Kien
Drama von Maxim BillerDrama von Maxim Biller
Inhalt
1964, ein Fernsehstudio des NDR in Hamburg: Der 1939 aus Prag nach London emigrierte jüdische Schriftsteller Ulrich Kien ist Gast in der Sendung »Achtung Kultur« des Moderators Friedrich K. Friedrich, der für die Reichsfilm AG gearbeitet hat. Was als kultiviertes Gespräch über Literatur, Exil und Deutschland beginnt, kippt in ein Duell um Erinnerung und Schuld Maxim Biller, eine der wichtigsten literarischen Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur, verhandelt in »Kien« unter anderem die Frage, wem nach 1945 die deutsche Sprache und die Deutungshoheit über die deutsche Geschichte gehört.
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1964, ein Fernsehstudio des NDR in Hamburg: Der aus Prag nach London emigrierte jüdische Schriftsteller Ulrich Kien ist Gast in der Sendung »Achtung Kultur« des Moderators Friedrich K. Friedrich. Was als kultiviertes Gespräch über Literatur, Exil und Deutschland beginnt, kippt in ein Duell um Erinnerung, Schuld und den vermeintlichen Logenplatz der Emigration. Kien zwingt Friedrich, sich seiner Vergangenheit als Drehbuchautor der Reichsfilm AG und eines Propagandafilms über Theresienstadt zu stellen. Beide verteidigen ihre Version der Vergangenheit – bis Kien ein Foto hervor-holt, auf dem Friedrich sich wiedererkennt. Die Machtverhältnisse kippen und die Auseinandersetzung schlägt in offene Gewalt um.
Maxim Biller, eine der streitbarsten und wichtigsten literarischen Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur, verhandelt in »Kien« unter anderem die Frage, wem nach 1945 die deutsche Sprache und die Deutungshoheit über die deutsche Geschichte gehört. Der Filmregisseur Hans Steinbichler inszeniert die Uraufführung mit Sabin Tambrea als Ulrich Kien und Robert Dölle als Friedrich K. Friedrich.