Ein Volksfeind

von Henrik Ibsen

Deutsch von Angelika Gundlach

Der Badearzt Tomas Stockmann hat seine Heimatstadt zu einem Kurort und damit reich und berühmt gemacht, bis er entdeckt, dass die Kurgäste durch die Wässerchen vergiftet werden. Krankheitserreger belasten das Ökosystem und das Gewissen des Arztes. Stockmann will seine Ergebnisse veröffentlichen und findet Unterstützung bei Presse und Bürgern. Sein Bruder jedoch, der Bürgermeister, weiß um die Folgen: Der Ruf des Kurstädtchens wäre für immer geschädigt, außerdem führte die Sanierung unweigerlich in den Bankrott. Tomas Stockmann wird zum Wütenden, der Presse, Politiker und das Volk beschimpft, solange bis die Frage aufkommt, ob er nicht alles aus eigenem Interesse inszeniert hat.

Dichten heißt bei Ibsen "Gerichtstag halten über sein eignes Ich". In seinem 1883 uraufgeführten Gesellschaftsdrama befragt er ebenso die Verantwortung der Presse wie die Kollision von Eigeninteresse und Gemeinwohl. Schon immer war es vom Volksfreund zum Volksfeind nur ein kleiner Schritt. Die Mehrheit dagegen sind unkritische, oftmals überforderte Mitläufer mit sich überkreuzenden Interessen. So wie wir.

Regisseurin Mateja Koležnik inszeniert nach "Madame Bovary", "König Ödipus", "Nora" und "Tartuffe" Ibsens Drama über die Kollision von Aufklärung und Egoismus als kritisches Zeitstück über die Macht und Ohnmacht des Einzelnen.

Residenztheater
  • Di 24. Apr 18, 20:00 Uhr
  • Fr 04. Mai 18, 20:00 Uhr
  • Mi 16. Mai 18, 20:00 Uhr
  • Mi 30. Mai 18, 20:00 Uhr
  • premiere 24 Feb 18
  • Vorstellungsdauer ca. 1 std. 30
  • Keine Pause
  • Regie Mateja Koležnik
  • Bühne Raimund Orfeo Voigt
  • Kostüme Alan Hranitelj
  • Musik Michael Gumpinger
  • Choreographie Magdalena Reiter
  • Licht Gerrit Jurda
  • Mitarbeit Sprachregie Andreas Sippel
  • Dramaturgie Götz Leineweber
mit

Ein Volksfeind Programmheft (Auszug)

Ein Volksfeind Programmheft (Auszug)
Bild

EIN VOLKSFEIND (FOTOGALERIE)

Fliegendes Blatt 10/16

Monika Rinck

DIE HERRSCHENDE MEINUNG

Meiner herrschenden Meinung nach, werden Sie sich

in den Abwassern der Gerber am besten erholen.

Es gibt keine Gefahren, aber es gibt Ihr Erspartes.

Der Erblasste im Bade langt nach dem Frottee,

das wechselt die Farbe, von tiefrot nach hellgelb.

Fliegendes Blatt 10/16

EIN VOLKSFEIND

Inhaltsangabe

"Ibsen war, zunächst Shakespeare, der größte Historiendichter des neueren Europa. Ganz wie dieser wird er erst zur vollen Wirkung gelangen, wenn die Kleider seiner Gestalten Kostüme geworden sind." Egon Friedell Der Badearzt Tomas Stockmann hat seine Heimatstadt zu einem Kurort und damit reich und berühmt gemacht, bis er entdeckt, dass die Kurgäste durch die Wässerchen schleichend vergiftet werden. Krankheitserreger belasten das Ökosystem und das Gewissen des Arztes. Stockmann will seine Ergebnisse veröffentlichen und findet Unterstützung bei Presse und Bürgern.

EIN VOLKSFEIND

"Was uns zugrun-de gehen lässt, das sind Verdum-mung, Armut und Hässlich-keit." Henrik Ibsen, "Ein Volks-feind"

4 Premieren in 10 Tagen

Premierenrausch auf allen Resi-Bühnen mit "Der Balkon", "Ein Volksfeind", "Erschlagt die Armen!" + "Am Kältepol"

Innerhalb von 10 Tagen feiern 4 Neuinszenierungen auf den Bühnen des Residenztheaters Premiere: "Der Balkon" von Jean Genet ab 22. Februar im Marstall, Ibsens "Ein Volksfeind" ab dem 24. Februar im Resi, ab dem 2. März das Solo "Erschlagt die Armen!" im Marstall und die Uraufführung von Warlams Schalamows Erzählungen aus dem Gulag "Am Kältepol" am 3. März im Cuvilliéstheater.

4 Premieren in 10 Tagen

Auf die Bühnenprobe, fertig, los! #einvolksfeind #matejakoleznik #resi1718

Auf die Bühnenprobe, fertig, los! #einvolksfeind #matejakoleznik #resi1718