Thomas Lettow

Geboren 1986, aufgewachsen in Potsdam, studierte Thomas Lettow Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater Rostock. Anschließend trat er zur Spielzeit 2014/2015 sein Erstengagement am Residenztheater an. Seitdem folgten Arbeiten u. a. mit Martin Kušej, Ulrich Rasche, Mateja Koležnik, Andreas Kriegenburg. 2016 wurde er mit dem Bayerischen Kunstförderpreis ausgezeichnet. 2017 erhielt er den Förderpreis der Freunde des Residenztheaters.

Zu sehen in

Vor sechzig Jahren, am 11. April 1961, begann in Jerusalem der Prozess gegen Adolf Eichmann, Leiter des nationalsozialistischen Referats für «Judenangelegenheiten» und einer der Hauptverantwortlichen des organisierten Genozids. Heinar Kipphardt verarbeitete die Verhörprotokolle des israelischen Geheimdienstes mit Eichmann zu seinem Dokumentartheaterstück «Bruder Eichmann», das 1983 am Residenztheater uraufgeführt wurde. Regisseur Sebastian Baumgarten wird sich dem bei der Uraufführung kontrovers diskutierten Text mit den Möglichkeiten und Mitteln des digitalen Theaters annähern.

Bruder Eichmann

«Dantons Tod» basiert auf historischen Quellen der Französischen Revolution, deren Maxime der «Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit» unser Verständnis moderner europäischer Demokratien geformt hat. Büchner erzählt aber nicht vom triumphalen Anfang, als der Kampf dem Volk galt, sondern fokussiert auf das Ende der sogenannten Schreckensherrschaft der Jakobiner 1794, als die Revolution nur noch Terror der Guillotine bedeutet.

Dantons Tod

Kleists Novelle, die auf das Erdbeben von Santiago de Chile im August 1647 Bezug nimmt, ist von kristallener Schönheit und irritiert als poetisch verdichtete, verstörende Vision aktueller Debatten in Zeiten der Pandemie. Erzählt wird von Plünderungen im rechtlosen Raum, aber auch von Opferbereitschaft und Selbstlosigkeit. Und dem trügerischen Idyll des verloren geglaubten Paradieses, das keine gesellschaftlichen Schranken kennt, folgt Diffamierung und Lynchjustiz.

Das Erdbeben in Chili

Argan bildet sich nicht nur ein, krank zu sein, sondern ist es auch: Er leidet an Hypochondrie. Er kann und will sich nicht anders zu seinem sozialen Umfeld ins Verhältnis setzen als über sein Leid, um das er in tyrannischer Selbstbespiegelung kreist. PeterLicht seziert sowohl den Individual- als auch den Gesellschaftskörper und bricht das letzte Tabu neoliberaler Selbstoptimierer*innen – das der Sterblichkeit.

Der eingebildete Kranke oder das Klistier der reinen Vernunft

Judith Herzberg zeichnet in ihrer Trilogie mit feinem Humor das Porträt einer jüdischen Großfamilie aus Amsterdam. Hinter der alltäglichen und fröhlichen Fassade aber verbirgt sich ein verwundetes Seelenleben. Es sind die Geschichten von Überlebenden des Holocaust und ihrer Nachkommen, in deren Körper sich die Traumata der Verfolgung und Shoah tief eingeschrieben haben. Sich von der Vergangenheit zu lösen, scheint unmöglich, trotzdem tanzen, lieben und heiraten sie aufs Neue und bleiben auf der Suche nach einem Neuanfang.

Die Träume der Abwesenden
Premiere
Residenztheater
So 26 Sep

Beniamin Bukowskis «Marienplatz» kreist um einen realen Vorfall aus dem Jahr 2017: Am 19. Mai gegen drei Uhr früh fuhr ein Mann mit seinem Auto auf den Münchner Marienplatz, übergoss sich mit mehreren Litern Benzin und zündete sich an. Er verstarb kurze Zeit später im Krankenhaus und bis heute haben sich weder seine Identität noch die Umstände seiner Selbstverbrennung aufgeklärt, wohl aber Anlass zu Spekulationen verschiedenster Couleur gegeben.

Marienplatz
Premiere
Marstall
Sa 27 Nov

Hamsuns Trilogie zeigt die Geschichte eines Menschen, der sich von den tonangebenden Eliten übersehen und um gesellschaftliche Anerkennung betrogen fühlt. Ivar Kareno muss sich entscheiden, ob er am radikalen Denken seiner Jugend festhält oder eine politisch gemäßigte Karriere einschlägt.

Spiel des Lebens
Premiere
Residenztheater
Fr 08 Apr