Graf Öderland

Premiere
Residenztheater
Fr 03 Jul
GRAF ÖDERLAND
Eine Moritat in zwölf Bildern von Max Frisch
Premiere 03. Juli 2020
Residenztheater
Altersempfehlung: ab 14 Jahren

Durch den immer gleichen Arbeitsalltag von sich und dem Leben entfremdet, greift der Kassierer einer Bank zur Axt und mordet. Diese Tat ohne klar ersichtlichen Beweggrund erschüttert Staatsanwalt Martin, der mit diesem Fall betraut ist, nachhaltig. Im Mörder und dessen Tat sieht er sein eigenes Gefangensein in einer von Pflicht, Gesetz und Ordnung dominierten bürgerlichen Existenz gespiegelt. Schlagartig nimmt den Staatsanwalt eine Urangst gefangen und treibt ihn zur Flucht in die mythische Welt eines mysteriösen Alter Ego: in die Welt des Grafen Öderland.


Als Graf Öderland beginnt Martin mit der Axt in der Hand einen blutigen Feldzug gegen den gesellschaftspolitischen Status quo. Innerhalb kürzester Zeit wird er zum Befreiungshelden, hinter dem sich Benachteiligte und Unzufriedene zu einer großen Anhängerschaft formieren. Tief unten in der Kanalisation wird die Revolte gegen die herrschende Macht und deren System geplant. Schließlich stürzt er – ohne Rücksicht auf Verluste in den eigenen Reihen – sogar die Regierung.

 

«Es gibt Augenblicke, wo man sich wundert über alle, die keine Axt ergreifen.»

 

Max Frisch bezeichnete «Graf Öderland» als sein liebstes Stück. Angesichts gegen- wärtiger politischer Veränderungen und der damit einhergehenden Unzufriedenheit mit den amtierenden Regierungen wird die Figur des Grafen zum spannungsgela- denen Vexierbild: Ist er lebensbejahender Befreiungsheld oder machthungriger Despot ohne politische Vision? Der Schweizer Regisseur Stefan Bachmann, seit 2013 Intendant des Schauspiel Köln, widmet sich mit «Graf Öderland» einem Stoff, der das Bedürfnis nach Befreiung von gesellschaftspolitisch etablierten Formeln und Codes untersucht, dabei aber auch in die Untiefen des Unbewussten hinabsteigt, um dessen überwältigende Macht auszuloten.

 

Eine Koproduktion von Residenztheater und Theater Basel

Besetzung

Linda Blümchen
Klaus Brömmelmeier
Mario Fuchs
Julius Schröder
Moritz von Treuenfels
Sven Kaiser
Musiker

Künstlerische Leitung

Inszenierung Stefan Bachmann
Bühne Olaf Altmann
Kostüme Esther Geremus
Musikalische Leitung Sven Kaiser
Licht Roland Edrich
Choreographie Sabina Perry
Dramaturgie Barbara Sommer