Alle meine Söhne
von Arthur Millervon Arthur Miller
Inhalt
Joe und Kate Keller haben den wirtschaftlichen Aufstieg geschafft. Die Herstellung von Flugzeugteilen für die Air Force hat der Familie Wohlstand gebracht. Ob Joe wirklich nichts von einer schadhaften Lieferung wusste, die zum Absturz von einundzwanzig Militärmaschinen geführt hat, wird nicht mehr hinterfragt. Doch dann werden die Kellers von ihrer Vergangenheit heimgesucht.
Am Beispiel einer Familie zeigt Arthur Miller eine Gesellschaft, die über ihrem Streben nach Gewinn jegliche ethische Substanz verloren hat. Ein Stück über die Suche nach Wahrheit und Verantwortung und die Enthüllung einer kollektiven Lebenslüge.
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Am Beispiel einer Familie zeigt Arthur Miller eine Gesellschaft, die über ihrem Streben nach Gewinn jegliche ethische Substanz verloren hat. Ein Stück über die Suche nach Wahrheit und Verantwortung und die Enthüllung einer kollektiven Lebenslüge. Seit ein paar Jahren ist der Krieg vorbei. Er hat Joe und Kate Keller einiges genommen, aber auch viel gegeben. Joes Firma hat die Air Force mit Flugzeugteilen beliefert – ein lukratives Geschäft und Basis des Wohlstands der Familie. Allerdings war eine schadhafte Lieferung von Zylinderköpfen aus Joes Fabrik für den Absturz von einundzwanzig Kampffliegern im Pazifik verantwortlich. Joe konnte das Gericht von seiner Unschuld überzeugen. Sein damaliger Firmenpartner Steve aber sitzt seither im Gefängnis. Der Rest ist Schweigen und die Firma läuft wieder und soll bald an Sohn Chris übergeben werden. Denn nur einer der beiden Söhne der Kellers ist aus dem Krieg zurückgekehrt. Air-Force-Kampfpilot Larry gilt seit drei Jahren als vermisst – oder tot. Je nachdem, wen man fragt, denn Kate Keller hofft noch immer auf die Rückkehr ihres Sohns. Als Chris zur Überraschung aller jedoch Ann, die Verlobte seines vermissten Bruders und Tochter des verurteilten Ex-Partners seines Vaters, nach Hause einlädt, bleibt kein Stein auf dem anderen. Die Kellers werden von der Vergangenheit eingeholt und ein Konstrukt aus Schweigen und Lügen stürzt ein.
Mit »Alle meine Söhne«, 1947 uraufgeführt, gelang Arthur Miller der Durchbruch als Dramatiker. Am Beispiel einer kleinbürgerlichen Familie zeigt er eine Nachkriegsgesellschaft, die über ihrem Streben nach Gewinn jegliche ethische Substanz verloren hat. Millers dramatischer Realismus wurde aufgrund der verdichteten, präzisen Konstruktion seiner Stücke von der Kritik immer wieder mit den Dramen Henrik Ibsens verglichen. »Alle meine Söhne« ist ein Stück über die Suche nach Wahrheit und Verantwortung, eine schonungslose Enthüllung der kollektiven Lebenslüge einer ganzen Gesellschaft und ist dabei so erschütternd wie eine antike Tragödie.
»Das ist das Land der ganz großen Hunde, hier liebst du einen Menschen nicht, hier frisst du ihn auf!«