Elektra

von Hugo von Hofmannsthal

Elektras Mutter Klytämnestra hat gemeinsam mit ihrem Geliebten ihren Gatten Agamemnon erschlagen und die Herrschaft in Mykene übernommen. Elektra wird sich damit nicht abfinden. Das vergangene Unrecht ist ihre Gegenwart, das Zentrum ihres Verständnisses von sich und der Welt.

Hugo von Hofmannsthals Version des klassischen Stoffs ("nach Sophokles") von 1903 dreht sich nicht um Rache, Recht und tragische Verstrickung, in ihr rotieren die Figuren um ein leeres Zentrum: den toten Vater. Erinnern wie Vergessen sind psychische Extremzustände, welche die drei Frauen, neben Elektra und Klytämnestra noch deren andere Tochter Chrysothemis, in mancher Hinsicht mehr zu verbinden scheinen als zu trennen. Die ekstatische Sprache, mit der die Figuren ihr Gefängnis zu sprengen versuchen, ist ihnen vom Dichter verliehen und muss sich in ihrer unerhörten Kraft schließlich doch gegen das Bild der "rasenden Frau" wenden, das ihm vorgeschwebt haben mag.

"Elektra" ist nach Friedrich Schillers "Die Räuber" Ulrich Rasches zweite Inszenierung am Residenztheater.

Residenztheater
  • Sa 23. Mär 19, 19:30 Uhr
  • Sa 30. Mär 19, 19:30 Uhr
  • So 31. Mär 19, 19:00 Uhr
  • Do 04. Apr 19, 20:00 Uhr
  • Fr 05. Apr 19, 19:30 Uhr
  • So 21. Apr 19, 20:00 Uhr
  • Mo 22. Apr 19, 19:00 Uhr
  • Mi 24. Apr 19, 19:30 Uhr
  • premiere 15 Feb 19
  • Vorstellungsdauer ca. 2 std.
  • Keine Pause
  • Regie + Bühne Ulrich Rasche
  • Komposition + Musikalische Leitung Monika Roscher
  • Kostüme Romy Springsguth
  • Licht Gerrit Jurda
  • Chorleitung + Einstudierung Jürgen Lehmann
  • Dramaturgie Sebastian Huber
mit
  • Katja Bürkle Elektra
  • Juliane Köhler Klytämnestra
  • Thomas Lettow Orest
  • Lilith Häßle Chrysothemis
  • Marie-Joelle Blazejewski Chor
  • Marie Domnig Chor
  • Giulia Goldammer Chor
  • Tenzin Kolsch Chor
  • Justus Pfankuch Chor
  • Yannik Stöbener Chor
  • Klara Wördemann Chor
  • Maria Wördemann Chor
  • Mariana Beleaeva Violine
  • Jenny Scherling Viola
  • Juri Kannheiser Cello
  • Alexander Maschke Synthesizer
  • Fabian Löbhard Percussion
  • Heiko Jung E-Bass

WAS HEIßT SPIELEN? – No. 12

Der Abschied von den Spielen der Kinderzeit ist kein leichter. Düster beschreibt dies Ingeborg Bachmann, Diva der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur, in ihrem Gedicht "Das Spiel ist aus".

"Wir müssen schlafen gehn, Liebster, das Spiel ist aus. Auf Zehenspitzen. Die weißen Hemden bauschen. Vater und Mutter sagen, es geistert im Haus, wenn wir den Atem tauschen."

WAS HEIßT SPIELEN? – No. 12

ELEKTRA INHALTSANGABE

Bei ihrem ersten uns bekannten Auftritt auf der Bühne des klassischen griechischen Theaters, in den Choephoren des Aischylos, steht Elektra auf der Schwelle zwischen Matriarchat und Patriarchat. Ihr Vater Agamemnon hatte ihre Schwester Iphigenie für guten Wind auf dem Weg in den trojanischen Krieg geopfert. Nach dem Sieg der Griechen war er mit der trojanischen Prinzessin Kassandra nachhause zurückgekehrt. Seine Frau Klytämnestra ermordete mit ihrem Liebhaber Ägisth den Heimkehrer im Bad.

ELEKTRA INHALTSANGABE

„Für uns ist die Ausei-nander-setzung mit dem Mythos eine große avan-tage“, Hugo von Hof-manns-thal über "Elek-tra"

Nicht man selbst sein müssen

Zum Ende machen wir noch einmal ernst: Es geht ums Spielen. Eine Tätigkeit, eine Haltung – und eine Grundsatzfrage. Dem Spieler und der Spielerin sind Authentizität und Glaubwürdigkeit, Selbstgewissheit und jene Identität fremd, die mit sich selbst im Reinen, aber arm an Möglichkeiten ist. Sie bestaunen die Zuverlässigkeit, den festen Glauben an eine planbare Zukunft, die Humorlosigkeit, die Geschlossenheit der Weltbilder, die Vergesslichkeit.

Nicht man selbst sein müssen

DAS SPIEL ALS POLITISCHER AKT: Die Spielzeit 2018/19 am Residenztheater

Am 17. Mai stellte Intendant Martin Kušej im Rahmen einer Pressekonferenz sein Programm für die kommende – seine letzte – Spielzeit am Residenztheater vor. Die Spielzeit 2018/19 wird keinesfalls eine Abschiedsspielzeit, sie ist bestimmt von großen anspruchsvollen Produktionen sowie reich an neuen, vielfältigen Spiel- und Erzählformen, mit denen Martin Kušej zusammen mit seinem Ensemble seit 2011 das Residenztheater prägt.

DAS SPIEL ALS POLITISCHER AKT: Die Spielzeit 2018/19 am Residenztheater

Spielzeit 2018/2019

Hier finden Sie eine Übersicht über die Premieren und geplanten Projekte der Spielzeit 2018/19 am Residenztheater! Weitere Infos zu den einzelnen Inszenierungen finden Sie auch in unserem neuen Spielzeitheft, das ab sofort in unseren Spielstätten für Sie bereit liegt und das Sie hier herunterladen (PDF) oder hier direkt online durchblättern können.

Spielzeit 2018/2019