antigone lebt*

von Susanna Fournier

Deutsch von Maria Milisavljević

"Während die Krise an Kraft und Geschwindigkeit gewinnt, verkümmert die Politik und zieht sich zurück. Angesichts dieser Lähmung findet Zukunft nicht mehr statt." (Nick Srnicek, Alex Williams)

Im Theben, gefangen zwischen dem Warten auf eine Zukunft, die eventuell nie eintreten wird, und auf den Ruinen einer Vergangenheit, die das Politische und das Private vermischt und antigones Familie in Lebende und Tote zerrissen hat, steht eine Hochzeit an. antigone wird heiraten. Am Vorabend der Hochzeit suchen ismene und antigone Freiheit, Rave und Kontrollverlust. Und für einen kurzen Moment ist noch einmal alles möglich: Die sich im Kampf gegenseitig ermordeten Brüder erscheinen, der Familienkonflikt wird zurück zum Wort und fort vom Schwert geführt und dem Unvermögen, eine Welt zu verstehen, die keinen Regeln mehr folgt, Sprache gegeben.
Im Moment der Entgrenzung stimmt Susanna Fournier ein Lamento auf die Welt an, in dem immer die Hoffnung auf das Unmögliche durchscheint: "ist es noch möglich, dass der himmel feuer fängt?"

Susanna Fournier (geb. 1988, Kanada) Susanna Fournier ist eine mehrfach ausgezeichnete kanadische Theatermacherin und Artistic Producer für PARADIGM productions. Ihre Texte wurden in diversen Städten Kanadas, Dublin, London und Berlin aufgeführt. In der Spielzeit 2018/19 wird sie zusammen mit PARADIGM ihre Trilogie "The Empire" in Toronto aufführen. Susanna Fournier wird unterstützt von The Canadian Council for the Arts, The Toronto and Ontario Arts Council, The National Arts Center, The Banff Center for the Arts u.a.

Der diesjährige Marstallplan wird zur "Welt / Bühne". Susanna Fournier, Zainabu Jallo, Maria Milisavljević, Santiago Sanguinetti, Pat To Yan: fünf junge Autoren und Autorinnen aus fünf verschiedenen Kontinenten, die für das Residenztheater, über eine gesamte Spielzeit hinweg, im gemeinsamen Austausch fünf Stücke entwickelt haben, die von fünf jungen Regisseuren und Regisseurinnen im Marstall uraufgeführt werden. Sie erzählen vom Sich-Öffnen und Sich-Verschließen, von den Unterschieden und den Zwischenräumen, die eine Begegnung erst ermöglichen. Im Anschluss an die jeweils letzte Vorstellung finden Publikumsgespräche statt.

In Kooperation mit dem Goethe-Institut, den Freunden des Residenztheaters sowie der LMU und der Theaterakademie August Everding.

  • premiere 24 Jun 18
  • Vorstellungsdauer ca. 1 std.
  • Keine Pause
  • With English surtitles
  • Regie Rikki Henry
  • Bühne Maximilian Lindner
  • Kostüme Lara Hohmann
  • Musik Andrej Agranovski + Nils Strunk
  • Licht Tobias Löffler
  • Dramaturgie Thorben Meißner
mit

Welt / Bühne 2018

Marstallplan

Theater funktioniert auf verschiedensten Ebenen als Ort der Begegnung – zwischen Zuschauern und Schauspielern, zwischen Utopie und Realität, und eben auch zwischen Autoren und Regisseuren. Dieses Moment will das Residenztheater befeuern, den Austausch anregen und ihn öffnen – internationale Theaterschaffende treffen aufeinander und arbeiten gemeinsam an einem Projekt, der "Welt / Bühne". Diese, gestartet als eine Reihe von szenischen Lesungen in der Spielzeit 2016/17, hat es sich zur Aufgabe gemacht, junge internationale Dramatik zu präsentieren. Verschiedene Sichtweisen auf die Welt begegneten sich und eröffneten einen Dialog, der die kontinentalen Grenzen sprengte.

Welt / Bühne 2018