Residenztheater, 20.00 Uhr
Fr 02 Dez
Residenztheater, 19.30 Uhr
Sa 03 Dez
Residenztheater, 20.00 Uhr
Di 10 Jan
Residenztheater, 19.30 Uhr
Mo 16 Jan
Residenztheater, 20.00 Uhr
Mi 18 Jan
DER TURM
von Hugo von Hofmannsthal
Premiere 21. Oktober 2022
Residenztheater
1 Stunde 40 Minuten
Keine Pause
Altersempfehlung: ab 14 Jahren

Bei dieser Inszenierung kommt Stroboskoplicht zum Einsatz.

«Ungleich dem Tier hab ich Begriff von meiner Unkenntnis.»

 

Hugo von Hofmannsthal ließ sich – wie oftmals in seinem dramatischen Schaffen, etwa bei «Jedermann» – auch für «Der Turm» von einem berühmten Drama der Weltliteratur inspirieren, nämlich von Pedro Calderón de la Barcas barockem Versepos «Das Leben ein Traum». Calderón erzählt darin von Basilius, König von Polen, dem prophezeit wird, dass sich sein Sohn Sigismund gegen ihn erheben wird, und der diesen deshalb wie ein Tier in einen Turm schließen lässt. Hofmannsthal entfernte sich in seiner Nachdichtung, die es für die Bühne neu zu entdecken gilt, allerdings weit von der spanischen Vorlage: Nach jahrelanger Arbeit lag «Der Turm» in drei unterschiedlichen Fassungen vor und wurde 1928 unter anderem im Münchner Prinzregententheater uraufgeführt. Das Stück sprengte konventionelle Dramenkriterien und gilt bis heute als zentrales Werk des österreichischen Schriftstellers. Thomas Mann bezeichnete das Schauspiel als «ein Werk von außerordentlicher Ausdruckskraft, chaotisch in seiner Schönheit». Vor dem Hintergrund der weltpolitischen Erschütterungen des Ersten Weltkriegs und des Untergangs der Monarchien stellt Hofmannsthal die prinzipielle Legitimität von Machtausübung infrage und zeigt «den Einbruch chaotischer Kräfte in eine vom Geist nicht mehr getragene Ordnung».

Nora Schlocker, Hausregisseurin am Residenztheater, inszeniert dieses vor der Folie des gegenwärtigen europäischen Kriegsgeschehens erschreckend aktuelle Drama Hofmannsthals.

«Es ist ein Stück des Umbruchs, einer Zwischenzeit. Wir schauen mit den Augen Sigismunds, eines fernab der Zivilisation groß gewordenen Menschen, mit den Augen der ‹Unschuld› auf eine Welt voller Gewalt und Egoismus. Hofmannsthal verdichtet die Fragen ‹Was ist der Mensch, ein Tier?› und ‹Was ist Macht und ist sie jemals legitim?› zu einem intensiven Traumspiel, einer sprachlichen Selbstvergewisserung des Menschen. ‹Woher nur so viel Gewalt?› – Sigismunds Frage an den Vater bleibt unbeantwortet in unseren Köpfen.» Nora Schlocker

Trailer

Künstlerische Leitung

Inszenierung Nora Schlocker
Bühne Irina Schicketanz
Kostüme Bettina Werner
Komposition Alexander Vičar
Video Sven Zellner
Licht Gerrit Jurda
Dramaturgie Constanze Kargl