Ein Volksfeind

von Henrik Ibsen

Deutsch von Angelika Gundlach

Der Badearzt Tomas Stockmann hat seine Heimatstadt zu einem Kurort und damit reich und berühmt gemacht, bis er entdeckt, dass die Kurgäste durch die Wässerchen vergiftet werden. Krankheitserreger belasten das Ökosystem und das Gewissen des Arztes. Stockmann will seine Ergebnisse veröffentlichen und findet Unterstützung bei Presse und Bürgern. Sein Bruder jedoch, der Bürgermeister, weiß um die Folgen: Der Ruf des Kurstädtchens wäre für immer geschädigt, außerdem führte die Sanierung unweigerlich in den Bankrott. Tomas Stockmann wird zum Wütenden, der Presse, Politiker und das Volk beschimpft, solange bis die Frage aufkommt, ob er nicht alles aus eigenem Interesse inszeniert hat.

Dichten heißt bei Ibsen "Gerichtstag halten über sein eignes Ich". In seinem 1883 uraufgeführten Gesellschaftsdrama befragt er ebenso die Verantwortung der Presse wie die Kollision von Eigeninteresse und Gemeinwohl. Schon immer war es vom Volksfreund zum Volksfeind nur ein kleiner Schritt. Die Mehrheit dagegen sind unkritische, oftmals überforderte Mitläufer mit sich überkreuzenden Interessen. So wie wir.

Regisseurin Mateja Koležnik inszeniert nach "Madame Bovary", "König Ödipus", "Nora" und "Tartuffe" Ibsens Drama über die Kollision von Aufklärung und Egoismus als kritisches Zeitstück über die Macht und Ohnmacht des Einzelnen.

Residenztheater
  • Sa 24. Feb 18, 19:30 Uhr
  • Di 27. Feb 18, 19:30 Uhr
  • premiere 24 Feb 18
  • Regie Mateja Koležnik
  • Bühne Raimund Orfeo Voigt
  • Kostüme Alan Hranitelj
  • Licht Gerrit Jurda
  • Choreographie Magdalena Reiter
  • Dramaturgie Götz Leineweber
mit

"Has the world changed, or have I changed?"

Eines Morgens, aus unruhigen Träumen erwachend, im Ohr die alte Liedzeile: "Has the world changed, or have I changed?" Es ist der Petersburger Blutsonntag 1905, Berlin im Novemberregen 1923, ein Junitag im Jahr 1483 in London oder New York in den späten 1980ern. Und auch die schönen Tage von Aranjuez sind bereits vorbei.

"Has the world changed, or have I changed?"

NEUE DRAMATIK FÜR NEUE DYNAMIKEN: Die Spielzeit 2017/18 am Resi

Intendant Martin Kušej stellte am 26. April im Rahmen einer Pressekonferenz das Programm für die kommende Spielzeit 2017/18 vor. Der Spielplan folgt der politischen und gesellschaftskritischen Ausrichtung des Residenztheaters, dabei stehen viele Deutschsprachige Erst- und Uraufführungen auf dem Spielplan.

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Spielzeit 2017/2018

Hier finden Sie eine Übersicht über die Premieren und geplanten Projekte der Spielzeit 2017/18 am Residenztheater! Weitere Infos zu den einzelnen Inszenierungen finden Sie auch in unserem neuen Spielzeitheft, das ab sofort in unseren Spielstätten für Sie bereit liegt und das Sie hier herunterladen (PDF) oder hier direkt online durchblättern können.

Spielzeit 2017/2018