Zwischenruf – Politik und Kultur mit Cathrin Kahlweit
Inhalt
Die wachsende Zahl der Krisen und Dramen, die diese Welt in Atem halten, braucht ruhige Einordnung, kluge Erklärung, treffende Analyse – und ein Quäntchen Zuversicht. In der Talkreihe »Zwischenruf« diskutieren Künstler*innen, Wissenschaftler*innen, Journalisten*innen und Politiker*innen über brandaktuelle Themen der Zeit: über soziale Verwerfungen und die Vertrauenskrise der Gesellschaft, über Extremismus und Machopolitik, Zukunftsangst und Resilienz. Kuratiert und moderiert wird die Reihe von der langjährigen SZ-Korrespondentin und Osteuropaexpertin Cathrin Kahlweit.
Zwischenruf: Macho-Politik: Trump, Putin und die Rückkehr der Gewalt
Sie brechen Kriege vom Zaun, sie missachten Regeln und Recht, sie sind geprägt durch patriarchales und autoritäres Denken. Dennoch ist noch lange nicht ausgemacht, ob Männer wie Wladimir Putin, Donald Trump, aber auch ihre Nachahmer und Brüder im Geiste, am Ende durchkommen mit ihrem Dominanzverhalten: In den USA stehen Midterm-Wahlen an, Trumps Sympathiewerte sind im Keller, und die USA begehen womöglich das, was der Historiker Timothy Snyder als „Selbstmord einer Supermacht“ bezeichnet. Das gilt auch für Russland, wo Wladimir Putin mit Männlichkeits- und Persönlichkeitskult, Propaganda und Terror darüber hinwegzutäuschen versucht, dass er die Zukunft seines Landes mit dem Krieg gegen die Ukraine und einer Militarisierung von Wirtschaft und Gesellschaft womöglich auf lange Zeit verspielt hat.
Ist der Chauvinismus, in dem sich Sexismus, Autoritarismus und imperialistisches Denken mischen, also die Herrschaftsform, die Sieger hervorbringt – oder doch eher ein politisches Instrumentarium der Vergangenheit? Darüber debattieren mit Moderatorin und Osteuropa-Expertin Cathrin Kahlweit die Politikwissenschaftlerin und Russland-Kennerin Sabine Fischer, die Sicherheits- und Verteidigungsexpertin Claudia Major und der langjährige USA-Korrespondent des ZDF, Claus Kleber.
Über die Journalistin Cathrin Kahlweit
Cathrin Kahlweit ist 1959 in Göttingen geboren. Sie studierte Russisch und Politikwissenschaft in Göttingen, Tübingen, an der University of Oregon (USA) und am Puschkin Institut (UdSSR). Nach der Hamburger Journalistenschule und Tätigkeit als freier Journalistin für den Bayerischen Rundfunk und diverse Printmedien wurde Kahlweit 1989 Mitglied der außenpolitischen Redaktion der Süddeutschen Zeitung. In den Jahren nach der Wende berichtete sie vor allem aus Osteuropa. Nach Stationen in Frankfurt und München wechselte sie 2007 für ein Jahr nach Berlin, wo sie die Redaktion der ARD-Talkshow von Anne Will leitete, kehrte aber zur SZ zurück. Kahlweit ging 2012 als außenpolitische Korrespondentin für Mittel- und Osteuropa nach Wien, 2017 bis 2020 berichtete sie aus Großbritannien, 2020 bis 2024 erneut aus Ost- und Südosteuropa. Seit 2025 arbeitet Cathrin Kahlweit als freie Publizistin und Moderatorin in München und Wien. Sie ist Autorin mehrerer Bücher, darunter «Architekten des Umbruchs; die Erben Gorbatschows» (1993) und «Damenwahl; Politikerinnen in Deutschland» (1994).