Victory Condition

von Chris Thorpe

Deutsch von Katharina Schmitt I Deutschsprachige Erstaufführung!

Ein Mann und eine Frau kommen aus dem Urlaub nach Hause, füllen die Waschmaschine, stehen vor dem leeren Kühlschrank und bestellen Pizza. Szenen einer Partnerschaft. Bis diese Alltäglichkeit heimgesucht wird von sprachlichen Phantasmen  von Biographien, die nicht die eigenen sind. Durch den Mann schießt  ohne Vorwarnung  der Gedankenstrom eines Scharfschützen, der auf eine Demonstrantin zielt. Die Frau durchwandert die Bildwelten einer Designerin, die sich  während sie ihr Büro betritt  bewusstlos auf dem Boden einer U-Bahn-Station liegen sieht. Der Komplexität einer immer vernetzteren Welt steht die direkteste Verbindung zwischen zwei Menschen gegenüber  die Schusslinie. Während der Scharfschütze einen Moment höchster Konzentration und tödlicher Linearität beschreibt, breiten sich Raum und Zeit, quasi als barockes Wimmelbild, vor der Designerin aus.

Der Autor Chris Thorpe entlehnt den Titel seines Stückes der Welt des Gaming. Spiele mit einer "Victory Condition" streben ein klar definiertes Ende an: den Sieg. Sein Stück handelt von der Tatsache, dass die Menschheit seit Anbeginn ihrer Geschichte vom Irrglauben angetrieben wird, ein für alle Mal gewinnen zu können. Ob es der politische Umsturz ist oder der karrieristische Aufstieg  immer wollen wir nur eines: siegen. Der junge Londoner Theater- und Opernregisseur Sam Brown ist mit seinen Inszenierungen international erfolgreich, diese waren u. a. an der Bayerischen Staatsoper, der English National Opera und dem Schauspielhaus Graz zu sehen. Mit "Victory Condition" zeigt er seine erste Arbeit am Residenztheater.

Marstall
  • Fr 23. Nov 18, 19:30 Uhr
  • Fr 23. Nov 18, 21:00 Uhr
  • premiere 23 Nov 18
  • Regie Sam Brown
  • Bühne und Kostüme Alex Lowde
  • Musik Jan Faszbender
  • Licht Uwe Grünewald
  • Dramaturgie Anna Gschnitzer
mit

Nicht man selbst sein müssen

Zum Ende machen wir noch einmal ernst: Es geht ums Spielen. Eine Tätigkeit, eine Haltung – und eine Grundsatzfrage. Dem Spieler und der Spielerin sind Authentizität und Glaubwürdigkeit, Selbstgewissheit und jene Identität fremd, die mit sich selbst im Reinen, aber arm an Möglichkeiten ist. Sie bestaunen die Zuverlässigkeit, den festen Glauben an eine planbare Zukunft, die Humorlosigkeit, die Geschlossenheit der Weltbilder, die Vergesslichkeit.

Nicht man selbst sein müssen

DAS SPIEL ALS POLITISCHER AKT: Die Spielzeit 2018/19 am Residenztheater

Am 17. Mai stellte Intendant Martin Kušej im Rahmen einer Pressekonferenz sein Programm für die kommende – seine letzte – Spielzeit am Residenztheater vor. Die Spielzeit 2018/19 wird keinesfalls eine Abschiedsspielzeit, sie ist bestimmt von großen anspruchsvollen Produktionen sowie reich an neuen, vielfältigen Spiel- und Erzählformen, mit denen Martin Kušej zusammen mit seinem Ensemble seit 2011 das Residenztheater prägt.

DAS SPIEL ALS POLITISCHER AKT: Die Spielzeit 2018/19 am Residenztheater

Marstalljahresplan

Am Ende (fast) jeder Spielzeit stand in den vergangenen Jahren ein Wochenende mit rasch und wendig erarbeiteten Inszenierungen von jungen Regisseurinnen und Regisseuren, Assistentinnen und Assistenten, sowie Regie-Studierenden der Theaterakademie August Everding. Was Marstallplan hieß, wird in unserer letzten Spielzeit zum Marstalljahresplan: drei Wochenenden mit jeweils zwei Premieren über die Spielzeit verteilt.

Marstalljahresplan

Spielzeit 2018/2019

Hier finden Sie eine Übersicht über die Premieren und geplanten Projekte der Spielzeit 2018/19 am Residenztheater! Weitere Infos zu den einzelnen Inszenierungen finden Sie auch in unserem neuen Spielzeitheft, das ab sofort in unseren Spielstätten für Sie bereit liegt und das Sie hier herunterladen (PDF) oder hier direkt online durchblättern können.

Spielzeit 2018/2019