Michał Borczuch

Geboren 1979 in Krakau, studierte Michał Borczuch Grafik an der Akademie der Bildenden Künste und anschließend Regie an der staatlichen Theaterakademie in Krakau bei Krystian Lupa. 2004 debütierte er am Stary Teatr in Krakau. 2012 bis 2013 war er Protégé der Rolex Mentor and Protégé Arts Initiative. Die meisten seiner Arbeiten entstanden am Stary Teatr in Krakau, am TR und am Nowy Teatr in Warschau sowie am Teatr Polski in Breslau. 2012 inszenierte er am Düsseldorfer Schauspielhaus erstmals im deutschsprachigen Raum. 2016 war er mit seiner preisgekrönten Inszenierung «Apokalypse» über europäische Identität in Zeiten der Flüchtlingsbewegungen beim Theaterfestival Basel sowie 2018 mit «The Call of Cthulhu (Cthulhus Ruf)» im Rahmen der internationalen Autorentheatertage Radar Ost am Deutschen Theater Berlin eingeladen. 2017 erhielt er den wichtigsten polnischen Theaterpreis «Paszport Polityki».

In der Spielzeit 2020/2021 inszenierte er «Es waren ihrer sechs» als Film für «Resi streamt». Die Inszenierung ist in der Spielzeit 2021/2022 live im Marstall zu sehen.

Stücke

Im Zentrum des 1945 erschienenen Romans «Es waren ihrer sechs» von Alfred Neumann steht die Idee vom jugendlichen Widerstand gegen totalitäre Herrschaftssysteme. Basierend auf einem Zeitungsartikel über die Flugblattaktionen und die Hinrichtung der Mitglieder der Weißen Rose entwickelte Neumann aus dem Leben der Widerstandskämpfer*innen ein «freies Spiel der Fantasie». Der polnische Regisseur Michał Borczuch unternimmt mit seiner Bearbeitung des Stoffs den Versuch, die Gedankenwelt von Neumanns Figuren wie auch das reale Wirken der Weißen Rose aus heutiger Sicht zu rekonstruieren.

Es waren ihrer sechs
Marstall, 19.00 Uhr
So 14 Nov
Marstall, 19.00 Uhr
So 05 Dez
Marstall, 19.00 Uhr
So 12 Dez
Marstall, 20.00 Uhr
Sa 18 Dez

Der polnische Regisseur Michał Borczuch und der Dramaturg und Autor Tomasz Śpiewak nehmen in ihrer Bearbeitung des Romans diese «ewige Idee» vom jugendlichen Widerstand gegen totalitäre Herrschaftssysteme zum Ausgangspunkt. Es ist der Versuch, sowohl die Gedankenwelt von Neumanns Protagonisten als auch das reale Wirken der Weißen Rose zu rekonstruieren. Borczuchs Inszenierung ist eine Versuchsanordnung an der Schnittstelle zwischen Theater und Film, die sich über die Stationen Jugend, Verfassen der ersten Flugblätter, Verhaftung, Gefängnis und Hinrichtung diesen Figuren annähert. Darüber hinaus sucht Borczuch in jeder der Stationen eine Brücke in unsere Gegenwart und zu heutigen, jugendlichen Protestformen zu schlagen.

Die Onlineversion von «Es waren ihrer sechs» ist kein klassischer Inszenierungsmitschnitt, sondern arbeitet mit dem über den gesamten Probenzeitraum gedrehten Filmmaterial.

Resi streamt: Es waren ihrer sechs