UR

von Sulayman Al Bassam

Deutsch von Frank Weigand I Uraufführung!!

Als sich die Stadt Ur in Mesopotamien von äußeren Feinden bedroht sah, öffnete die Göttertochter und Herrscherin Nin-Gal die Tore, wies ihre Soldaten an, Gedichte zu schreiben und machte einen Kriegsgefangenen zu ihrem Geliebten. Sie verfolgte ein poetisches Projekt, das die Zerstörung bewusst in Kauf nahm, um die Idee der offenen Stadt zu bewahren. Denn die Städte vergehen immer, aber die Erinnerung an sie soll bleiben. Fast viertausend Jahre später, im Jahr 1903,  gruben deutsche Archäologen in Babylon und fanden sich unversehens in einem erbitterten Streit über die Fundamente des christlichen Abendlandes wieder. Im Jahr 2015 wurde der syrische Archäologe Khaled Al Asaad für den Versuch, die alten Denkmäler vor der Zerstörung zu bewahren, in Palmyra vom sogenannten IS ermordet. Der kuwaitische Autor und Regisseur Sulayman Al Bassam hat wenige Zeilen aus einem sumerischen Klagelied über die Zerstörung der Stadt Ur vor viertausend Jahren mit Ausgrabungsberichten und Dokumenten vom Beginn des 20. Jahrhunderts und zeitgenössischen Quellen zur Skizze einer Archäologie des Städtischen versammelt. "UR“ handelt von Formen des kulturellen Gedächtnisses und seiner ideologischen Aneignungen und wird von einem Ensemble aus arabischsprachigen und deutschen Schauspielerinnen und Schauspielern zur Uraufführung gebracht.

Medienpartner: 

Marstall
  • Fr 28. Sep 18, 19:30 Uhr
  • Sa 29. Sep 18, 19:30 Uhr
  • So 30. Sep 18, 19:00 Uhr
  • Do 18. Okt 18, 19:30 Uhr
  • Fr 19. Okt 18, 19:30 Uhr
  • Sa 20. Okt 18, 19:30 Uhr
  • Mo 22. Okt 18, 19:30 Uhr
  • premiere 28 Sep 18
  • Regie Sulayman Al Bassam
  • Bühne + Licht Eric Soyer
  • Kostüme Carlos J. Soto
  • Dramaturgie Sebastian Huber
mit
  • Lara Ailo Nin Gal
  • Tim Werths Elam/Andrae
  • Hala Omran Priesterin
  • Dalia Naous Diyala
  • Marina Blanke Fotograf/Frau in 2035
  • Mohammed Al Rashi Nanna/Enlil/Hammoudi
  • Gunther Eckes Delitzch/Khaled Al Asaad
  • Bijan Zamani Koldewey/Mann in 2035
  • Ensemble Skarabäus/IS-Soldaten/Kaiser Wilhelm II.

Nicht man selbst sein müssen

Zum Ende machen wir noch einmal ernst: Es geht ums Spielen. Eine Tätigkeit, eine Haltung – und eine Grundsatzfrage. Dem Spieler und der Spielerin sind Authentizität und Glaubwürdigkeit, Selbstgewissheit und jene Identität fremd, die mit sich selbst im Reinen, aber arm an Möglichkeiten ist. Sie bestaunen die Zuverlässigkeit, den festen Glauben an eine planbare Zukunft, die Humorlosigkeit, die Geschlossenheit der Weltbilder, die Vergesslichkeit.

Nicht man selbst sein müssen

DAS SPIEL ALS POLITISCHER AKT: Die Spielzeit 2018/19 am Residenztheater

Am 17. Mai stellte Intendant Martin Kušej im Rahmen einer Pressekonferenz sein Programm für die kommende – seine letzte – Spielzeit am Residenztheater vor. Die Spielzeit 2018/19 wird keinesfalls eine Abschiedsspielzeit, sie ist bestimmt von großen anspruchsvollen Produktionen sowie reich an neuen, vielfältigen Spiel- und Erzählformen, mit denen Martin Kušej zusammen mit seinem Ensemble seit 2011 das Residenztheater prägt.

DAS SPIEL ALS POLITISCHER AKT: Die Spielzeit 2018/19 am Residenztheater

Spielzeit 2018/2019

Hier finden Sie eine Übersicht über die Premieren und geplanten Projekte der Spielzeit 2018/19 am Residenztheater! Weitere Infos zu den einzelnen Inszenierungen finden Sie auch in unserem neuen Spielzeitheft, das ab sofort in unseren Spielstätten für Sie bereit liegt und das Sie hier herunterladen (PDF) oder hier direkt online durchblättern können.

Spielzeit 2018/2019