Alexander Eisenach
Alexander Eisenach, geboren 1984 in Ostberlin, arbeitet als freier Regisseur und Autor. Seit 2023 ist er Hausregisseur am Residenztheater München. Er arbeitet außerdem regelmäßig am Deutschen Theater Berlin, dem Schauspiel Stuttgart und dem Staatstheater Kassel. Für die Inszenierung seines Stücks «Der Kalte Hauch des Geldes» am Schauspiel Frankfurt erhielt er 2016 den Kurt-Hübner-Preis für junge Regie. 2021 war er für seine Ödipus Überschreibung «Anthropos, Tyrann (Ödipus)» an der Volksbühne Berlin für den Nestroy Preis in der Kategorie «Beste Aufführung im deutschsprachigen Raum» nominiert.
Am Residenztheater inszenierte er zuletzt «Der Untertan» nach Heinrich Mann, «Sankt Falstaff» von Ewald Palmetshofer und «Götz von Berlichingen» nach Johann Wolfang von Goethe. Außerdem verantwortet er die interdisziplinären Reihen «Im Dickicht der Stadt» und «Peforming Science», die aus einer Kooperation des Residenztheaters mit der LMU entstehen.
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Mit seinem 1797 verfassten Meisterstück war Ludwig Tieck seiner Zeit weit voraus: Bei ihm wird das Märchen vom gestiefelten Kater zu einem absurd-komischen »Theater auf dem Theater«, das die Grenzen zwischen Bühne und Realität lustvoll sprengt.
Der gestiefelte KaterGoethes Frühwerk ist ein maßloses szenisches Epos. Mit seinen über fünfzig Schauplätzen, mehreren Parallelhandlungen und der riesigen Personage sprengte der 22-jährige Dichter alle gängigen Theaterkonventionen seiner Zeit. Für die einen ist Götz ein Freiheitskämpfer, der sich den von feudaler und klerikaler Willkür geprägten Verhältnissen mit ≪eiserner Faust≫ entgegenstellt. Für die anderen aber ist er ein rückwärtsgewandter Reaktionär, der sich an eine überkommene Gesellschaftsform klammert und jede Veränderung kategorisch ablehnt.
Götz von BerlichingenIntrigen, Verschwörungen, politische Ränkespiele – Schillers Trauerspiel zeigt den Machtkampf zwischen der englischen Königin Elisabeth I. und der schottischen Königin Maria Stuart. Was aber, wenn nur der Zufall über Macht und Ohnmacht entscheidet? Dann könnten die Rollen auch «getauscht» werden. So wird bei jeder Vorstellung gelost, welche der beiden Schauspielerinnen die Siegerin oder die Besiegte verkörpert.
Maria StuartJeder kannte ihn als Exzentriker mit Hundedame Daisy auf dem Arm, als Talkshowgast und Gesellschaftsmenschen. Wie sein Vorbild, Bayerns Märchenkönig Ludwig II., liebte er den Glanz, die Opulenz, das Überbordende. Alexander Eisenachs Revue ist eine Hommage an ein Münchner Original: den Modezaren, Wohl täter und Paradiesvogel Rudolph Moshammer.
MOSI - The Bavarian DreamSprachlich geschliffen und mit widerständigem Witz übersetzt der österreichische Dramatiker Ewald Palmetshofer Shakespeares Königsdrama «King Henry IV» in die aktuelle Gegenwart erodierender Demokratien.
Sankt FalstaffHeinrich Manns 1914 erschienener hellsichtiger Bildungsroman «Der Untertan» porträtiert mit bitterbösem Humor das Wilhelminische Kaiserreich und sein sich selbst feierndes und von nationalistischen Großmachtfantasien träumendes Bürgertum. Manns Protagonist Diederich Heßling ist ein Opportunist ohne Rückgrat und Zivilcourage. Nur am Stammtisch vergisst er seine Unsicherheit und schwingt sich zu nationalen Reden auf. Doch Mann zeichnet Heßling nicht als Witzfigur, sondern als eine komplexe, von blindem Autoritätsglauben geprägte und am Ende deformierte Persönlichkeit.
Der UntertanMit der Frage »Wie schützt der Mensch sich vor sich selbst?« starten das Residenztheater und die Ludwig-Maximilians-Universität München in die zweite Spielzeit ihrer Kooperation. Wissenschaft und Theater als ein Kontinuum der Weltzugänge zu begreifen, das bedeutet, auf der Bühne zu forschen und das Geschichtenerzählen in den Wissenschaften zu entdecken.
Wie schützt der Mensch sich vor sich selbst?