Tartuffe

von Molière

aus dem Französischen von Sigrid Behrens

Als ein höchst gefährliches Dokument sahen Klerus und weltliche Macht Molières Stück "Tartuffe", als es in der Hochzeit des Absolutismus 1664 uraufgeführt wurde. Es entlarvt immer noch die zerstörerischen Kräfte, die jeder Meinungsdiktatur innewohnen. Der wohlhabende Pariser Bürger Orgon verfällt Tartuffe. Er nimmt den Habenichts in sein Haus auf und verspricht ihm die Hand seiner Tochter, obwohl Mariane bereits glücklich verlobt ist. Tartuffe hingegen versucht, Orgons Frau zu verführen. Erst als der Hausherr selbst Zeuge der Machenschaften seines vermeintlichen Freundes wird, versucht er, ihn aus dem Haus zu jagen. Aber Tartuffe ist entschlossen, sich aus seiner Machtlosigkeit zu befreien. Er setzt Orgon und seine ganze Familie unter Druck, indem er seinen Anspruch auf deren Besitz wahrnimmt. Kein Wunder, dass "Tartuffe" in der Zeit König Ludwigs XIV. sein Publikum entsetzte. Schon zu Molières Zeiten verbargen sich hinter den komödiantischen Masken seiner Protagonisten Orgon und Tartuffe gänzlich unkomische, makabre Charaktere. Beide sind zum Äußersten bereit – der gesellschaftlich Mächtige in seiner Hoffnung auf Absolution, der Underdog in seiner Gewaltbereitschaft. Das Stück demaskiert nicht nur die Bigotterie der Besitzenden, sondern es zeigt auch, wie die Täuschung – damals wie heute – als ideales Instrument, ja, als Waffe eingesetzt werden kann. 

Residenztheater
  • Mi 26. Jul 17, 20:00 Uhr
  • Sa 29. Jul 17, 20:00 Uhr
  • Mi 04. Okt 17, 20:00 Uhr
  • Do 19. Okt 17, 20:00 Uhr
  • Di 24. Okt 17, 20:00 Uhr
  • Vorstellungsdauer ca. 1 std. 15
  • Keine Pause
  • Regie Mateja Koležnik
  • Bühne Raimund Orfeo Voigt
  • Kostüme Alan Hranitelj
  • Musik + Komposition Mitja Vrhovnik-Smrekar
  • Licht Gerrit Jurda
  • Choreographie Matija Ferlin
  • Mitarbeit Sprachregie Andreas Sippel
  • Dramaturgie Götz Leineweber
mit

Der Sommer im Resi

Große Theaterabende vor der Spielzeitpause

Am 29. Juli verabschiedet sich das Ensemble nach einer erfolgreichen Theatersaison mit der jüngsten Resi-Produktion, "Tartuffe" von Molière in die Sommerpause. Bis dahin erwarten Sie in den letzten zwei Wochen vor dem Sommer noch viele große Theaterabende!

Der Sommer im Resi

Kurt-Meisel-Preis 2017 an Thomas Loibl

Förderpreise an Nora Buzalka und Thomas Lettow

Ensemblemitglied Thomas Loibl wurde mit dem diesjährigen Kurt-Meisel-Preis des Vereins der Freunde des Residenztheaters ausgezeichnet. Die Mitglieder des Vereins würdigen damit seine herausragenden schauspielerischen Leistungen am Residenztheater. Die Förderpreise für junge Theatertalente gehen in diesem Jahr an Nora Buzalka und Thomas Lettow, die beide seit 2014 dem Ensemble angehören.

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KÖPFE IN STÜCKEN 16: COUP DE THÉÂTRE

Ein Fortsetzungsroman von Dietmar Dath

Svenja staunte. Von innen war das, was von außen steinern gewirkt hatte, durchweg aus Glas. Man hatte nicht hineinschauen können, man konnte jetzt aber hinausschauen. Selbst die Doppeltür, einmal zugefallen, war ein großes Stück Fenster. Zu sehen gab es draußen allerdings nur Wolken im Blau, oben wie seitwärts. Verfolgerin und Verfolger hatte Svenja wohl abgehängt, in der Wattewelt dort gab’s die beiden nicht. Ein paar Grasflecken zierten die Wolken. Svenja schüttelte den Kopf: unrealistisch.

KÖPFE IN STÜCKEN 16: COUP DE THÉÂTRE

"Dieser Ort eignet sich nur zu gut für Überra-

schung-

en."

Molière, Tartuffe

TARTUFFE

Inhaltsangabe

Als ein höchst gefährliches Dokument sahen Klerus und weltliche Macht Molières Stück "Tartuffe", als es in der Hochzeit des Absolutismusuraufgeführt wurde. Es entlarvt bis heute die zerstörerischen Kräfte, die jeder Doppelmoral innewohnen. Der wohlhabende Pariser Bürger Orgon verfällt Tartuffe. Er nimmt den Habenichts in sein Haus auf und versprichtihm die Hand seiner Tochter, obwohl diese bereits glücklich verlobt ist. Tartuffe hingegen versucht, Orgons Frau zu verführen.

TARTUFFE

Hinter den Kulissen von "Tartuffe"

Die Proben für eine Inszenierung bleiben meist verborgen: intensive Arbeitsprozesse in einem großen Team, intime Momente auf, neben und hinter der Bühne hat Matija Ferlin, Choreograph der Produktion, in Fotos festgehalten. MEHR ...
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