Historie

Solo für 3 Bühnen

Die drei Resi-Spielstätten: das Residenztheater am Max-Joseph-Platz, das Cuvilliéstheater und der Marstall.

Die Geschichte des Residenztheaters

Das Bayerische Staatsschauspiel (Residenztheater) ist eines der traditionsreichsten und bedeutendsten Sprechtheater Deutschlands und mit einem Ensemble von über 50 Schauspieler*innen und 450 Mitarbeiter*innen auch eines der größten. Neben der Bayerischen Staatsoper, der Theaterakademie August Everding/Prinzregententheater und dem Gärtnerplatztheater ist es eines der vier Bayerischen Staatstheater in München.
 

Das Residenztheater verfügt über drei Spielstätten: das Haupthaus am Max-Joseph-Platz mit 877 Plätzen, das Cuvilliéstheater mit 523 Plätzen und den Marstall mit max. 160 Plätzen. Sie alle liegen in unmittelbarer Nachbarschaft der Residenz im Herzen Münchens.
 

Der erste Intendant des «neuen» Residenztheaters nach dem Zweiten Weltkrieg ist der Schauspieler Alois Johannes Lippl. Er überwacht den zweijährigen Bau und berichtet von unzähligen Besprechungen, Sitzungen, Konferenzen und Bittgängen, die für die Fertigstellung des «Resi» notwendig waren. 1953 übernimmt der ehemalige Schauspieler Kurt Horwitz die Intendanz des Hauses. Fünf Jahre später wird der Redakteur und Theaterkritiker Helmut Henrichs zum Leiter ernannt. Henrichs arbeitet mit einem hervorragenden Ensemble, zu dem unter anderem Edith Heerdegen, Christine Ostermayer und Hans-Michael Rehberg gehören. Ganze 14 Jahre wird das Haus von Henrichs geführt.
 

1972 wird er dann von Kurt Meisel abgelöst. Dieser schafft es in seiner pragmatischen Art, besonders viele Münchner an das Haus zu binden. Zu seinem Ensemble zählen unter anderen Walter Schmidinger und Ingmar Bergman, der einige Jahre in München lebt, insgesamt zehn Inszenierungen umsetzt und «Szenen einer Ehe» hier sogar uraufführt. Meisels Spielplan besteht aus Stücken, die «ziehen». Was nicht «zieht», wird abgesetzt. Während seiner Intendanz finden 123 Premieren statt, unter anderem der Publikumsrenner «Der Brandner Kaspar und das ewig‘ Leben», das insgesamt über 1000 Mal am Residenztheater zu sehen war. 1983 wird Frank Baumbauer unter der Generalintendanz von August Everding mit 38 Jahren zum bisher jüngsten Intendanten des Residenztheaters. Er leitet es drei Jahre, bevor er nach Stuttgart wechselt – um nach der Intendanz von Dieter Dorn als Intendant der Münchner Kammerspiele wieder nach München zurückzukehren. Von 1986 bis 1993 ist Günther Beelitz und von 1993 bis 2001 Eberhard Witt Intendant des Bayerischen Staatsschauspiels. 2001 wechselt Dieter Dorn, der zuvor bereits 20 Jahre als Hausherr der Münchner Kammerspiele das Theater in München prägte, ans Residenztheater, er bringt einen Großteil seine Ensembles mit und leitet das Resi bis 2011.


Nachfolger von Martin Kušej, der das Residenztheater von 2011 bis 2019 leitet, ist ab der Spielzeit 2019/2020 Andreas Beck.