Claudia Bauer

Claudia Bauer, geboren in Landshut, studierte Schauspiel und Regie an der Hochschule für Schauspielkunst «Ernst Busch» in Berlin. Von 1999 bis 2004 war sie künstlerische Leiterin des Theaterhaus Jena, anschließend Hausregisseurin am Neuen Theater Halle. Sie inszenierte u.a. an den Münchner Kammerspielen, am Schauspiel Graz, am Schauspiel Staatstheater Stuttgart, an der Berliner Volksbühne, am Theater Magdeburg und am Theater Dortmund. An der Hochschule für Schauspielkunst «Ernst Busch» Berlin hatte sie eine Gastprofessur im Bereich Schauspiel und Regie inne. 2013 inszenierte sie am Schauspiel Leipzig die mehrfach ausgezeichnete Uraufführung «Und dann» von Wolfram Höll. Seit 2014 ist Claudia Bauer Hausregisseurin am Schauspiel Leipzig und wurde 2017 mit ihrer Inszenierung von Peter Richters «89/90» zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Am Theater Basel inszenierte sie PeterLichts «Der Menschen Feind» und seine zweite Molière-Überschreibung «Tartuffe oder das Schwein der Weisen», die zum Berliner Theatertreffen 2018 eingeladen wurde und ab 18. April 2020 am Residenztheater zu sehen sein wird.

Stücke

Argan bildet sich nicht nur ein, krank zu sein, sondern ist es tatsächlich: er leidet an Hypochondrie. So kann und will er sich nicht anders zu seinem sozialen Umfeld ins Verhältnis setzen als über sein Leid, um das er in tyrannischer Selbstbespiegelung kreist. PeterLicht seziert gewohnt sprachverspielt sowohl den Individual- als auch den Gesellschaftskörper und bricht das letzte Tabu neoliberaler Selbstoptimierer – das der Sterblichkeit.

Der eingebildete Kranke oder das Klistier der reinen Vernunft

PeterLicht operiert mit dem Personal des Molière'schen Originals, seine literarischen Nachfahren sind allerdings einem Übermaß an Freiheit(en) ausgesetzt: In säkularen Zeiten herrscht der Horror Vacui und so erhofft und fürchtet die «sozial miteinander connectete Skulptur» das Erscheinen Tartuffes, der als Wunschmaschine und Projektionsfläche dient.

Tartuffe oder Das Schwein der Weisen
Premiere
Residenztheater
Sa 18 Apr