Stefan Pucher
Geboren 1965 in Gießen. Studium der Theaterwissenschaften und Amerikanistik in Frankfurt. Ab Mitte der 90er-Jahre beschäftigte er sich intensiv in verschiedenen Performance-Projekten mit dem Zusammenspiel von Videokunst, Musiksamples und literarischen Stoffen. Darüber hinaus führte er kontinuierlich Regie am Theater am Turm (TAT) in Frankfurt. 1999 inszenierte er am Theater Basel mit Tschechows «Kirschgarten» erstmals einen klassischen Theatertext. Es folgten Inszenierungen an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin, am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, am Maxim-Gorki-Theater in Berlin und an den Münchner Kammerspielen. Von 2000 bis 2004 war er Hausregisseur am Schauspielhaus Zürich. 2005 wurde Pucher in der Jahresumfrage der Zeitschrift Theater heute von einer Jury aus Theaterkritikern zum Regisseur des Jahres gewählt. Mehrfach wurden seine Inszenierungen zum Berliner Theatertreffen eingeladen, u. a. 2011 «Der Tod eines Handlungsreisenden» von Arthur Miller am Schauspielhaus Zürich. Zurzeit inszeniert Stefan Pucher u. a. an den Münchener Kammerspielen, am Thalia Theater Hamburg, am Burgtheater Wien, Schauspielhaus Zürich und der Volksbühne Berlin.
In der Spielzeit 23/24 gab Pucher mit «Moby Dick» sein Debüt am Residenztheater. In der Spielzeit 26/27 inszeniert er «Alle meine Söhne» von Arthur Miller.
Zu sehen in
Joe und Kate Keller haben den wirtschaftlichen Aufstieg geschafft. Die Herstellung von Flugzeugteilen für die Air Force hat der Familie Wohlstand gebracht. Ob Joe wirklich nichts von einer schadhaften Lieferung wusste, die zum Absturz von einundzwanzig Militärmaschinen geführt hat, wird nicht mehr hinterfragt. Doch dann werden die Kellers von ihrer Vergangenheit heimgesucht.
Am Beispiel einer Familie zeigt Arthur Miller eine Gesellschaft, die über ihrem Streben nach Gewinn jegliche ethische Substanz verloren hat. Ein Stück über die Suche nach Wahrheit und Verantwortung und die Enthüllung einer kollektiven Lebenslüge.
Alle meine Söhne