Der Spieler

von Fjodor M. Dostojewskij

Deutsch von Alexander Nitzberg

Mit dem "Spieler" setzt Dostojewskij alles auf eine Karte. Spielsüchtig eilt er rastlos, von Schulden nahezu aufgefressen, zwischen Russland und dem Westen, seiner schwerkranken Frau und einer jungen Geliebten hin und her. Als die Gläubiger nicht mehr aufzuhalten sind, borgt er sich vom Verleger Stellowski 3000 Rubel und sichert ihm dafür in etwas mehr als einem Jahr einen fertigen Roman zu. Sollte der nicht fristgerecht fertig sein, sind in den darauffolgenden neun Jahren die Rechte aller bereits vollendeten und noch folgenden Werke völlig an Stellowski abzutreten. Ein Teufelspakt, auf den er sich erst einen Monat vor Fristende der Vertragsschuld besinnt. In nur 26 Tagen entsteht "Der Spieler", fiebrig einer Stenografin diktiert. Später wird diese seine zweite Frau, "Der Spieler" weltberühmt, Dostojewskij seine Spielsucht überwinden und sich endgültig in die Weltliteratur einschreiben.

So kann man den fiebrigen „Spieler“ als befreienden biographischen Wendepunkt lesen. Zugleich zeigt sich in der literarischen Teufelsaustreibung ein sich auflösendes Ich, das mit atemlosen Schritten der Moderne und ihren Extremen zueilt. Der Text folgt dem jungen Hauslehrer Alexej Iwanowitsch und seiner russischen Enklave zu den deutschen Spieltischen und wirbelt ähnlich einer Roulettekugel durch die Hotelzimmer, in denen auf den Tod einer Erbtante, neues Geld und die Herzen der Frauen gewartet wird. Alle sind sie Heimatlose, die zwischen Spiel und Trieb, Liebe und Hass, Geld und Gier warten, im Herzen der Finsternis, das hier "Roulettenburg" heißt. 

Residenztheater
  • Fr 14. Dez 18, 19:30 Uhr
  • So 16. Dez 18, 18:00 Uhr
  • Fr 21. Dez 18, 19:00 Uhr
  • premiere 14 Dez 18
  • Regie Andreas Kriegenburg
  • Bühne Harald B. Thor
  • Kostüme Andrea Schraad
  • Licht Tobias Löffler
  • Dramaturgie Angela Obst
mit

Nicht man selbst sein müssen

Zum Ende machen wir noch einmal ernst: Es geht ums Spielen. Eine Tätigkeit, eine Haltung – und eine Grundsatzfrage. Dem Spieler und der Spielerin sind Authentizität und Glaubwürdigkeit, Selbstgewissheit und jene Identität fremd, die mit sich selbst im Reinen, aber arm an Möglichkeiten ist. Sie bestaunen die Zuverlässigkeit, den festen Glauben an eine planbare Zukunft, die Humorlosigkeit, die Geschlossenheit der Weltbilder, die Vergesslichkeit.

Nicht man selbst sein müssen

DAS SPIEL ALS POLITISCHER AKT: Die Spielzeit 2018/19 am Residenztheater

Am 17. Mai stellte Intendant Martin Kušej im Rahmen einer Pressekonferenz sein Programm für die kommende – seine letzte – Spielzeit am Residenztheater vor. Die Spielzeit 2018/19 wird keinesfalls eine Abschiedsspielzeit, sie ist bestimmt von großen anspruchsvollen Produktionen sowie reich an neuen, vielfältigen Spiel- und Erzählformen, mit denen Martin Kušej zusammen mit seinem Ensemble seit 2011 das Residenztheater prägt.

DAS SPIEL ALS POLITISCHER AKT: Die Spielzeit 2018/19 am Residenztheater

Spielzeit 2018/2019

Hier finden Sie eine Übersicht über die Premieren und geplanten Projekte der Spielzeit 2018/19 am Residenztheater! Weitere Infos zu den einzelnen Inszenierungen finden Sie auch in unserem neuen Spielzeitheft, das ab sofort in unseren Spielstätten für Sie bereit liegt und das Sie hier herunterladen (PDF) oder hier direkt online durchblättern können.

Spielzeit 2018/2019