Deutschlandpremiere von Romeo Castelluccis "Go down, Moses" am Resi

Gastspiel am 12. + 13 März

Am 12. + 13. März zeigt das Residenztheater die Deutschlandpremiere von Romeo Castelluccis "Go down, Moses", das in wuchtigen Bildern und mit der Kraft des biblischen Textes von den Unsicherheiten der alttestamentarischen Figur erzählt, von einer Mutter, die ihr Kind aussetzt und verlässt, vom Goldenen Kalb als zentraler Metapher unserer Gesellschaft und vom Motiv des Exodus. Der Vorverkauf läuft, sicher Sie sich jetzt Ihre Karten!

"Go down, Moses" beschäftigt sich mit unterschiedlichen Momenten aus dem Leben von Moses, wie sie im Alten Testament geschildert werden. Der Prophet des Monotheismus soll wie die berühmte Skulptur Michelangelos in Freuds Interpretation als Mensch gewordener Prophet gezeigt werden. Er soll als Mensch dargestellt werden, der angesichts der schwierigen, von Gott auferlegten Aufgaben gezwungen ist, zu reagieren: angefangen von seiner Aussetzung als Neugeborenes in den Wassern des Nils, über den brennenden Dornbusch, in dem sich der blendende Glanz der Herrlichkeit Jahwes offenbart, und seine vierzig Tage auf dem Berg Sinai, wo er die in Stein gehauenen zehn Gebote entgegen nimmt, bis zu seiner Rückkehr, als er sein verführbares Volk ums Goldene Kalb tanzen sehen muss. Der Titel erinnert an das berühmte Spiritual, das amerikanische Sklaven sangen, die im jüdischen Volk ein Symbol und einen Vorboten ihrer Rückkehr nach Afrika sahen, ganz so wie die Israeliten aus Babylonischer Gefangenschaft und - dank Moses - von der Verbannung nach Ägypten befreit wurden. Heute kann dieses Lied der amerikanischen Sklaven eine neue Bedeutung erlangen als Bild für unseren Zustand psychischer Sklaverei und der Verbannung aus dem Sein.

Die Performance "Go down, Moses" setzt sich aus Tableaus und Fragmenten zusammen, die von zwei gegensätzlichen Motiven bestimmt werden: dem brennenden Dornbusch als das wahre Bild, das alle und jede Repräsentation negiert - "Ich bin der, der ich bin" - und von dem Goldenen Kalb, das im Gegen- satz dazu das täuschende Bild repräsentiert, das den gleichen Satz veranschaulicht. Alles, was dazwischen liegt, ist das Ziel dieser Arbeit. 

Romeo Castellucci (*1960), italienischer Regisseur, Autor, Bühnen- und Kostümbildner, gründete 1981 zusammen mit Chiara Guidi und Claudia Castellucci die Theaterkompanie Socìetas Raffaello Sanzio, mit der er seit vielen Jahren auf den wichtigsten internationalen Theaterfestivals gastierte, wie z.B. dem Festival d’Avignon, wo er 2008 seine berühmte Interpretation von Dantes "Göttliche Komödie" inszenierte. 2010 produzierte das Festival Theater der Welt seine radikale und kontroverse Aufführung "Über das Konzept des Angesichts bei Gottes Sohn", die 2011 auch beim Festival Spielart in München zu sehen war.

 

Go down, Moses

Go down, Moses

von Romeo Castellucci

Bild

GO DOWN, MOSES (FOTOGALERIE)