Michał Borczuch

Michał Borczuch wurde 1979 in Krakau geboren. Seit 2005 inszeniert er auf polnischen und ausländischen Bühnen. Er arbeitet sowohl mit professionellen Schauspielgruppen als auch mit Amateuren zusammen. Seine Interessen reichen von freien Adaptionen klassischer Werke bis hin zu Projekten, die aus Themen und Recherchen rund um die lokale Gemeinschaft hervorgehen. Die Hybridität seiner Inszenierungen, die sich zwischen Autobiografie und Fiktion bewegen, die zusammengesetzte Collage aus nebeneinander existierenden Zeitlichkeiten und Ereignissen sowie das Spannungsfeld verschiedener Intimitäten bilden sowohl den Ursprung des kreativen Prozesses als auch den eigentlichen Gehalt der Performances. Eines ist für ihn offensichtlich: Die Begegnung und die gemeinsame Erfahrung stehen am Anfang des Schaffensprozesses.

Im Falle einer literarischen Adaption ist es ihm wichtig, den Text zu formen, wobei er manchmal einige Schlüsselszenen weglässt und andere einfügt, die aus den Erfahrungen der Mitglieder des künstlerischen Teams stammen, um die Schwachstellen zu beleuchten und das Werk zu beleben. In «My Struggle» beschloss Borczuch, Leser zu filmen, die sich zu dem gleichnamigen Roman von Karl Ove Knausgård äußern, den er für die Bühne adaptierte. Ein Teil des Filmmaterials, das während der Treffen mit diesen Lesern aufgenommen wurde manchmal unter Mitwirkung des Regisseurs, sowie andere Sequenzen, die sich auf die Worte eines bestimmten Lesers konzentrieren, werden während der Aufführung projiziert. 

Für Borczuch finden die Proben nicht mehr am Rande des Spektakels statt, sondern stehen oft im Rampenlicht der Bühne. Dieses Konzept zeigt sich in Borczuchs «All About My Mother»,hier verbindet er die Autobiografien von Regisseur und Schauspieler und macht so den kreativen Prozess, seine Schwierigkeiten sowie die Fragilität von Erinnerung sichtbar. Seit 2018 widmet er sich zudem in Inszenierungen wie «Frosch» und «Eine Wohnung auf dem Uranus» verstärkt Themen der queeren Community.

In Borczuchs Werken ist stets eine filmische Qualität präsent (in der Art, wie er Schauspieler führt und mit Video arbeitet). Bevor er Bildende Kunst und Theater studierte, erwog er, an eine Filmhochschule zu gehen. Das Kino ist ein Raum, der nicht sein eigener ist und doch seine Inszenierungen durchdringt und auf die Bühne vordringt. Schließlich erschien 2017 der unabhängige Spielfilm «Komodo Dragons». Der Film verbindet eine metaphorische Handlung über Eltern, die planen, ihren Sohn als Opfer zu töten, mit dokumentarischen Improvisationen einer Gruppe autistischer Erwachsener. Dieser filmische Weg ist noch offen.

Er arbeitet in Polen und im Ausland (Mladinsko Gledališče Ljubljana, Theater Basel, Dramos Teatras Klaipeda, Residenztheater München).

Zu sehen in

Freddie Mercury, der Frontmann der legendären britischen Rockband Queen, verbrachte von 1979 bis 1985 viel Zeit in München. Er bewohnte hier mehrere Wohnungen, schloss enge Freundschaften und nahm sein erstes Soloalbum auf. Was zog ihn an die Isar? Die Liebe, das wilde Nachtleben und die vielen Treffpunkte der Gay-Community? Die Musicland Studios von Giorgio Moroder und ihre bahnbrechenden Innovationen in elektronischer Musik? Oder wollte er sich einfach nur den rigiden britischen Steuergesetzen entziehen?

 

Mercury
19.30 Uhr Einführung
Marstall, 20.00 Uhr
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19.30 Uhr Einführung
Marstall, 20.00 Uhr
Mo 15 Juni
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Marstall, 20.00 Uhr
So 28 Juni
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