Tartuffe

von Molière

aus dem Französischen von Sigrid Behrens

Als ein höchst gefährliches Dokument sahen Klerus und weltliche Macht Molières Stück "Tartuffe", als es in der Hochzeit des Absolutismus uraufgeführt wurde. Es entlarvt bis heute die zerstörerischen Kräfte, die jeder Doppelmoral innewohnen. Der wohlhabende Pariser Bürger Orgon verfällt Tartuffe. Er nimmt den Habenichts in sein Haus auf und verspricht ihm die Hand seiner Tochter, obwohl diese bereits glücklich verlobt ist. Tartuffe hingegen versucht, Orgons Frau zu verführen. Erst als der Hausherr selbst Zeuge dessen wird, will er den falschen Freund aus dem Haus jagen. Aber Tartuffe ist entschlossen, sich aus seiner Machtlosigkeit zu befreien. Kein Wunder, dass "Tartuffe" in der Zeit König Ludwigs XIV. sein Publikum entsetzte. Schon damals verbargen sich hinter den komödiantischen Masken der Protagonisten Orgon und Tartuffe gänzlich unkomische, makabre, fast widerwärtige Charaktere. Jean Anouilh beschreibt das 1959 in einer Rede treffend: "Molière hat in der Form der Komödie die schwärzesten Theaterstücke der Literatur aller Zeiten geschrieben. [..] Molière hat das Tier Mensch wie ein Insekt aufgespießt und löst mit feiner Pinzette seine Reflexe aus. Und das Insekt Mensch zeigt nur den einen, immer gleichen Reflex, der bei der geringsten Berührung aufzuckt: den des Egoismus." Indem das Böse in einer Komödie sitzt, wird es ärger, als es von der Tragödie dargeboten werden könnte.

Residenztheater
  • Fr 01. Dez 17, 20:30 Uhr
  • Mi 20. Dez 17, 20:00 Uhr
  • So 31. Dez 17, 18:00 Uhr
  • premiere 29 Jun 17
  • Vorstellungsdauer ca. 1 std. 15
  • Keine Pause
  • Regie Mateja Koležnik
  • Bühne Raimund Orfeo Voigt
  • Kostüme Alan Hranitelj
  • Musik + Komposition Mitja Vrhovnik-Smrekar
  • Licht Gerrit Jurda
  • Choreographie Matija Ferlin
  • Mitarbeit Sprachregie Andreas Sippel
  • Dramaturgie Götz Leineweber
mit

Bayerischer Kunstförderpreis 2017 an Philip Dechamps

Das Resi-Ensemblemitglied überzeugt mit herausragenden schauspielerischen Leistungen und großem Talent und wird von Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle mit dem Bayerischen Kunstförderpreis 2017 in der Sparte "Darstellende Kunst" ausgezeichnet.

Bayerischer Kunstförderpreis 2017 an Philip Dechamps

Kurt-Meisel-Preis 2017 an Thomas Loibl

Förderpreise an Nora Buzalka und Thomas Lettow

Ensemblemitglied Thomas Loibl wurde mit dem diesjährigen Kurt-Meisel-Preis des Vereins der Freunde des Residenztheaters ausgezeichnet. Die Mitglieder des Vereins würdigen damit seine herausragenden schauspielerischen Leistungen am Residenztheater. Die Förderpreise für junge Theatertalente gehen in diesem Jahr an Nora Buzalka und Thomas Lettow, die beide seit 2014 dem Ensemble angehören.

Kurt-Meisel-Preis 2017 an Thomas Loibl