Britta Ender
  • Bühne Maximilian Lindner
  • Kostüme Marina Minst
  • Sounddesign Jonathan Heidorn
  • Licht Martin Jedryas
  • Dramaturgie Anna Gschnitzer
mit

Die "Welt/Bühne" im Radio

Reportage des BR über das Autorenprojekt

"Fünf Autorinnen und Autoren aus fünf Erdteilen haben im Laufe der Spielzeit Stücke entwickelt. Ihr Schreiben kreist dabei um ähnliche Fragen. Eine Reportage über die Entstehungsphase bis hin zu den Aufführungen."

Die "Welt/Bühne" im Radio
27 Jun 18

“Junge Regisseurinnen und Regisseure inszenieren junge Texte, das war der Plan, und er geht auf.” Sagt die Süddeutsche Zeitung über die "Welt/Bühne".

Welt/Bühne Premierenwochenende (Fotogalerie)

WHITE ELEPHANTS (FOTOGALERIE)

Neue Dramatik von Autoren aus fünf Kontinenten

Der diesjährige Marstallplan wird zur "Welt / Bühne". Susanna Fournier, Zainabu Jallo, Maria Milisavljević, Santiago Sanguinetti, Pat To Yan: fünf junge Autoren und Autorinnen aus fünf verschiedenen Kontinenten, die für das Residenztheater, über eine gesamte Spielzeit hinweg, im gemeinsamen Austausch fünf Stücke entwickelt haben, die von fünf jungen Regisseuren und Regisseurinnen im Marstall uraufgeführt werden. Sie erzählen vom Sich-Öffnen und Sich-Verschließen, von den Unterschieden und den Zwischenräumen, die eine Begegnung erst ermöglichen. Im Vorfeld wurde die dramatische Produktion auf ihre Möglichkeiten eines Austauschs hin untersucht, die Autoren kamen bereits früh mit den Produktionsteams zusammen. Die Uraufführungen am 23. + 24. Juni im Marstall werden inszeniert von Franziska Angerer, Britta Ender, Rikki Henry, Stefan Schweigert und Mira Stadler. Alle Vorstellungen werden Englisch übertitelt.

Neue Dramatik von Autoren aus fünf Kontinenten

"Glaubst Du, Du wirst bald ver-glühen?" Zainabu Jallo, "White Ele-phants"

International contemporary plays shown with English Surtitles

Our annual summer festival "Marstallplan" is turning the Marstall into a "World/Stage" (Welt/Bühne). Susanna Fournier, Zainabu Jallo, Maria Milisavljević, Santiago Sanguinetti, Pat To Yan – five playwrights from five different continents  wrote five new plays for the Residenztheater. They developed the plays in exchange with each other and the five young directors who will be staging them. The world premières will take place on the  23rd + 24th of June at the Marstall-Theatre.

International contemporary plays shown with English Surtitles

WELT/BÜHNE 2017/18 ARBEITSTREFFEN (FOTOGALERIE)

WELT/BÜHNE 2017/18 SCHREIBWERKSTATT (FOTOGALERIE)

Welt/Bühne 2017/18 Schreibwerkstatt

Schreibwerkstatt mit internationalen Autoren

Die Globalisierung macht es täglich deutlich – es gibt nur eine Welt. Gleichzeitig ist die weltweite Vernetzung auf dem Gebiet der dramatischen Literatur nicht annähernd so fortgeschritten wie in anderen Bereichen der darstellenden Künste. Dramatische Texte, sofern sie nicht aus dem angloamerikanischen Bereich stammen, "reisen" oft nicht so problemlos, wie andere Theaterformen, die, mitunter weniger textbasiert, über die Kanäle der internationalen Festival-Netzwerke eine größere Verbreitung finden.

Welt/Bühne 2017/18 Schreibwerkstatt

Welt / Bühne 2018

Marstallplan

Theater funktioniert auf verschiedensten Ebenen als Ort der Begegnung – zwischen Zuschauern und Schauspielern, zwischen Utopie und Realität, und eben auch zwischen Autoren und Regisseuren. Dieses Moment will das Residenztheater befeuern, den Austausch anregen und ihn öffnen – internationale Theaterschaffende treffen aufeinander und arbeiten gemeinsam an einem Projekt, der "Welt / Bühne". Diese, gestartet als eine Reihe von szenischen Lesungen in der Spielzeit 2016/17, hat es sich zur Aufgabe gemacht, junge internationale Dramatik zu präsentieren. Verschiedene Sichtweisen auf die Welt begegneten sich und eröffneten einen Dialog, der die kontinentalen Grenzen sprengte.

Welt / Bühne 2018