Ulrich Rasche

Geboren 1969 in Bochum. Studium der Kunstgeschichte und Komparatistik. Mit seinem Chorprojekt «Singing! Immateriell arbeiten», welches 2004 im Palast der Republik in Berlin uraufgeführt wurde, erreichte er als Regisseur überregionale Bekanntheit. Es folgten Inszenierungen am Staatstheater Stuttgart («Kirchenlieder», Chorprojekt, 2005; «Die Wellen» nach Virginia Woolf, 2007; «Salome» von Oscar Wilde, 2009; «Die Apokalypse» aus dem Neuen Testament, 2013), bei den Wiener Festwochen («This is not a love song», 2007), an der Volksbühne Berlin («Seestücke» von Friedrich Schiller, 2009), am Schauspiel Frankfurt («Wilhelm Meister. Eine theatralische Sendung» nach J. W. Goethe, 2010) und an den Sophiensælen Berlin («Die Entführung aus dem Serail» nach W. A. Mozart, 2010). Am Theater Bonn dramatisierte und inszenierte er 2011 Heinrich von Kleists «Michael Kohlhaas». 2013 wurde Ulrich Rasche mit dem Kunstpreis der Akademie der Künste Berlin ausgezeichnet. 2014 koproduzierte er «Die kosmische Oktave » von Nis-Momme Stockmann (Sophiensæle Berlin). Es folgten weitere Arbeiten, u. a. «Dantons Tod» von Georg Büchner (2015, Schauspiel Frankfurt), «Die Räuber» von Friedrich Schiller (2016, Residenztheater München, Einladung zum Berliner Theatertreffen 2017), «Sieben gegen Theben/Antigone» von Aischylos/Sophokles (2017, Schauspiel Frankfurt), «Woyzeck» von Georg Büchner (2017, Theater Basel, Einladung zum Berliner Theatertreffen 2018), «Das große Heft» (2018, Staatsschauspiel Dresden, Einladung zum Berliner Theatertreffen 2019), «Die Perser» von Aischylos (2018, Salzburger Festspiele), «Elektra» von Hugo von Hofmannsthal (2019, Residenztheater München), «Die Bakchen» von Euripides (2019, Burgtheater Wien), «4.48 Psychose» von Sarah Kane (2020, Deutsches Theater Berlin) und «Leonce und Lena» von Georg Büchner (2023, Deutsches Theater Berlin). Am Residenztheater inszenierte er außerdem «Das Erdbeben in Chili» (2020) von Heinrich von Kleist und «Woyzeck» (2020) von Georg Büchner.

2022 führte er Regie bei «Agamemnon» von Aischylos, einer Koproduktion von Residenztheater und Athens Epidaurus Festival und brachte diese im antiken Theater in Epidaurus zur Premiere. In der Spielzeit 2023/2024 folgt die Adaption der Inszenierung für die Residenztheater Bühne. «Agamemnon» ist Teil der Auseinandersetzung des Residenztheaters mit dem Mythos der «Orestie», zu der auch Jean-Paul Sartres radikale Zuspitzung des Stoffs in «Die Fliegen» zu Beginn der Spielzeit und Robert Borgmanns musiktheatrale Installation «Athena» gehören.

Stücke

Georg Büchner erzählt von einer geschundenen Kreatur, finanziell an den untersten Rand der Gesellschaft gedrängt, von seinen Vorgesetzten gedemütigt, von der Wissenschaft zum Studienobjekt gemacht und dem radikalen Mangel an Empathie seiner Umwelt ausgeliefert. Ulrich Rasche untersucht die Frage unserer Abhängigkeit von gesellschaftlichen Bedingungen, die «außer uns liegen», nach individueller Freiheit und schicksalhafter Determination.

Woyzeck
Residenztheater, 18.30 Uhr
So 05 Mai

Vor 2500 Jahren schrieb Aischylos mit «Agamemnon» den Auftakt zu seiner Tragödientrilogie der «Orestie». Er schildert darin den tödlichen Kreislauf von Gewalt und Gegengewalt als Ursache für Krieg, Leid und Verderben und zeigt, wie sich dieser durchbrechen lässt. Zu Recht gilt die «Orestie» deshalb bis heute als großes Plädoyer für Demokratie und Frieden.

Agamemnon
Residenztheater, 18.30 Uhr
Mo 20 Mai