Premiere
Cuvilliéstheater, 19.30 Uhr
Do 3 Dez
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BIEDERMANN UND DIE BRANDSTIFTER
Ein Lehrstück ohne Lehre von Max Frisch
Premiere 03. Dezember 2026
Cuvilliéstheater

Inhalt

In der Stadt, in der Gottlieb Biedermann seine Haarwasserfabrik betreibt, häufen sich Brandstiftungen. Eines Tages stehen bei dem Unternehmer »freundliche« Unbekannte vor der Tür und stellen sich als Hausierer Schmitz und Vertreter Eisenring vor. Biedermann lädt sie ein, bewirtet sie und reicht ihnen am Ende sogar bereitwillig Streichhölzer. Max Frischs »Lehrstück ohne Lehre« ist eine politische Parabel, die ihre kritische Kraft nicht aus der Entlarvung der Lüge bezieht, sondern aus der verstörenden Einsicht, dass die Wahrheit selbst folgenlos bleiben kann, wenn niemand sie hören will.

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In der Stadt, in der Gottlieb Biedermann seine Haarwasserfabrik betreibt, häufen sich Brandstiftungen. Eines Tages stehen bei dem reichen Unternehmer »freundliche« Unbekannte vor der Tür und stellen sich als Hausierer Schmitz und Vertreter Eisenring vor. Biedermann lädt sie ein, bewirtet sie großzügig und reicht ihnen am Ende sogar bereitwillig Streichhölzer, als sie ihn darum bitten. Dabei könnte er längst wissen, woran er ist – denn die Männer machen aus ihrem Vorhaben kein Geheimnis. Sie schleppen Benzinfässer auf den Dachboden, hantieren mit Zündschnur und Zündkapsel und wenn Biedermann nachfragt, antworten sie mit entwaffnender Offenheit. »Scherz ist die drittbeste Tarnung. Die zweitbeste: Sentimentalität. Aber die beste und sicherste Tarnung ist immer noch die blanke und nackte Wahrheit. Die glaubt niemand«, erklärt Eisenring beinahe beiläufig – und behält recht. Biedermann will nicht glauben, was er sieht, weil das Glauben ihn zum Handeln zwänge.

Max Frischs »Lehrstück ohne Lehre« ist eine politische Parabel, die ihre kritische Kraft nicht aus der Entlarvung der Lüge bezieht, sondern aus der verstörenden Einsicht, dass die Wahrheit selbst folgenlos bleiben kann, wenn niemand sie hören will. Das Stück zeigt Biedermann nicht als Opfer, sondern als Mitverantwortlichen, der aus Bequemlichkeit, Feigheit und Eigennutz vor der Gefahr die Augen verschließt. Er beschwichtigt, lädt zum Gänsebraten, duzt die Täter – lieber macht er sich zum Komplizen, als seine bürgerliche Ruhe zu riskieren. Wer wegschaut, ermöglicht erst das Unheil. Gerade in dieser Mechanik liegt die bis heute beunruhigende Aktualität der Parabel: Sie handelt weniger von skrupellosen Brandstiftern als von jenen, die ihnen das Haus öffnen.

Das meistgespielte Stück von Max Frisch aus dem Jahr 1958, dessen Titelfigur auf eine Serienfigur der Münchner humoristisch-satirischen Zeitschrift »Fliegende Blätter« zurückgeht, inszeniert Miloš Lolić, der zuletzt am Residenztheater bei »Die Ärztin« Regie führte.

Künstlerische Leitung

Inszenierung Miloš Lolić
Bühne Wolfgang Menardi
Kostüme Jelena Miletić
Komposition Matteo Haitzmann
Dramaturgie Ilja Mirsky

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