Victory Condition

von Chris Thorpe

Deutsch von Katharina Schmitt I Deutschsprachige Erstaufführung!

Ein Mann und eine Frau kommen nach Hause. Sie lassen das Draußen hinter sich und mit ihm all die Zumutungen, die diese Welt bereithält. Bis diese Alltäglichkeit heimgesucht wird von fremden Realitäten – von Biographien, die nicht die eigenen sind: Durch den Mann fließt der Gedankenstrom eines Scharfschützen, der auf eine Demonstrantin zielt. Die Frau durchwandert die Bildwelten einer Designerin, die sich – während sie ihr Büro betritt – bewusstlos auf dem Boden einer U-Bahn-Station liegen sieht. Während der Scharfschütze einen Moment höchster Konzentration und tödlicher Linearität beschreibt, breiten sich Raum und Zeit, vor der Designerin aus. 

Wir erfahren die Relativität von Zeit und Raum, längst ohne quantenphysikalische oder esoterische Anstrengung. Die virtuelle Verbundenheit der Dinge materialisiert sich auf ihren analogen Warenwegen, in einer Welt, in der Objekten mehr Recht auf Freiheit und Bewegung zugestanden wird als vielen Menschen. In Victory Condition verfolgen wir die perfekt designte Dose eines Softdrinks quer über den Globus, ohne das Jetzt und Hier zu verlassen, in der wir die Dose in der Hand halten. Denn hier beginnt das Handeln, hier beginnt die Verbundenheit mit der Welt.

Marstall
  • So 30. Dez 18, 19:00 Uhr
  • Fr 11. Jan 19, 20:00 Uhr
  • Sa 19. Jan 19, 20:00 Uhr
  • Mo 28. Jan 19, 20:00 Uhr
  • premiere 23 Nov 18
  • Vorstellungsdauer ca. 1 std.
  • Bitte beachten Sie, dass es in dieser Vorstellung nur Stehplätze gibt.
  • Regie Sam Brown
  • Bühne und Kostüme Alex Lowde
  • Licht Uwe Grünewald
  • Musik Jan Faszbender
  • Choreographie Johanna Richter
  • Dramaturgie Anna Gschnitzer
mit

Victory Condition Programmheft Auszug (PDF)

Victory Condition Programmheft Auszug (PDF)
Bild

„Die Welt ist drag and drop.“ Chris Thorpe

VICTORY CONDITION (FOTOGALERIE)

WAS HEIßT SPIELEN? – No. 6

Die Naturwissenschafts-historikerin und Geschichtenerzählerin Donna Haraway schreibt in ihren Texten über das Fadenspiel planetarischen Lebens und macht Dasein als Ko-Existenz begreifbar.

"Vielleicht werden gerade im Spiel, außerhalb der Diktate eines Telos, festgelegter Kategorien und Funktionen, ernsthafte Weltlichkeit und Formen der Rückgewinnung möglich."

WAS HEIßT SPIELEN? – No. 6

Nicht man selbst sein müssen

Zum Ende machen wir noch einmal ernst: Es geht ums Spielen. Eine Tätigkeit, eine Haltung – und eine Grundsatzfrage. Dem Spieler und der Spielerin sind Authentizität und Glaubwürdigkeit, Selbstgewissheit und jene Identität fremd, die mit sich selbst im Reinen, aber arm an Möglichkeiten ist. Sie bestaunen die Zuverlässigkeit, den festen Glauben an eine planbare Zukunft, die Humorlosigkeit, die Geschlossenheit der Weltbilder, die Vergesslichkeit.

Nicht man selbst sein müssen

DAS SPIEL ALS POLITISCHER AKT: Die Spielzeit 2018/19 am Residenztheater

Am 17. Mai stellte Intendant Martin Kušej im Rahmen einer Pressekonferenz sein Programm für die kommende – seine letzte – Spielzeit am Residenztheater vor. Die Spielzeit 2018/19 wird keinesfalls eine Abschiedsspielzeit, sie ist bestimmt von großen anspruchsvollen Produktionen sowie reich an neuen, vielfältigen Spiel- und Erzählformen, mit denen Martin Kušej zusammen mit seinem Ensemble seit 2011 das Residenztheater prägt.

DAS SPIEL ALS POLITISCHER AKT: Die Spielzeit 2018/19 am Residenztheater

Marstalljahresplan

Am Ende (fast) jeder Spielzeit stand in den vergangenen Jahren ein Wochenende mit rasch und wendig erarbeiteten Inszenierungen von jungen Regisseurinnen und Regisseuren, Assistentinnen und Assistenten, sowie Regie-Studierenden der Theaterakademie August Everding. Was Marstallplan hieß, wird in unserer letzten Spielzeit zum Marstalljahresplan: drei Wochenenden mit jeweils zwei Premieren von jungen Regisseurinnen und Regisseuren über die Spielzeit verteilt, die auch über das Premierenwochenende hinaus in weiteren Aufführungen zu erleben sind.

Marstalljahresplan

Spielzeit 2018/2019

Hier finden Sie eine Übersicht über die Premieren und geplanten Projekte der Spielzeit 2018/19 am Residenztheater! Weitere Infos zu den einzelnen Inszenierungen finden Sie auch in unserem neuen Spielzeitheft, das ab sofort in unseren Spielstätten für Sie bereit liegt und das Sie hier herunterladen (PDF) oder hier direkt online durchblättern können.

Spielzeit 2018/2019