Junk

von Ayad Akhtar

Deutsch von Michael Raab

"Es ist kein Zufall, dass Donald Trump durch Schulden an die Macht gekommen ist. Es ist kein Zufall, dass Donald Trump nichts von dem ist, was er vorgibt zu sein. Dafür gibt es tiefe strukturelle Gründe, die meiner Meinung nach in der Geschichte der US-Wirtschaft in den späten 1970ern und 80ern liegen."  (Ayad Akhtar)
 

Das neue Stück des "Geächtet"-Autors Ayad Akhtar spielt im "Goldenen Zeitalter der Schulden", der freak economy der Achtziger Jahre, als das Geld seine letzten Bindungen an die Realität verlor und endgültig seinen illusionären Charakter offenbarte. Aus den alten Opferungen hervorgegangen wurde es wieder – Religion. "Junk" ist ein rasant erzählter Wirtschaftskrimi um den Investment-Banker Robert Merkin, dem es gelingt, feindliche Übernahmen angeschlagener Unternehmen aus Krediten zu finanzieren, die er mit dem Vermögen des übernommenen Unternehmens zu tilgen gedenkt. Er bezahlt den Kauf des Unternehmens also mit dessen eigenen Schulden und verdient anschließend an seiner Zerschlagung. Das Stück zeigt den Abwehrkampf eines Stahl-Unternehmers gegen eine solche Übernahme und gleichzeitig den Jäger als Gejagten, dem die Staatsanwaltschaft bereits im Nacken sitzt. Insofern Geld keinen Wert darstellt, sondern ein Versprechen, dreht sich in "Junk" alles um die "Kluft zwischen angenommenem Wert und wirklichem Wert, zwischen Sprache und Bedeutung, zwischen Erscheinung und Wirklichkeit" (Ayad Akhtar).

Residenztheater
  • So 22. Apr 18, 19:00 Uhr
  • Mi 25. Apr 18, 19:30 Uhr
  • Sa 28. Apr 18, 19:30 Uhr
  • premiere 22 Apr 18
  • Vorstellungsdauer ca. 2 std.
  • Keine Pause
  • Regie Tina Lanik
  • Bühne + Kostüme Stefan Hageneier
  • Licht Tobias Löffler
  • Dramaturgie Sebastian Huber
mit

"Ich verkaufe dir die Zukunft." Ayad Akhtar, "Junk"

"Geächtet"-Autor Ayad Akhtar zu Besuch am Resi bei den Proben zu "Junk"

Tina Lanik bringt den Wirtschaftskrimi des Erfolgsautors am 22. April auf die Bühne

Im Februar war der amerikanische Autor zu Gast am Residenztheater, um mit Regisseurin Tina Lanik über seinen Wirtschaftskrimi "Junk" zu sprechen – unsere nächste große Premiere am 22. April im Residenztheater!

"Geächtet"-Autor Ayad Akhtar zu Besuch am Resi bei den Proben zu "Junk"

Noch nie war Menschsein so wenig wert

Ein Gastbeitrag von Ayad Akhtar in der FAZ

"Trump kam durch Schulden an die Macht. Er hat sich selbst zum König der Schulden erklärt. Diese Schuld entspricht der Differenz zwischen angenommenem und realem Wert, zwischen Sprache und Bedeutung im politischen Leben und zwischen Schein und Wirklichkeit in der Regierung. Der Finanzmarkt ist die treibende Kraft unserer Zeit. Und wir sind gerade erst dabei, uns der Konsequenzen seiner Machtübernahme bewusst zu werden."

Noch nie war Menschsein so wenig wert