Kinder der Sonne

von Maxim Gorki

Deutsch von Ulrike Zemme

"Kinder der Sonne" hat Gorki im Gefängnis geschrieben, nachts, mit Sondergenehmigung der Behörden. Er war nach dem sogenannten Petersburger Blutsonntag inhaftiert worden, der schließlich zur Russischen Revolution von 1905 führen sollte. In einer Art Gefängnis kann man sich auch die Figuren in seinem dritten Stück vorstellen, auch wenn es in diesem Fall nach einer etwas heruntergekommenen, aber großzügigen Altbauwohnung aussieht, deren Türen allenfalls von innen verschlossen werden. Es ist das Gefängnis des guten Lebens einer bürgerlich intellektuellen Gesellschaft von Künstlern, Ärzten, Wissenschaftlern, das Gefängnis der Lebensangst und Wirklichkeitsscheu, der echten Gefühle für die falschen Menschen oder der falschen Gefühle für die richtigen. Es ist auch das Gefängnis der großen Hoffnungen und Visionen, von der Rettung der Welt durch Erschaffung des "neuen Menschen" und der "neuen Kunst". Am Ende aber werden die um sich selbst kreiselnden Figuren dieser kleinen Welt im Konjunktiv den Einbruch der Realität nicht verhindern können. Und weil sie so lange nicht herein durfte, kommt die Wirklichkeit in schrecklichen Gestalten: als Epidemie, Aufstand, Selbstmord, Wahnsinn.

Residenztheater
  • So 29. Okt 17, 19:00 Uhr
  • Sa 04. Nov 17, 19:30 Uhr
  • Mo 13. Nov 17, 19:30 Uhr
  • premiere 23 Sep 17
  • Vorstellungsdauer ca. 2 std. 30
  • eine pause
  • Regie David Bösch
  • Bühne Patrick Bannwart
  • Kostüme Meentje Nielsen
  • Musik + Komposition Karsten Riedel
  • Licht Gerrit Jurda
  • Dramaturgie Sebastian Huber
mit

Der Herbst ist Theaterfrühling

Draußen wird es kälter, also rein ins Theater!

Der Spielplan des Residenztheaters hält im Oktober und November großes Ensembletheater wie die jüngste Resi-Inszenierung von David Bösch "Kinder der Sonne", Shakespeares blutigen "Macbeth" in der Regie von Andreas Kriegenburg oder die gefeierte Mythos-Aktualisierung "Phädras Nacht" von Albert Ostermaier und Martin Kušej auf der Resi-Bühne bereit.

Der Herbst ist Theaterfrühling

Ihr bester Witz mit Todesfolge

Für die nächsten Vorstellung von "Kinder der Sonne"

Resi-Ensemblemitglied Till Firit erzählt in "Kinder der Sonne" als Boris Nikolajewitsch Tschepurnoj in jeder Vorstellung einen neuen Witz mit Todesfolge und bittet um die Hilfe des Resi-Publikums. Schicken Sie uns Ihren Witz zum Thema Tod, die besten werden bei den nächsten Vorstellungen erzählt. Kein Scherz!

Ihr bester Witz mit Todesfolge

FLIEGENDES BLATT 01/16

von Nora Gomringer

Wissen Sie’s schon? Die AfD will erstmal bewiesen bekommen,
dass wir Menschen den Klimawandel herbeiführen und nicht die Sonne.
Die Störchin äußerte sich dazu recht unbeholfen, zornigmachend.
Die Sonne müsst man verklagen!
Kinder der Sonne, das sind wir dann: auch Idioten.

FLIEGENDES BLATT 01/16

KINDER DER SONNE INHALTSANGABE

Maxim Gorkis früheste Kindheitserinnerung ist der Tod seines Vaters, der im Jahr 1871 an der Cholera starb. Mit der Szene des Dreijährigen am Totenbett des Vaters beginnt die Autobiografie Gorkis - einer Szene, die noch erschütternder wirkt, wenn man wie der norwegische Gorki-Biograf Geir Kjetsaa davon ausgeht, dass es der Sohn war, bei dem der Vater sich infiziert hatte. Für den in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsenen Schriftsteller war die Cholera also nicht nur eine gefährliche Epidemie, sondern eine sehr persönliche Angelegenheit und eine soziale Realität.

KINDER DER SONNE INHALTSANGABE

Kinder der Sonne Programmheft Auszug (PDF)

Kinder der Sonne Programmheft Auszug (PDF)
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