Es waren ihrer sechs

Premiere
Marstall
Jan 2021
ES WAREN IHRER SECHS
nach dem gleichnamigen Roman von Alfred Neumann in einer Bearbeitung von Tomasz Śpiewak
Uraufführung
Premiere Jan 2021
Marstall
Altersempfehlung: ab 14 Jahren

1943 in Los Angeles liest der aus Deutschland emigrierte Autor Alfred Neumann im «Time Magazine» von den Flugblattaktionen der Weißen Rose und der Hinrichtung von Sophie und Hans Scholl. Er lässt einige Fakten in einen Roman über den deutschen Widerstand einfließen, für den er bereits seit Mitte der 1930er-Jahre recherchiert: Er gibt seinen Hauptfiguren die Vornamen der Geschwister und orientiert Zeit und Ort der Handlung an dem real existierenden Fall.

 

Der polnische Regisseur Michał Borczuch und der Dramaturg und Autor Tomasz Śpiewak machen den Roman zum Ausgangspunkt einer eigenen Recherche über jugendlichen Widerstand und begeben sich gemeinsam mit dem Ensemble in die Traumwelt der Köpfe der Hingerichteten. Von Neumann erfundene Erinnerungen, konkrete Münchner Orte und historisch überlieferte Situationen liefern Anhaltspunkte für den Versuch einer Rekonstruktion der Gedankenwelt der berühmtesten Widerstandsgruppe Deutschlands. Den faktischen Dokumenten, wie den Texten der Flugblätter selbst, stellt er nicht nur die fiktionale Annäherung an ihre Entstehung und Vorgeschichte gegenüber, sondern auch die Frage, inwieweit eine solche Tat im Nachhinein überhaupt nachvollzogen werden kann – sei es, weil man die Lebenswirklichkeit der NS-Diktatur nicht erlebt hat, sei es weil man das Alter für jugendlichen Protest bereits hinter sich gelassen hat.

 

Michał Borczuch hat eine der markantesten Handschriften der gegenwärtigen polnischen Theaterszene und spielt in seinen Arbeiten mit dem Grenzbereich zwischen Authentizität und Fiktion genauso wie mit den Interdependenzen von Leben und Theater. Er zeigt mit «Es waren ihrer sechs» seine erste Arbeit in München.

Künstlerische Leitung

Inszenierung Michał Borczuch
Bühne und Kostüme Dorota Nawrot
Musik Bartosz Dziadosz
Licht Jacqueline Sobiszewski
Video Wojciech Sobolewski
Dramaturgie Tomasz Śpiewak, Michael Billenkamp