Der Mieter

von Roland Topor

Deutsch von Wolfram Schäfer

Trelkovsky ist ein Glückspilz. In Paris auf dringender Wohnungssuche, wird er in einem verfallenen Gebäude fündig. Zwar wirkt schon die Nachbarschaft knifflig, sieht die Concierge nach Schwierigkeiten aus, wohnt der Vermieter mit im Haus und legt auf ein möglichst lautloses Leben Wert, geschehen auf der Gemeinschaftstoilette seltsame Dinge. Der größte Haken aber: Noch ist die Wohnung gar nicht frei. Die Vormieterin hat sichaus dem Fenster gestürzt und liegt schwer verletzt im Krankenhaus. Erst mit ihrem Tod beginnt Trelkovskys neues Leben. Er wird Mieter. Ein Traum. Ein Alptraum! Schritt für Schritt löst sich nicht nur sein soziales Leben,sondern seine ganze Identität auf. Überall wird er daran erinnert, dass lebendig sein stören heißt. Und überall trifft er auf frappierende Zeichen, dass in ihm seine Vormieterin weiterzuleben scheint. Zwischen kotbeschmierten Treppenstufen und dem symphonischen Wutklopfen der Nachbarn fliegt Trelkovsky zusehends aus der Ich-Kurve. Roland Topors Roman – 1976 von Roman Polanski mit ihm selbst in der Hauptrolle verfilmt – lädt eine alltägliche Situation derart mit infernalischem Witz und psychotischem Horror auf, bis Normalität und Wahnsinn ununterscheidbar sind. Es gibt nur eine Gewissheit: Nachbarn sind wir alle.

Blanka Rádóczy, Absolventin der Theaterakademie August Everding, ist eine junge Regisseurin für Musiktheater und Schauspiel und Bühnenbildnerin, die mit somnambul aufgeladenen, atmosphärisch dichten Arbeiten auf sich aufmerksam machte und beim Körber Studio Junge Regie in Hamburg 2017 den Publikumspreis gewann.

Marstall
  • Sa 24. Nov 18, 20:00 Uhr
  • Do 29. Nov 18, 20:00 Uhr
  • premiere 24 Nov 18
  • Regie + Bühne Blanka Rádóczy
  • Kostüme Andrea Simeon
  • Musik Benedikt Brachtel
  • Licht Monika Pangerl
  • Dramaturgie Angela Obst
mit

Nicht man selbst sein müssen

Zum Ende machen wir noch einmal ernst: Es geht ums Spielen. Eine Tätigkeit, eine Haltung – und eine Grundsatzfrage. Dem Spieler und der Spielerin sind Authentizität und Glaubwürdigkeit, Selbstgewissheit und jene Identität fremd, die mit sich selbst im Reinen, aber arm an Möglichkeiten ist. Sie bestaunen die Zuverlässigkeit, den festen Glauben an eine planbare Zukunft, die Humorlosigkeit, die Geschlossenheit der Weltbilder, die Vergesslichkeit.

Nicht man selbst sein müssen

DAS SPIEL ALS POLITISCHER AKT: Die Spielzeit 2018/19 am Residenztheater

Am 17. Mai stellte Intendant Martin Kušej im Rahmen einer Pressekonferenz sein Programm für die kommende – seine letzte – Spielzeit am Residenztheater vor. Die Spielzeit 2018/19 wird keinesfalls eine Abschiedsspielzeit, sie ist bestimmt von großen anspruchsvollen Produktionen sowie reich an neuen, vielfältigen Spiel- und Erzählformen, mit denen Martin Kušej zusammen mit seinem Ensemble seit 2011 das Residenztheater prägt.

DAS SPIEL ALS POLITISCHER AKT: Die Spielzeit 2018/19 am Residenztheater

Marstalljahresplan

Am Ende (fast) jeder Spielzeit stand in den vergangenen Jahren ein Wochenende mit rasch und wendig erarbeiteten Inszenierungen von jungen Regisseurinnen und Regisseuren, Assistentinnen und Assistenten, sowie Regie-Studierenden der Theaterakademie August Everding. Was Marstallplan hieß, wird in unserer letzten Spielzeit zum Marstalljahresplan: drei Wochenenden mit jeweils zwei Premieren über die Spielzeit verteilt.

Marstalljahresplan

Spielzeit 2018/2019

Hier finden Sie eine Übersicht über die Premieren und geplanten Projekte der Spielzeit 2018/19 am Residenztheater! Weitere Infos zu den einzelnen Inszenierungen finden Sie auch in unserem neuen Spielzeitheft, das ab sofort in unseren Spielstätten für Sie bereit liegt und das Sie hier herunterladen (PDF) oder hier direkt online durchblättern können.

Spielzeit 2018/2019