DIE TROERINNEN INHALTSANGABE

Unschuldige junge Frauen spielen im Glücksgefühl eines friedlichen Alltags und einer ungetrübten Zukunft, die sie von einen auf den anderen Tag für immer verlieren. Als Kriegsbeute der Sieger erleben und verfluchen die Troerinnen ihr Schicksal: „Die Morgenröte ist schauerlich schön, und die Götter haben uns verlassen.“ Der Mythos von Krieg und Niederlage der Stadt Troja gehört zu den Urerzählungen Europas. Der Raub der Helena war Anlass und Fluch eines zehn Jahre dauernden Krieges. Am Tag der Zerstörung treffen Sieger und Opfer aufeinander. Königin Hekuba trauert um die toten Trojaner. Die Griechen um König Menelaos nehmen sich die fremden Frauen: Hekuba soll Odysseus, ihre Tochter Kassandra Agamemnon als Sklavin dienen. Ihre Schwiegertochter Andromache wird mit ihrem Sohn jegliche Hoffnung auf die Zukunft verlieren und Helena, die mit ihrer Liebe zum schönen Paris den Krieg um Troja ausgelöst hat, ihren Ehemann Menelaos wiedersehen. Talthybios, der Herold der Griechen, verkündet ihnen allen ihr zukünftiges Schicksal. Doch auch die Griechen werden nicht unbeschadet in ihre Heimat zurückkehren. Die zerstrittenen Götter schmieden neue Allianzen und den Griechen stehen jahrelange Irrfahrten und zukünftige Kriege bevor. Sieger und Besiegte werden als Verfügungsmasse auf das nackte Leben zurückgeworfen und in der 415 v. Chr. uraufgeführten Tragödie des Euripides in ihrem persönlichen Versagen vorgeführt. Jean-Paul Sartre erlebte während des Algerienkrieges eine Aufführung der „Troerinnen“ und war überrascht von deren Wirkung. Für das Pariser Théâtre National Populaire schrieb er eine Bearbeitung, die am 10. März 1965 uraufgeführt wurde. In seine Version des Stücks arbeitete er die Erfahrung der Kolonialkriege zwischen Europa, Asien und Afrika ein. „Die Troerinnen des Euripides“ von Jean-Paul Sartre zeigen den Krieg nicht nur als Untergang Trojas, sondern auch als zukünftige Katastrophe für die griechischen Sieger. Sein Interesse gilt dem Zwiespalt des Menschen in historischen Krisenzeiten. Ein Politiker wechselt seinen Standpunkt auf offener Szene. Die Besiegten steuern sehenden Auges auf ihren Untergang zu. Und die Götter verlieren ihre Schutzwirkung, weil sie gleichzeitig auf beiden Seiten des Krieges stehen. Die Frauen Trojas aber müssen mit dem Trauma, den Erinnerungen und den Bildern des Krieges leben und werden mit ihrer eigenen Schuld und „Verantwortlichkeit“ konfrontiert. Denn nach Sartre gibt es „keinen Entschuldigungsgrund“, denn „ich unterscheide mich nicht von dieser Zeit, also bin ich dieser Krieg, der die Zeit, die ihm vorangegangen ist, beendet, abgrenzt und verständlich macht“. Die Troerinnen, von Männern und Göttern verlassen, ringen um ihre Menschenwürde und um ihre persönliche Schuld als Teil einer Gesellschaft, deren „bessere Hälfte“ sie einst gewesen sind.

Großes Schauspielertheater zum Start in die Münchner Theatersaison

Neben den Eröffnungspremieren "Kinder der Sonne" von Maxim Gorki am 23. September 2017 und "Das Schlangenei" von Ingmar Bergman am 30. September 2017 im Cuvilliéstheater, beginnt die neue Theatersaison im Resi mit großem Schauspielertheater: "Macbeth", "Jagdszenen aus Niederbayern", "Phädras Nacht" und "Die Troerinnen".

Großes Schauspielertheater zum Start in die Münchner Theatersaison

Antigone zum Vorbild

TUSCH – Theater und Schule am Theresia-Gerhardinger-Gymnasium

Das Schuljahr 2016/17 stand für die 9. Jahrgangsstufe des Theresia-Gerhardinger-Gymnasiums neben unzähligen Unterrichtsstunden vor allem für eine sehr besondere Theatererfahrung. Vier Spielleiter vom Residenztheater haben sich im Laufe des Jahres immer wieder in die Schule aufgemacht und Theaterluft in die Turnhallen, Musiksäle und Klassenzimmer gebracht. Zu den Stücken "Antigone" und "Die Troerinnen" entwickelten die Schülerinnen ihre eigenen Ideen und stellen mit Schrecken fest, wie viel das Thema Krieg heute noch mit ihnen zu tun hat. Wie viel von den starken Frauenfiguren dieser Dramen in ihnen selbst steckt, zeigen sie in "und ich brenne und ich fürchte und ich hoffe".

Antigone zum Vorbild
Die Troerinnen

Die Troerinnen

von Euripides/Jean-Paul Sartre

Die Troerinnen