Eine göttliche Komödie. Dante < > Pasolini

von Federico Bellini

Deutsch von Katrin Hammerl und Laura Olivi | Uraufführung!!

Ostia, ein Badeort nahe Rom, in der Nacht vom 1. auf den 2. November 1975. Pier Paolo Pasolini sitzt mit einem jungen Mann auf einem Bolzplatz in seinem Auto. Ist er zu einem amourösen Abenteuer verabredet oder versucht er, die Aufnahmen eines Films zurückzubekommen, die man ihm gestohlen hat? Pasolini wird in dieser Nacht brutal ermordet, als Täter wird später ein 17-jähriger Stricher verurteilt.

Die Inszenierung rekonstruiert den Mord an dem Filmregisseur und Dramatiker aus verschiedenen Blickwinkeln und verknüpft die privat durchlebte Hölle des Dichters mit dem gleichnamigen Teil aus Dantes "Göttlicher Komödie". Dessen Worte begleiten die Figur Pasolini dabei auch in die anderen von Dante imaginierten Reiche, zum Läuterungsberg und ins Paradies, an jene Orte, an denen jede Sünde eine Chance zur Buße zu haben scheint. So begegnen wir Pasolinis persönlichem und künstlerischem Umfeld, von der Mutter bis hin zu Figuren, die aus seinen Filmen zu entspringen scheinen. Der Weg, den Pasolini mit Dante in einem Zustand zwischen Leben und Tod geht, gleicht einem Traum; die Verse der "Göttlichen Komödie" werden zu seinen Wegweisern. Pasolini hat mehrmals den Versuch unternommen, Dantes Werk fortzuschreiben.Es stellt einen der bedeutendsten künstlerischen und existenziellen Bezugspunkte in seinem Schaffen dar.

Antonio Latella legt mit seiner Arbeit ein persönliches Wiederentdecken der "Göttlichen Komödie" quer durch das Werk, die Gedanken und die Biografie Pasolinis vor.

  • premiere 22 Mär 19
  • Vorstellungsdauer ca. 1 std. 45
  • Keine Pause
  • Regie Antonio Latella
  • Bühne Giuseppe Stellato
  • Kostüme Graziella Pepe
  • Musik Franco Visioli
  • Licht Gerrit Jurda
  • Choreographie Francesco Manetti
  • Dramaturgie Federico Bellini + Laura Olivi

Kurt-Meisel-Preis 2019 für Juliane Köhler

Förderpreise des Vereins der Freunde des Residenztheaters gehen an Lilith Häßle + Nils Strunk

Juliane Köhler, langjähriges Mitglied des Resi-Ensembles, erhält den diesjährigen Kurt-Meisel-Preis des Vereins der Freunde des Residenztheaters. Die Mitglieder des Vereins würdigen mit dem Preis Juliane Köhlers herausragende schauspielerische Leistungen am Residenztheater. Die Förderpreise für junge Theatertalente gehen in diesem Jahr an die Schauspielerin Lilith Häßle und den Schauspieler Nils Strunk. 

Kurt-Meisel-Preis 2019 für Juliane Köhler

Programmheft "Eine göttliche Komödie. Dante < > Pasolini

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WAS HEIßT SPIELEN? – No. 14

Pier Paolo Pasolini spielte regelmäßig mit den Jungen des römischen Subproletariats Fußball, seine Leiche wurde in der Nähe eines Bolzplatzes gefunden.

“Der Fußball ist die letzte heilige Aufführung unserer Zeit. Er ist ein Ritus auf dem Boden, obgleich er eine Zerstreuung ist. Während andere heilige Aufführungen, sogar die Messe, im Niedergang begriffen sind, ist der Fußball das einzige, was uns bleibt.”

 

 

WAS HEIßT SPIELEN? – No. 14

EINE GÖTTLICHE KOMÖDIE. DANTE < > PASOLINI INHALTSANGABE

Es ist gewiss, dass Dante Alighieri – und insbesondere „Die göttliche Komödie“ – für Pier Paolo Pasolini zweifellos der Fixpunkt seines künstlerischen Schaffens war.

EINE GÖTTLICHE KOMÖDIE. DANTE < > PASOLINI INHALTSANGABE

EINE GÖTTLICHE KOMÖDIE. DANTE < > PASOLINI (FOTOGALERIE)

"Die Wahr-heit ist,

dass wir nicht mehr die Jungs sind, die du

immer geil

ge-funden

hast ...

wir sind nicht mehr die Jungs mit den

Löck-

chen ...

jetzt haben

wir

rasierte

Schädel.

 

Federico Bellini

in

"Eine göt-tliche Komödie. Dante < > Pasolini"

Nicht man selbst sein müssen

Zum Ende machen wir noch einmal ernst: Es geht ums Spielen. Eine Tätigkeit, eine Haltung – und eine Grundsatzfrage. Dem Spieler und der Spielerin sind Authentizität und Glaubwürdigkeit, Selbstgewissheit und jene Identität fremd, die mit sich selbst im Reinen, aber arm an Möglichkeiten ist. Sie bestaunen die Zuverlässigkeit, den festen Glauben an eine planbare Zukunft, die Humorlosigkeit, die Geschlossenheit der Weltbilder, die Vergesslichkeit.

Nicht man selbst sein müssen

DAS SPIEL ALS POLITISCHER AKT: Die Spielzeit 2018/19 am Residenztheater

Am 17. Mai stellte Intendant Martin Kušej im Rahmen einer Pressekonferenz sein Programm für die kommende – seine letzte – Spielzeit am Residenztheater vor. Die Spielzeit 2018/19 wird keinesfalls eine Abschiedsspielzeit, sie ist bestimmt von großen anspruchsvollen Produktionen sowie reich an neuen, vielfältigen Spiel- und Erzählformen, mit denen Martin Kušej zusammen mit seinem Ensemble seit 2011 das Residenztheater prägt.

DAS SPIEL ALS POLITISCHER AKT: Die Spielzeit 2018/19 am Residenztheater