Kinder der Sonne

von Maxim Gorki

Deutsch von Ulrike Zemme

"Kinder der Sonne" hat Gorki im Gefängnis geschrieben, nachts, mit Sondergenehmigung der Behörden. Er war nach dem sogenannten Petersburger Blutsonntag inhaftiert worden, der schließlich zur Russischen Revolution von 1905 führen sollte. In einer Art Gefängnis kann man sich auch die Figuren in seinem dritten Stück vorstellen, auch wenn es in diesem Fall nach einer etwas heruntergekommenen, aber großzügigen Altbauwohnung aussieht, deren Türen allenfalls von innen verschlossen werden. Es ist das Gefängnis des guten Lebens einer bürgerlich intellektuellen Gesellschaft von Künstlern, Ärzten, Wissenschaftlern, das Gefängnis der Lebensangst und Wirklichkeitsscheu, der echten Gefühle für die falschen Menschen oder der falschen Gefühle für die richtigen. Es ist auch das Gefängnis der großen Hoffnungen und Visionen, von der Rettung der Welt durch Erschaffung des "neuen Menschen" und der "neuen Kunst". Am Ende aber werden die um sich selbst kreiselnden Figuren dieser kleinen Welt im Konjunktiv den Einbruch der Realität nicht verhindern können. Und weil sie so lange nicht herein durfte, kommt die Wirklichkeit in schrecklichen Gestalten: als Epidemie, Aufstand, Selbstmord, Wahnsinn.

Residenztheater
  • Sa 23. Sep 17, 19:00 Uhr
  • Fr 29. Sep 17, 20:00 Uhr
  • Sa 14. Okt 17, 20:00 Uhr
  • So 29. Okt 17, 19:00 Uhr
  • premiere 23 Sep 17
  • Regie David Bösch
  • Bühne Patrick Bannwart
  • Kostüme Meentje Nielsen
  • Musik + Komposition Karsten Riedel
  • Licht Gerrit Jurda
  • Dramaturgie Sebastian Huber
mit

Eröffnung der Spielzeit 2017/18

Politisches Schauspielertheater mit "Kinder der Sonne" + "Das Schlangenei"

Mit der Premiere von Maxim Gorkis "Kinder der Sonne" eröffnet das Residenztheater am 23. September die Spielzeit 2017/18. Es ist die siebte Spielzeit unter Intendant Martin Kušej, in der mit der Frage "Wer ist wir?" eine neue Perspektive auf das eigene Schaffen und das Publikum eingenommen wird. David Bösch inszeniert das vom russischen Dramatiker Gorki am Choleraaufstand 1892 angelehnte Drama "Kinder der Sonne" über den eitlen Chemiker Protássow. Am 30. September zeigen wir die zweite Premiere der neuen Spielzeit: "Das Schlangenei" von Ingmar Bergman im Cuvilliéstheater inszeniert von Anne Lenk.

Eröffnung der Spielzeit 2017/18

NEUE DRAMATIK FÜR NEUE DYNAMIKEN: Die Spielzeit 2017/18 am Resi

Intendant Martin Kušej stellte am 26. April im Rahmen einer Pressekonferenz das Programm für die kommende Spielzeit 2017/18 vor. Der Spielplan folgt der politischen und gesellschaftskritischen Ausrichtung des Residenztheaters, dabei stehen viele Deutschsprachige Erst- und Uraufführungen auf dem Spielplan.

NEUE DRAMATIK FÜR NEUE DYNAMIKEN: Die Spielzeit 2017/18 am Resi

Der Sommer im Resi

Große Theaterabende vor der Spielzeitpause

Am 29. Juli verabschiedet sich das Ensemble nach einer erfolgreichen Theatersaison mit der jüngsten Resi-Produktion, "Tartuffe" von Molière in die Sommerpause. Bis dahin erwarten Sie in den letzten zwei Wochen vor dem Sommer noch viele große Theaterabende!

Der Sommer im Resi

"Has the world changed, or have I changed?"

Eines Morgens, aus unruhigen Träumen erwachend, im Ohr die alte Liedzeile: "Has the world changed, or have I changed?" Es ist der Petersburger Blutsonntag 1905, Berlin im Novemberregen 1923, ein Junitag im Jahr 1483 in London oder New York in den späten 1980ern. Und auch die schönen Tage von Aranjuez sind bereits vorbei.

"Has the world changed, or have I changed?"

Spielzeit 2017/2018

Hier finden Sie eine Übersicht über die Premieren und geplanten Projekte der Spielzeit 2017/18 am Residenztheater! Weitere Infos zu den einzelnen Inszenierungen finden Sie auch in unserem neuen Spielzeitheft, das ab sofort in unseren Spielstätten für Sie bereit liegt und das Sie hier herunterladen (PDF) oder hier direkt online durchblättern können.

Spielzeit 2017/2018