Katrin Michaels

Geschäftsführende Dramaturgin

Katrin Michaels studierte Theaterwissenschaft, Neuere deutsche Literatur und Psychologie an der Freien Universität Berlin. Während des Studiums Assistenzen und Hospitanzen u.a. an der Schaubühne am Lehniner Platz, am Maxim Gorki Theater und an den Sophiensaelen. Von 2007 bis 2009 war sie als Dramaturgieassistentin am Schauspiel Hannover engagiert, als Dramaturgin von 2009 bis 2011 am Theater Bielefeld, von 2011 bis 2014 am Düsseldorfer Schauspielhaus und von 2015 bis 2019 am Theater Basel. Zusammenarbeit u.a. mit Thom Luz, Nora Schlocker, Staffan Valdemar Holm, Calixto Bieito, Martin Laberenz und Schorsch Kamerun. 

Stücke

Georg Löffler, Bauernsohn aus dem Inntal, desertiert nicht nur von den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs, sondern steigt auch aus seinem früheren Leben aus. Sein Neuanfang gerät zur Odyssee durch die junge Weimarer Republik, in der er keinen Platz finden kann: Als obdachloser Streuner in Oberbayern, als anonymer Flaneur in München, als Juwelendieb und Bankräuber im Vogtland versucht er, seine Identität und Herkunft hinter sich zu lassen – und mordet brutal alle, die sich ihm auf seiner Flucht in den Weg stellen.

Einer gegen alle
Premiere
Residenztheater
Fr 09 Okt

Die antiken Figuren Kassandra und Prometheus sind in Rittbergers Doppelstück die Sehenden in der aktuellen Flüchtlingstragödie. «Kassandra» erzählt von der humanitären Katastrophe in Form eines Lehrstücks und aus menschlicher Perspektive, in «Prometheus» wird die menschliche Ordnung aus göttlicher Perspektive befragt.

Kassandra/Prometheus. Recht auf Welt

Büchners Lustspiel beginnt als scheinbar klassische Verwechslungskomödie, endet aber als Traumspiel über Sinn und Unsinn des Daseins, den Zweifel an der Wirklichkeit und die Sehnsucht, sich in einen Automaten zu verwandeln. Hausregisseur Thom Luz nimmt es zum Anlass für einen musiktheatralischen Streifzug durch Büchners heiter-verzweifelten Kosmos.

Leonce und Lena

Thom Luz und sein spielendes und musizierendes Ensemble erschaffen im Marstall eine Münchner Fassung der Ives'schen Symphonie «Central Park in the Dark»: einen akustischen Spaziergang zum Olympiapark. Mit dabei: Musik aus verschiedenen Jahrhunderten, berühmte Persönlichkeiten aus Kunst und Wissenschaft – und je dunkler es wird, umso mehr auch flüsternde Stadtgespenster und begrabene bayerische Hunde.

Olympiapark in the Dark

Der Autor und Aktivist Kevin Rittberger entwirft in seinem Stück von 2016 ein Pflegeheim in einer vielleicht gar nicht allzu fernen Zukunft. Ein paar alte, weiße Männer schlurfen noch über den Gang. Wer oder was kümmert sich um sie, wenn die letzte Pflegerin den Dienst quittiert? Mit Galgenhumor beleuchtet Rittberger Ängste und Feindbilder einer aussterbenden Spezies.

Es liest das Ensemble des Residenztheaters. Im Anschluss Gespräch mit Kevin Rittberger.

 

PEAK WHITE oder Wirr sinkt das Volk

Während wir voll Freude die ersten Vorstellungen, die Sie bald wieder auf der Bühne erwarten werden, vorbereiten, möchten wir Sie zu einem ersten Schnupperblick ins Residenztheater einladen: Und zwar – ganz wie im Museum – in Form eines Rundgangs, auf dem bestens vertraute Orte in ein theatrales Licht getaucht werden und sich manche Tür öffnet, die für das Publikum sonst verschlossen bleibt. In Miniaturszenen testen wir, wie sich Momente aus unserem Repertoire in der neuen Lebenssituation anhören,  womöglich ganze neue Resonanzen erleben und wie Schauspieler*innen und Zuschauer*innen sich wieder begegnen können – mit dem gebotenen Sicherheitsabstand, aber auch mit aller Direktheit, die dem Theater eigen ist und die uns in der derzeitigen Vereinzelung so fehlt.

Theaterparcours
16.00 Uhr
So 12 Jul