Jonas Alsleben
Jonas Alsleben ist Filmemacher und freier Videokünstler, er lebt in München. Von 2014 bis 2021 unterrichtete Alsleben an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main im Studiengang Regie den Umgang mit Medien im Theater. Seit 2020 ist er Leiter der Videoabteilung am Bayerischen Staatsschauspiel in München.
Jonas Alsleben studierte an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg und an der Universität der Künste in Berlin. Seine Arbeiten waren unter anderem in der Kunsthalle Bremen, im ZKM in Karlsruhe und im Kunstmuseum Basel zu sehen. Als Videokünstler war er seit 2008 für diverse Opern- und Theaterproduktionen engagier und hat unter anderem bei den Salzburger Festspielen, am Thalia Theater Hamburg, am Schauspiel Frankfurt, am Residenztheater München, am Schauspiel Stuttgart, am Theater Basel, auf Kampnagel Hamburg, am Staatstheater Kassel, am Schauspielhaus Graz, am Theater Bremen und am Staatstheater Hannover gearbeitet. Alsleben hat u. a. mit den Regisseur*innen Claudia Bauer, Thom Luz, Lydia Steier, Martin G. Berger, Elsa-Sophie Jach, Bastian Kraft, Simon Stone, Oliver Reese, Hanna Müller, Felicitas Brucker und Schorsch Kamerun zusammengearbeitet.
Stücke
Das Rehkitz Bambi ist keineswegs eine Schöpfung von Walt Disney, sondern die des Wiener Schriftstellers Felix Salten. Als passionierter Jäger schildert er in seiner »Lebensgeschichte aus dem Walde« von 1922 den rauen Kreislauf des Lebens von Bambis Geburt bis ins hohe Alter. Wie jeder neue Tag im Wald eine existenzielle Challenge für die Tierwelt bereithält, erzählt der Musiker und Regisseur Schorsch Kamerun mit seinem Ensemble in einer bunten und gefährlichen Revue.
BambiHollywood, Glamour, Verführung: Im Spiel «Daddy» wird Mara zum Star. Doch je tiefer sie in die schillernde Traumwelt eintaucht, desto mehr
verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion. Marion Siéfert und Matthieu Bareyre verwandeln die Bühne in ein virtuelles Spielfeld und entlarven die Verheißungen und Abgründe der digitalen Welt.
Die «Freiheit zu handeln» bildet den Kern von Jean-Paul Sartres philosophischem Denken. Was diese Freiheit für den Einzelnen bedeutet, zeigt er exemplarisch in «Die Fliegen» – Sartres Überschreibung von Aischylos' zweiten Teil der «Orestie». Soll sich der aus dem Exil heimgekehrte Orest für den Mord an seinem Vater Agamemnon rächen? Und falls ja, welchen Preis ist er bereit, dafür zu zahlen?
Die FliegenDer Münchner Publikumsliebling und Ausnahmeschauspieler Manfred Zapatka in einer der ganz großen Titelfiguren William Shakespeares: König Lear. Es ist die Charakterstudie eines alternden, unberechenbaren Patriarchen und Tyrannen.
König LearFür das Talent und die Träume der heranwachsenden Tove ist im Kopenhagener Arbeiterviertel Vesterbro der 1920er-Jahre kein Platz. Mit vierzehn Jahren muss sie die Schule verlassen und gegen ihren Willen als Hausmädchen, später als Bürogehilfin arbeiten. Dennoch gibt sie sich nicht geschlagen, publiziert anfänglich Gedichte und Erzählungen und sucht ihre Befreiung unbeirrt im eigenen Schreiben. Tove Ditlevsen erzählt in der «Kopenhagen-Trilogie» immer entlang der eigenen Biografie von der Flucht aus einem komplizierten Alltag in die Narration und webt dabei Realität und Fiktion raffiniert ineinander. Ihre gleichnamige Ich-Erzählerin berichtet ebenso humorvoll wie lakonisch von Privatem, das nichtsdestotrotz politisch ist.
Die Kopenhagen-TrilogieRainald Goetz, der vielfach ausgezeichnete Ausnahmeautor, hat die Uraufführung seines neuesten Theatertexts Hausregisseurin Elsa-Sophie Jach anvertraut. Der Text ist eine wilde Mischung der Genres: Tagebuch und Requiem, verwoben mit Szenen aus einem wahnwitzigen Drehbuchvorhaben mit Helmut Dietl und Franz Xaver Kroetz, dem Goetz das Stück auch widmet. Und er erweist darin seiner bayerischen Heimat Reverenz, der Stadt München genauso wie dem Voralpenland. Verspielt, poetisch, abgründig, absolut undramatisch – und selbstredend genial.
LapidariumDer österreichische Dramatiker Werner Schwab gilt als radikaler Erneuerer des Volksstücks und Sprachvirtuose. Für seine Komödie «Die Präsidentinnen» schuf er mit Erna, Grete und Mariedl drei unverwechselbare Frauenfiguren, die mit böser Bauernschläue und rasanter Sprachakrobatik ihren bescheidenen Platz im Leben zu verteidigen suchen und dabei über ihren Größenwahn stolpern.
Die PräsidentinnenZwei Hausfrauen aus der Provinz verabreden sich an einer Autobahnraststätte mit zwei Männern in Tierkostümen zu anonymem Sex auf der Damentoilette, um endlich das Animalische in sich freizulegen. Ihre Ehemänner bekommen davon Wind, stülpen sich die Kostüme über, und den Frauen bleibt statt »tierisch gutem Sex« nur die Erkenntnis, anstelle eines Seitensprungs wieder nur monogamen Sex erlebt zu haben. Elfriede Jelinek verfasste mit ihrer Komödie eine feministische Travestie auf Mozarts »Così van tutte« und variiert die klassischen Topoi Natur und Kultur.
Raststätte oder Sie machens alleDie Geschichte des raffinierten Fuchs Reineke bringt Regisseur und Punkmusiker Schorsch Kamerun mit einem bunten, spiel- und sangeswütigen Ensemble für alle Menschen ab zehn Jahren auf die Bühne. Goethe selbst war seit seiner Kindheit fasziniert von dem Tierepos und verfasste 1794 unter dem Eindruck der sich stark verändernden gesellschaftlichen Ordnung eine eigene Version in Versen.
Reineke FuchsRomeo und Julia setzen die Sprache der Liebe gegen den Krieg ihrer Verwandten, die Sprache des Dolchs. Schaffen sie es, ein Beispiel zu setzen gegen die unversöhnliche Feindschaft, die in Verona herrscht? Die Hausregisseurin Elsa-Sophie Jach inszeniert die berühmteste Liebesgeschichte der Welt und den Tanz auf dem Vulkan, der ihre Hauptfiguren mitreißt, mit viel Musik und heißen Herzen neu.
Romeo und Julia