Munich Machine
Eine Utopie in memoriam Klaus Lemke von Albert OstermaierEine Utopie in memoriam Klaus Lemke von Albert Ostermaier
1 Pause
In dieser Inszenierung kommt Stroboskoplicht zum Einsatz und es gibt laute Schussgeräusche.
Inhalt
Ein Ufo in Weißwurstform landet vor der Bayerischen Staatskanzlei: Film oder Realität? Der Filmemacher und Asphaltcowboy Klaus Lemke begibt sich gemeinsam mit einer außerirdischen KI auf eine rasante Zeitreise durch die Geschichte Münchens und damit auf die Suche nach dem, was die Stadt einmal war und vielleicht künftig sein könnte.
Albert Ostermaiers neues Stück ist eine liebevolle Hommage an den 2022 verstorbenen Filmpoeten Klaus Lemke und zugleich Hymne auf und Abrechnung mit seiner Heimatstadt München.
«Hier München, mein Stripclub, Schillerstraße, Klassiker, Goethestraße, Gomorra und Paradies, Techno, Punk und Zwiefacher, Protest und Party, Bayern und Babylon, Gerd Müller und der Bomber, alles, was du nie zusammendenken könntest, steht hier nebeneinander wie ein Fitnessgerät neben dem anderen.»
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Ein Ufo in Weißwurstform landet vor der Bayerischen Staatskanzlei: Film oder Realität? Für den Schwabinger Filmpoeten und Asphaltcowboy Klaus Lemke macht das keinen Unterschied. Doch aus dem Raumschiff steigt eine echte Außerirdische! Sie sind auf der Suche nach einer Idee, nach einer gesellschaftlichen Utopie für ihren Heimatplaneten. Und München scheint ihnen das ideale Studienobjekt. Lemke wittert einen großen Stoff und so begeben sie sich gemeinsam auf eine ebenso rasante wie wahnwitzige Zeitreise durch die Geschichte Münchens. Sie durchleben die Höhen und Tiefen dieser Stadt und begegnen dabei Legenden wie Helmut Dietls Tscharlie aus den «Münchner Geschichten» beim Ritt durch das Siegestor, dem jungen Franz Josef Strauß genauso wie dem noch unbekannten Wladimir Iljitsch Lenin im Schelling-Salon der Jahrhundertwende. Sie landen mitten in den Schwabinger Krawallen 1962, den Olympischen Spielen 1972 oder werden Zeugen bei der Ausrufung der Räterepublik.
Albert Ostermaiers neues Stück «Munich Machine» ist ein großartiges Theatertriptychon, ein dreiteiliges Altarbild Münchens: zugleich Hymne auf und Abrechnung mit seiner Heimatstadt – über den Munich Sound von DJ Hell und darüber, was die Stadt einmal war, heute ist und morgen sein könnte. Vor allem aber ist es eine liebevolle Hommage an den großen Münchner Filmemacher Klaus Lemke, der 2022 im Alter von einundachtzig Jahren verstorben ist.
Mit «Munich Machine» gibt der vielfach ausgezeichnete Künstler und Theaterregisseur Ersan Mondtag sein Debüt am Residenztheater. Zuletzt wurde seine Performance «Monument eines unbekannten Menschen» für den Deutschen Pavillon auf der Biennale in Venedig 2024 von Publikum und Kritik gleichermaßen gefeiert.
Zum Inhalt
Das Stück verhandelt u.a. das Thema des sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche. Kontaktieren Sie uns gerne für weitere Informationen unter besucherservice@residenztheater.de.
Über den Autor
Albert Ostermaier
Albert Ostermaier, 1967 geboren, lebt als freier Schriftsteller in München. Er ist einer der meistgespielten deutschen Dramatiker der Gegenwart. Seine Stücke wurden u.a. von Karin Beier, Andrea Breth, Kay Voges und Nuran David Calis uraufgeführt. Er schrieb für Komponisten wie Peter Eötvös und arbeitet mit DJ Hell. Seine Werke wurden in über 20 Sprachen übersetzt und mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet, darunter dem Kleist-Preis, dem Bertolt-Brecht-Preis, dem Ernst-Toller-Preis und dem «Welt»-Literaturpreis für sein literarisches Gesamtwerk. Zudem leitete und rief er international bekannte Literaturfestivals ins Leben. Im August 2025 erschien sein Roman «Die Liebe geht weiter» bei Matthes & Seitz Berlin.
Vorspiel
Perfekt für den Weg ins Theater: Mit dem VORSPIEL des Residenztheaters in wenigen Minuten bestens auf die Inszenierung vorbereitet. In unseren Audiokurzeinführungen erfährt man alles Wichtige, kurz und knapp – einfach reinhören und entspannt in den Theaterabend starten!
WIE MAN EINE AUSSTERBENDE TIERART LIEBT
Wer ist heute noch bereit, an einer Utopie zu scheitern? Ein Gespräch mit Albert Ostermaier und Ersan Mondtag über «Munich Machine», dem Treibstoff «Utopie» in dystopischen Zeiten und die Stadt München zwischen musealer Erstarrung und anarchischer Vision.
Digitaler Medientisch
IN ZUSAMMENARBEIT MIT BÜCHER LENTNER
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«Munich Machine» (1998) (Spotify)
Musikalbum von DJ Hell
«Mit Nonchalance am Abgrund. Das Kino der Neuen Münchner Gruppe (1964-1972)»
von Marco Abel
«Amore» (YouTube)
TV-Spielfilm von Klaus Lemke
«Münchner Geschichten (Folge 07 Der lange Weg nach Sacramento)» (YouTube)
Serie von Helmut Dietl