Sibylle Canonica

Sibylle Canonica erhielt ihre Ausbildung an der Folkwang-Hochschule für Musik Theater Tanz in Essen. Sie spielte am Oldenburgischen Staatstheater, am Schiller Theater Berlin, am Staatstheater Stuttgart, am Düsseldorfer Schauspielhaus und an den Münchner Kammerspielen. Mit Dieter Dorn wechselte sie von dort an das Residenztheater. Sie gastierte regelmäßig bei den Wiener Festwochen und Salzburger Festspielen und arbeitete u. a. mit George Tabori, Hans Lietzau, Peter Zadek, Thomas Langhoff, Dieter Dorn, Werner Herzog, Franz Xaver Kroetz, Jan Bosse, Barbara Frey, David Bösch, Herbert Fritsch, Timofej Kuljabin, Tina Lanik, Bernhard Mikeska, Ivica Buljan, Martin Kušej und Michael Thalheimer.

Zu sehen in

«Agnes Bernauer», uraufgeführt 1977 in der DDR, beginnt als Märchen im Zeitraffer. Die Folie des Märchens dient Franz Xaver Kroetz als Mittel, gesellschaftliche Verhältnisse unter die Lupe zu nehmen. Die empathische und engagierte Agnes Bernauer muss ihr Gewissen befragen, ob es ein richtiges Leben im falschen geben kann.

Agnes Bernauer
Cuvilliéstheater, 19.30 Uhr
Di 14 Dez
Cuvilliéstheater, 19.30 Uhr
Mo 10 Jan
Cuvilliéstheater, 19.30 Uhr
Do 13 Jan
Cuvilliéstheater, 19.30 Uhr
Sa 15 Jan
Cuvilliéstheater, 19.30 Uhr
Di 18 Jan
Cuvilliéstheater, 19.30 Uhr
Do 20 Jan
Cuvilliéstheater, 19.30 Uhr
Mi 26 Jan
Cuvilliéstheater, 19.30 Uhr
Do 27 Jan

«Dantons Tod» basiert auf historischen Quellen der Französischen Revolution, deren Maxime der «Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit» unser Verständnis moderner europäischer Demokratien geformt hat. Büchner erzählt aber nicht vom triumphalen Anfang, als der Kampf dem Volk galt, sondern fokussiert auf das Ende der sogenannten Schreckensherrschaft der Jakobiner 1794, als die Revolution nur noch Terror der Guillotine bedeutet.

Dantons Tod

Mit den Worten «hallo? / hört uns jemand?» eröffnet Ewald Palmetshofer sein Theaterstück, eine hochmusikalische Sprachpartitur. Im Zentrum steht Clara, die nach dem Scheitern ihrer Ehe an einem Wendepunkt angelangt ist und sich ins verlassene Haus ihrer Großmutter zurückzieht. Doch auch dort wird sie von ihrem Leben und der Beziehung zu ihrem 13-jährigen Sohn eingeholt.

Die Verlorenen

In ihrer 2016 erschienenen autobiografischen Erzählung «Erinnerung eines Mädchens» unternimmt die französische Autorin Annie Ernaux den Versuch, einem zutiefst prägenden Ereignis in ihrem Leben auf die Spur zu kommen. Was ist ihr, der damals achtzehnjährigen jungen Frau, im Sommer 1958 widerfahren? Zwischen Erinnerungsbruchstücken, Tagebuchaufzeichnungen, Briefen und jahrzehntealten Fotografien unternimmt die Autorin eine nahezu forensische Analyse des Geschehenen, seiner Auswirkungen und der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und sexuellen Doppelmoral, die Männern und Frauen gänzlich unterschiedliche Formen der «Freiheit» zuzusprechen respektive zu verwehren pflegt. «Erinnerung eines Mädchens» zeigt die schmerzhafte Auseinandersetzung der fast Achtzigjährigen mit sexueller Scham, Ohnmacht und Selbstermächtigung und ist – kurz vor dem Beginn der #MeToo-Bewegung erschienen – ein berührendes und zutiefst politisches Dokument vom Ende des Schweigens.

Erinnerung eines Mädchens
Marstall, 20.00 Uhr
Di 28 Dez
Marstall, 20.00 Uhr
Sa 08 Jan
Marstall, 20.00 Uhr
Mi 12 Jan
Marstall, 20.00 Uhr
Mo 17 Jan

Ein goldenes Zeitalter scheint mit dem Ableben des dänischen Königs ein Ende zu finden. Sein Nachfolger versucht die aufkeimenden Konflikte mit Diplomatie zu beschwichtigen, doch Prinz Hamlet will den Onkel als Thronfolger und neuen Mann der Mutter nicht akzeptieren. Während das Volk willens scheint, sich von der Illegitimität des neuen Machthabers überzeugen zu lassen, will Hamlet dessen Platz aber auch nicht einnehmen – und sabotiert so, vielleicht unbewusst, die tradierte Vorstellung der politischen Ordnung an sich. Ist Hamlet der legendäre Zauderer, der nicht genug Mut zum Handeln hat, oder findet er sich vor den Trümmern eines hoffnungslos veralteten Regierungssystems wieder? Sind die Verschwörungen und Intrigen, die er aufdeckt, das eigentliche Wesen der Politik als Theaterbühne – oder sind sie vielmehr Halluzinationen eines trauernden Sohns und politikverdrossenen Studenten?

Hamlet
Residenztheater, 18.00 Uhr
So 12 Dez