Fabiola Kuonen
Die Schweizer Regisseurin und Autorin Fabiola Kuonen inszenierte am Residenztheater München bereits die Uraufführung »Der wiedergefundene Freund« von Lena Gorelik sowie »Heartship« von Caren Jess. Sie ist 2026 als Regisseurin und Librettistin für die Uraufführung der Oper »King Arthur Junior« erneut bei den Salzburger Festspielen engagiert, wo sie zuvor »Mein ziemlich seltsamer Freund Walter« von Sybille Berg erarbeitet hat.
Zudem inszeniert sie 2026 am Staatstheater Kassel das Musical »Spring Awakening«, wo sie zuvor die Uraufführung der Kurzoper »NACHT« realisierte. 2025 eröffnete sie mit »Das Floß der Medusa« für das Düsseldorfer Schauspielhaus die neue Spielstätte Central. Mit ihrer Inszenierung »GOOD BYE HAMBURG« (MIT Media Lab/City Science Lab HCU/LICHTHOF Theater Hamburg), einer KI-basierten Performance, wurde sie zum »Hauptsache Frei Festival 2024« eingeladen. Das online-multi-player-live-game »HYPHE« wurde beim »Internationalen Figurentheater Erlangen« präsentiert. Die interdisziplinäre Arbeit »Ruptures. the power of saying no« brachte sie zudem in der Spielzeit 2025/26 als Deutsch-Schweizer Koproduktion in München am HochX zur Uraufführung mit weiteren Gastspielen in der Schweiz und beschäftigte sich am Theater Trier mit dem Vergessen und Heldenerzählungen. In der musiktheatralen Inszenierung »SCHLUCHTEN« bearbeitete sie regionale Sagen im Kontext gesellschaftspolitischer Entwicklungen im Umgang mit marginalisierten Personen.
Im Rahmen ihres Regiestudiums an der Theaterakademie August Everding erarbeitete sie u.a. in der Reaktorhalle München die Uraufführung des Musiktheaters »Die Baugrube« nach dem Roman von Andrej Platonow. Sie absolvierte ein Studium der Deutschen Literatur und Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin und inszenierte des weiteren unter anderem am Volkstheater Rostock sowie in der freien Szene in Berlin und Paris.
Stücke
Als Ann sie zum ersten Mal sieht, steht Sara – wie an jedem letzten Donnerstag im Monat – auf der Bühne der Bar «Heartship» und sagt mit ihrem furiosen Stand-up-Auftritt dem Patriarchat den Kampf an. Von diesem Moment an ist die rationale Augenärztin und alleinerziehende Mutter fasziniert von Saras unerschrockener Art. Es entwickelt sich zwischen den beiden eine Verbindung, die sich jenseits der Konventionen romantischer Beziehungen oder platonischer Freundschaften bewegt – eine Heartship eben.
HeartshipIn ihrem Gerichtssaal setzt sich Richterin Jessica Park für faire, vorurteilsfreie Verfahren in Fällen sexualisierter Gewalt ein. Jenseits ihrer Arbeit ist sie – inter alia (»unter anderem«) – auch Ehefrau, Karaokesängerin und Mutter. Irgendwie schafft sie es, allen Rollen in ihrem Leben gerecht zu werden. Meistens. Doch eine erschütternde Anklage bringt die sorgsam austarierte Balance ins Wanken: Ihr achtzehnjähriger Sohn Harry wird beschuldigt, eine Freundin vergewaltigt zu haben. Jessica muss sich entscheiden: Schützt sie ihren Sohn oder steht sie für die Wahrheit ein?
Inter Alia