Stephen Delaney

Stephen Delaney, Pianist, Liedbegleiter, Dirigent, Coach und Pädagoge, wurde in Sydney, Australien geboren. Er konzertierte auf zahlreichen Festivals, darunter das Banff Chamber Music Festival (Kanada) und Wien Modern. Darüber hinaus spielte er im Musikverein Wien und im Wiener Konzerthaus, in der National Concert Hall in Dublin, beim Haydn Festival in Eisenstadt, bei den Internationalen Maifestspielen in Wiesbaden und beim Austrian Cultural Forum in Istanbul und Teheran.

Als Liedbegleiter trat er in zahlreichen Liederabenden mit Sänger:innen wie Gundula Janowitz, Birgid Steinberger, Ramón Vargas und Max Emanuel Cencic auf. Seine langjährige Zusammenarbeit mit Gundula Janowitz als Pianist für Meisterklassen in ganz Europa war prägend in der Entwicklung seiner Leidenschaft für das Kunstlied, für das Stephen Delaney in Europa, Asien und Australien fortan regelmäßig Meisterkurse leitet. 2011 entstand eine vielgelobte Aufnahme von Schuberts »Die schöne Müllerin« mit Erwin Belakowitsch.

Bis 2015 war Stephen Delaney Fakultätsmitglied an der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und 2015‒2020 Direktor von OperAvenir, dem Opernstudio am Theater Basel. Während dieser Zeit übernahm er die Musikalische Leitung zahlreicher erfolgreicher Produktionen, darunter »Die Genesung der Grille« von Richard Ayres, »Der Teufel mit den drei goldenen Haaren« von Stefan Johannes Hanke, »Romeo und Julia« von Boris Blacher, »Trouble in Tahiti« von Leonard Bernstein, »Der Kaiser von Atlantis« von Viktor Ullmann sowie die Uraufführungen von Dai Fujikuras »Der Goldkäfer« und der Familienoper »Schellen-Ursli«, für die Marius Felix Lange Libretto und Musik schuf. Bei der Uraufführung »Andersens Erzählungen« mit Musik von Jherek Bischoff und einem Libretto von Jan Dvořák wie auch bei »Le vin herbé« von Frank Martin war er Musikalischer Assistent. In Zusammenarbeit mit dem Sinfonieorchester Basel (SOB), der Basel Sinfonietta und der Paul-Sacher-Stiftung initiierte und etablierte er zudem die Konzertreihe »Sachers musikalische Wunderkammer« am Theater Basel.

Aktuell ist Stephen Delaney Teil des Lehrkörpers der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, wo er die Verantwortung für besondere Projekte trägt. In Zusammenarbeit mit dem Schweizer Radio SRF 2 und Prospero Classical veröffentlichte er 2022 die CD »matters of the heart«, eine Einspielung mit Liedern von Robert Schumann und Richard Strauss zusammen mit der Sopranistin Sarah Brady. Im selben Jahr war er Assistent von Titus Engel für die Produktion »Bluthaus« von Georg Friedrich Hass an der Bayerischen Staatsoper und von Alistair Digges für »La traviata« an der Reisopera in Holland.

Mit Beginn der Spielzeit 2023/2024 übernimmt Stephen Delaney die Künstlerische Leitung des neuen Opernstudios mit den Schwerpunkten Spieloper und Operette am Gärtnerplatztheater.

Am Residenztheater ist er in der Spielzeit 2023/24 die musikalische Leitung von »Andersens Erzählungen«, dem Musiktheaterstück von Jherek Bischoff, Jan Dvořák und Philipp Stölzl.

Stand: November 2023

Stücke

An einem stürmischen Abend im Jahr 1836 erscheint Hans Christian Andersen uneingeladen im Haus seines Jugendfreundes Edvard Collin, der am nächsten Tag seine Verlobte Henriette heiraten wird. Andersen ist durch Wind und Wetter gereist, um Edvard erneut seine Liebe zu gestehen. Der Empfang der Familie ist frostig, der Bräutigam selbst außer Haus beim Junggesellenabschied. Einzig Henriette fühlt sich von dem außergewöhnlichen Charme des Gasts angezogen, der stets umgeben von seinen eigenen Märchenfiguren in einer Fantasiewelt lebt. Er verzaubert das nüchterne Zimmer in eine schillernde Unterwasserlandschaft und in überirdisch schöne Schlösser. Und er beginnt, der Braut des Freundes das Märchen der kleinen Meerjungfrau zu erzählen: Entflammt von der Liebe zu einem Prinzen möchte sie ein Mensch werden und ist bereit, dafür ihre Stimme und ihre Heimat zu opfern – und so ihr Leben aufs Spiel zu setzen.

Andersens Erzählungen
WITH ENGLISH SURTITLES
Residenztheater, 19.30 Uhr
Sa 27 Apr
Residenztheater, 18.30 Uhr
Do 09 Mai

Der chilenische Autor und Regisseur Guillermo Calderón untersucht in seinem neuen Stück humorvoll und bissig die Tücken interkultureller Verständigung. Während der Proben zu einem Chorkonzert mit deutschen und chilenischen Volksliedern erzählt er, welche Beziehung sich in mehreren Auswanderungswellen seit dem 19. Jahrhundert entwickelt hat und entlarvt nebenbei die Scheinheiligkeit so manch guter Absicht.

Bavaria

Die Seelsorgerin Claire Fletcher muss miterleben, wie ein junger Mann einen Anschlag auf ihren Chor verübt und vor ihren Augen dessen Mitglieder aus der Mitte ihrer Gemeinschaft und dem Leben reißt. Besessen von dem Gedanken zu verstehen, wie diese von Hass und Rassismus getriebene Tat mit ihrer Überzeugung eines liberalen, offenen und emphatischen Miteinander zu vereinbaren ist, werden die Ereignisse zum Ausgangspunkt ihrer Suche nach Antworten. Bei jeder Vorstellung trifft ein anderer Chor auf die beiden Schauspieler*innen, die dann gemeinsam mit dem Publikum Claires Begegnungen auf ihrem Weg begleiten.

Die Ereignisse
RESI FÜR ALLE
Marstall, 20.00 Uhr
Heute
mit dem Frauenchor der Polizei
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