Sarah Schmid
Sarah Schmid (*1979) ist freiberufliche Bühnen- und Kostümbildnerin mit Lebensmittelpunkt in München. Nach ihrem Studium der Kunstgeschichte und Germanistik in Stuttgart und Paris, das sie 2009 mit einer Magisterarbeit zu den Situationisten um Guy Debord besiegelte, ging Sarah Schmid mit der Spielzeit 2010/2011 als Regieassistentin ans Schauspiel Stuttgart. In dieser Funktion arbeitete sie u.a. mit Sebastian Baumgarten, Stefan Kimmig, Uli Rasche und Christian Weise zusammen, dem sie für eine weitere Produktion ans Düsseldorfer Schauspielhaus folgte. Mit «Manhattan Medea» von Dea Loher präsentierte sie sich 2012/2013 dem Stuttgarter Publikum auch als Regisseurin. Anlässlich des Abschieds der Intendanz Hasko Weber am Schauspiel Stuttgart entwickelte sie zudem das Installationsprojekt «Assis Ahoi!». Anschließend wurde sie dort von der Intendanz Armin Petras 2013/2024 als kunstwissenschaftliche und dramaturgische Mitarbeiterin für das Dieter-Roth-Projekt «Hirnbonbon» engagiert. Daraufhin folgte die Arbeit an einer weiteren Rauminstallation, die 2018 unter dem Titel «Die Poesie der Straße» im Künstlerverein WP8 in Düsseldorf gezeigt wurde. Ihre Regiearbeit «Stimme frisst» (Stefan Kaluza) am FFT Düsseldorf stattete Sarah Schmid bereits selbst aus bevor sie ihren Weg als Bühnen- und Kostümbildnerin einschlug. Bis Ende der Spielzeit 2024/2025 war Sarah Schmid festes Mitglied im Bühnenbildatelier des Residenztheater München. Neben ihrer Tätigkeit als Assistentin, u.a. bei Andreas Auerbach, Robert Borgmann, Barbara Ehnes, Anna Kreinecker, Lena Newton, Aleksandra Pavlović, Irina Schicketanz, Philipp Stölzl, Fabian Wendelin sowie Daniel Wollenzin, realisierte sie dort im Rahmen des Welt/Bühne-Festivals auch eigene Bühnen- und Szenenbilder, u.a. für «Die Langlebigen» und «Lysistrata macht Urlaub» (Text und Regie: Oleksandr Seredin) sowie «Ha!» von Mariam Megvinite (Szenische Einrichtung: Elsa-Sophie Jach).
Stücke
Ein letzter Tag in Paris, die letzten Stunden einer großen Liebe und die Gewissheit, dass nichts so bleiben wird, wie es war. In «Abschied» erzählt Sebastian Haffner von der letzten Begegnung mit seiner Geliebten Teddy. Zwischen Cafés, Museumsbesuchen, flüchtigen Begegnungen und intensiven Gesprächen verdichtet sich das noch unbeschwerte Lebensgefühl der frühen 1930er-Jahre. Der Roman begleitet die beiden durch Stunden voller Nähe, Zweifel und Hoffnung bis zum Moment am Bahnsteig, der sie unwiderruflich trennt. Poetisch, atmosphärisch dicht und sehr persönlich schildert Sebastian Haffner nicht nur das Ende einer großen Liebe, sondern auch den Abschied von der eigenen Jugend und einer Epoche kurz vor ihrem Untergang. Nur wenige Wochen benötigte Haffner 1932 für die Niederschrift dieses bis vor kurzem noch unveröffentlichten Romans. Regisseur Matthias Rippert bringt den Stoff nun erstmals auf die Bühne und setzt damit nach dem Erfolg von «Blind» seine Arbeit am Residenztheater fort.
AbschiedAls Ann sie zum ersten Mal sieht, steht Sara – wie an jedem letzten Donnerstag im Monat – auf der Bühne der Bar «Heartship» und sagt mit ihrem furiosen Stand-up-Auftritt dem Patriarchat den Kampf an. Von diesem Moment an ist die rationale Augenärztin und alleinerziehende Mutter fasziniert von Saras unerschrockener Art. Es entwickelt sich zwischen den beiden eine Verbindung, die sich jenseits der Konventionen romantischer Beziehungen oder platonischer Freundschaften bewegt – eine Heartship eben.
Heartship