Ulrich Rasche

Geboren 1969 in Bochum, studierte Ulrich Rasche Kunstgeschichte und Komparatistik. Erste Inszenierungen und szenische Installationen realisierte er an den Berliner Sophiensælen. Mit einem 2004 in der Zwischennutzungsphase des Palastes der Republik in Berlin uraufgeführten Chorprojekt erreichte er als Regisseur überregionale Bekanntheit. Es folgten zahlreiche Inszenierungen, u. a. am Schauspiel Stuttgart, bei den Wiener Festwochen, an der Volksbühne Berlin, am Schauspiel Frankfurt, am Theater Bonn, beim Kunstfest Weimar und auf Kampnagel Hamburg sowie bei den Salzburger Festspielen, am Staatsschauspiel Dresden und am Residenztheater. 2013 wurde er mit dem Kunstpreis der Akademie der Künste Berlin ausgezeichnet. Für Schillers «Die Räuber» (2017, Residenztheater), Büchners «Woyzeck» (2018, Theater Basel), «Das Große Heft» von Ágota Kristóf (2019, Staatsschauspiel Dresden) mit Einladungen zum Berliner Theatertreffen ausgezeichnet.

Stücke

Heinrich von Kleists Novelle nimmt Bezug auf das Erdbeben von Santiago de Chile im August 1647 und versetzt die Leser*innen ins Epizentrum der Katastrophe. Verstörte Überlebende sind mit der Deutung des Erdbebens beschäftigt, doch die perspektivischen, interessensabhängigen Schilderungen von Ohnmacht, Schutzlosigkeit und Tod münden in keiner sinnstiftenden Narration. Der Erzähler weiß von Plünderungen im rechtslosen Raum zu berichten, aber auch von Opferbereitschaft, Mut und Selbstlosigkeit.

Das Erdbeben in Chili
Premiere
Residenztheater
Fr 25 Sep

Georg Büchner erzählt von einer geschundenen Kreatur, finanziell an den untersten Rand der Gesellschaft gedrängt, von seinen Vorgesetzten gedemütigt, von der Wissenschaft zum Studienobjekt gemacht und dem radikalen Mangel an Empathie seiner Umwelt ausgeliefert. Ulrich Rasche untersucht die Frage unserer Abhängigkeit von gesellschaftlichen Bedingungen, die «außer uns liegen», nach individueller Freiheit und schicksalhafter Determination.

Woyzeck