Resi streamt: Es waren ihrer sechs

Stream, 19.00 Uhr
Di 02 Mär
RESI STREAMT: ES WAREN IHRER SECHS
Ein filmischer Inszenierungseinblick frei nach dem gleichnamigen Roman von Alfred Neumann in einer Bearbeitung von Tomasz Śpiewak
Premiere 18. Februar 2021
Stream
1 Stunde 35 Minuten
Keine Pause

Scroll down for English version

 

Als 1945 der Roman «Es waren ihrer sechs» des nach Los Angeles emigrierten Autors Alfred Neumann erscheint, löst er eine heftige öffentliche Kontroverse in Deutschland aus. Basierend auf einem Zeitungsartikel aus dem Time Magazine über die Flugblattaktionen und die Hinrichtung der Mitglieder der Weißen Rose, entwickelte Neumann aus dem Leben und Wirken der Widerstandskämpfer ein «freies Spiel der Fantasie» wie er es nannte: «Es geht nicht um die Geschwister Scholl. Es geht nicht einmal um die von mir geschaffenen Geschwister Möller, deren Name und Sprache und Nationalität getrost ausgewechselt werden können. Es geht nur um die Gestaltung einer ewigen Idee.»

 

«Jeder von uns ist für den anderen verantwortlich.»

 

Der polnische Regisseur Michał Borczuch und der Dramaturg und Autor Tomasz Śpiewak nehmen in ihrer Bearbeitung des Romans diese «ewige Idee» vom jugendlichen Widerstand gegen totalitäre Herrschaftssysteme zum Ausgangspunkt. Es ist der Versuch, sowohl die Gedankenwelt von Neumanns Protagonisten als auch das reale Wirken der Weißen Rose zu rekonstruieren. Borczuchs Inszenierung ist eine Versuchsanordnung an der Schnittstelle zwischen Theater und Film, die sich über die Stationen Jugend, Verfassen der ersten Flugblätter, Verhaftung, Gefängnis und Hinrichtung diesen Figuren annähert. Darüber hinaus sucht Borczuch in jeder der Stationen eine Brücke in unsere Gegenwart und zu heutigen, jugendlichen Protestformen zu schlagen.

Die Onlineversion von «Es waren ihrer sechs» ist kein klassischer Inszenierungsmitschnitt, sondern arbeitet mit dem über den gesamten Probenzeitraum gedrehten Filmmaterial.

 

Michał Borczuch hat eine der markantesten Handschriften der gegenwärtigen polnischen Theaterszene und spielt in seinen Arbeiten mit dem Grenzbereich zwischen Authentizität und Fiktion genauso wie mit den Interdependenzen von Leben und Theater. Er zeigt mit «Es waren ihrer sechs» seine erste Arbeit in München.


When in 1945 the novel «Es waren ihrer sechs» written by the author Alfred Neumann, who emigrated to Los Angeles, was published it provoked strong public controversy in Germany. Based on a newspaper article by Time Magazine about the leaflet protest and the execution of the members of the White Rose, Neumann developed from the lives and work of the resistance fighters a «free play of fantasy» as he called it: «It is not about brother and sister Scholl. It is not even about the brother and sister Möller, whom I created myself, and their names, language and nationality can easily be changed. It is just about the creation of a perpetual idea.»

The polish director Michał Borczuch and the dramaturg and author Tomasz Śpiewak take up this «perpetual idea» of adolescent resistance against totalitarian systems as a starting point for their adaption of the novel. It is the attempt to reconstruct the mental world of Neumann's protagonists as well as the real work of the White Rose. Borczuchs production is an experimental arrangement at the interface between theatre and film, which approaches by the steps of youth, first leaflet draft, arrest, prison and execution. In addition, Borczuch tries at each step to build a bridge to present and to contemporary forms of young peoples' protest.

The Online Version of «Es waren ihrer sechs» is not a classic recording of the production, but works with all the filmed material of the rehearsal period.

Michał Borczuch's style is one of the most remarkable ones in the contemporary polish theatre scene and in his work he plays within the border areas of authenticity and fiction as well as with the interdependence between life and the theatre. «Es waren ihrer sechs» is the first presentation of his work in Munich.

Resi-Podcast

«Die weiße Rose – Die Briefe von Alexander Schmorell und Christoph Probst» 

Anlässlich der Verhaftung der Mitglieder der «Weißen Rose» am 18. Februar 1943:

«Die weiße Rose – Die Briefe von Alexander Schmorell und Christoph Probst» , gelesen von Valentino Dalle MuraVincent Glander und Luana Velis

Die sehr persönlichen und emotionalen Briefe an Familie und Freunde geben nicht nur Einblick in das Leben der beiden jungen Männer, sie sind darüber hinaus auch ein eindrucksvoller Beleg für die Konsequenz ihres Handelns.
 

Künstlerische Leitung

Inszenierung Michał Borczuch
Bühne und Kostüme Dorota Nawrot
Musik Bartosz Dziadosz
Licht Jacqueline Sobiszewski
Video Wojciech Sobolewski
Dramaturgie Tomasz Śpiewak, Michael Billenkamp