Meine Königin
von Caren Jeßvon Caren Jeß
Inhalt
Die mehrfach ausgezeichnete Dramatikerin Caren Jeß zeigt in ihrem neuen Stück Menschen, die mit ihrem Erbe hadern und sich selbst und andere in Geschichten verspinnen. Ein Stück über die zarten und ermächtigenden, aber auch übergriffigen und gewalttätigen Narrationen, die wir über uns und andere erfinden – ein Stück über Entfremdung und Empathie.
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Inga hält es nicht mehr aus. Der 70. Geburtstag ihrer Mutter ist eine einzige Groteske. Dieser Protz, dieser Prunk, die fetten Vanillemacarons, die kackbraune Soupe de châtaigne, vor allem aber diese demütigende Rede ihrer Mutter veranlassen Inga, das Weite zu suchen. Sie rennt einfach davon, rennt und rennt, bis sie am Rand eines Ackers zusammensackt, ihr crèmefarbenes Kleid ruiniert. Ein junger Mann eilt ihr zu Hilfe. Er heißt Boi und interessiert sich für Pflanzen. Ein Gespräch entwickelt sich, das harmlos beginnt, bald aber immer intensiver wird. Inga hat längst intime Details aus ihrem Leben preisgegeben, da befällt sie der Verdacht, dem Jungen vielleicht doch nicht ganz unbekannt zu sein. Irgendwas will er von ihr.
»Beim Schreiben von ›Meine Königin‹ hat mich besonders interessiert, was uns verrückt erscheint und wieso. Wodurch wird ein Gespräch, das zunächst banal erscheint, zur bedrohlichen Traumreise, auf der Wahrheit und Täuschung verwischen. Was, wenn die Sehnsucht nach Liebe und gegenseitigem Verständnis rankt wie eine giftige Pflanze?« Caren Jeß