Nora Schlocker

Geboren 1983 in Rum, Österreich, studierte Nora Schlocker an der Hochschule für Schauspielkunst «Ernst Busch» in Berlin Regie. Von 2008 bis 2011 war sie Hausregisseurin am Deutschen Nationaltheater Weimar, von 2011 bis 2014 am Düsseldorfer Schauspielhaus. Zudem entstanden Arbeiten am Maxim Gorki Theater Berlin, am Schauspielhaus Wien, am Schauspiel Stuttgart, am Residenztheater, am Centraltheater Leipzig, am Nationaltheater Mannheim, am Deutschen Theater Berlin und am Staatsschauspiel Dresden. Seit 2015 ist sie Hausregisseurin am Theater Basel. Dort brachte sie u. a. Stücke von Ewald Palmetshofer zur Uraufführung: «Edward II. Die Liebe bin ich» nach Christopher Marlowe, entstanden als Koproduktion mit dem Schauspielhaus Wien und den Wiener Festwochen und eingeladen zum Schweizer Theatertreffen 2016, sowie «Vor Sonnenaufgang» nach Gerhart Hauptmann, eingeladen zu den 43. Mülheimer Theatertagen NRW und zum Heidelberger Stückemarkt 2018.

Ab der Spielzeit 2019/2020 ist sie Hausregisseurin am Residenztheater.

Stücke

Roland Schimmelpfennig beschreibt in präzisen, poetisch verdichteten Miniaturen und Momentaufnahmen lose Begegnungen, beiläufige Gesten und Konversationssplitter auf einer Party und entwirft das kaleidoskopartige Bild einer Gesellschaft, die aufgrund einer Pandemie plötzlich zum Stillstand kommt. Über raffinierte Zeitsprünge, markante Brüche bzw. klug konstruierte Übergänge folgen wir unterschiedlichsten Figuren nach dieser Erschütterung in eine disparate und dissonante Zeit der sozialen Isolation.

Der Kreis um die Sonne
Premiere
Residenztheater
Sa 14 Nov

Mit den Worten «hallo? / hört uns jemand?» eröffnet Ewald Palmetshofer sein Theaterstück, eine hochmusikalische Sprachpartitur. Im Zentrum steht Clara, die nach dem Scheitern ihrer Ehe an einem Wendepunkt angelangt ist und sich ins verlassene Haus ihrer Großmutter zurückzieht. Doch auch dort wird sie von ihrem Leben und der Beziehung zu ihrem 13-jährigen Sohn eingeholt.

Die Verlorenen

Gerhart Hauptmann erzählt in «Vor Sonnenaufgang» von einer Bauernfamilie, deren sozialer Aufstieg mit innerer Verhärtung einhergeht. Ewald Palmetshofer übernimmt Struktur und Figurenkonstellation des Hauptmann'schen Frühwerks und bettet seine Mittelstandsfamilie in einen urbanen Ballungsraum. Sein kluges Familienporträt macht an individuellen Krisen größere gesellschaftliche Zusammenhänge sichtbar: die Unversöhnlichkeit unterschiedlicher ideologischer Positionen.

Vor Sonnenaufgang