Meine Königin
von Caren Jeßvon Caren Jeß
Inhalt
Die mehrfach ausgezeichnete Dramatikerin Caren Jeß zeigt in ihrem neuen Stück Menschen, die mit ihrem Erbe hadern und sich selbst und andere in Geschichten verspinnen. Ein Stück über die zarten und ermächtigenden, aber auch übergriffigen und gewalttätigen Narrationen, die wir über uns und andere erfinden – ein Stück über Entfremdung und Empathie.
Mehr Infos zum Stück anzeigen
Am Rand eines Ackers trifft ein junger Mann auf eine ältere Frau. Die beiden kommen ins Gespräch. Zwei einander scheinbar Fremde, die eine ganze Generation trennt – aber nicht nur das. Denn was als unbeholfener Small Talk beginnt, geht nach und nach tiefer. Sie teilen Erinnerungen und spinnen Geschichten, die immer fantastischer werden und die Ränder des Realen überschreiten: Ist die Frau eine Königin oder doch nur die Tochter einer reichen Süßwarenfabrikantin? Ist der Geist des im See ertrunkenen Bayernkönigs Ludwig II. in einen Schwan gefahren und bewohnt seither sogar Menschen? Und welche mysteriöse psychotrope Heilpflanze wächst an der Mauer eines noch nicht mal erbauten Märchenschlosses?
»Nach vierzehn Theaterstücken ist es bisher mein vielleicht simpelster Plot: Eine ältere Frau und ein jüngerer Mann begegnen sich am Ackerrand und reden. Keine Zeitsprünge, kein Ortswechsel. Die Frau hat den Jungen noch nie gesehen. ›Und Sie so?‹, ›Ich komme gerade von meiner Mutter‹ – ihr Gespräch könnte kaum gewöhnlicher sein. Die Handlung schwingt sich zu einem gemeinsamen Memoryspiel auf. Und wie sie so die Kärtchen aufdecken, entblättern sich nach und nach ihre Geschichten. Fremden können wir uns ja manchmal viel leichter anvertrauen. Unversehens entspinnt sich eine Dynamik, die ausschlägt wie ein Pendel, das sich nicht entscheiden kann zwischen Sympathie und Antipathie, zwischen Vertrauen und Skepsis. Und der Frau drängt sich ein unangenehmer Gedanke auf: Kennt der Junge mich?« Caren Jeß
Die mehrfach ausgezeichnete Dramatikerin Caren Jeß zeigt in ihrem neuen Stück Menschen, die mit ihrem Erbe hadern und sich selbst und andere in Geschichten verspinnen. Ein Stück über die zarten und ermächtigenden, aber auch übergriffigen und gewalttätigen Narrationen, die wir über uns und andere erfinden – ein Stück über Entfremdung und Empathie.