Premiere
Residenztheater, 19.30 Uhr
Fr 4 Juni
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DIE JUNGFRAU VON ORLEANS
von Friedrich Schiller
Premiere 04. Juni 2027
Residenztheater

Inhalt

Kriegerin Gottes, Ketzerin, Heilige: Früh hörte Jeanne d’Arc Stimmen, die ihr den göttlichen Auftrag erteilten, Frankreich im Hundertjährigen Krieg gegen England zu verteidigen. Sie verhalf dem Feudalstaat unter König Karl VII. zum Sieg und wurde, nachdem sie in die Hände der Engländer fiel, der Ketzerei angeklagt, verurteilt und neunzehnjährig bei lebendigem Leibe verbrannt. Friedrich Schiller greift ihr Martyrium auf, ordnet »die historische Wahrheit den Gesetzen der Dichtkunst unter« und kreiert – so Thomas Mann – eine vollendete »Wort-Oper«.

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Gläubige, Kriegerin Gottes, Ketzerin, Heilige: Wenige historische Frauenfiguren ergeben ein so disparates Erscheinungsbild, wurden so kontrovers interpretiert, so häufig Gegenstand der Kunst, regten so sehr zu literarischer Produktion an wie Jeanne d’Arc. Geboren im ländlichen Frankreich Anfang des 15. Jahrhunderts, hörte sie bereits als Kind Stimmen, die ihr den göttlichen Auftrag erteilten, ihre Heimat im Hundertjährigen Krieg gegen England zu verteidigen. Sie verhalf dem französischen Feudalstaat zum Sieg und fiel, nachdem Karl VII. sich aufgrund politischer Differenzen von ihr abgewandt hatte, durch Verrat in die Hände der Engländer, wurde der Ketzerei angeklagt, verurteilt und neunzehnjährig öffentlich und bei lebendigem Leib verbrannt. 

Friedrich Schiller greift den unorthodoxen Weg der lothringischen Bauerntochter von der Heerführerin zur Ketzerin auf, wobei er »die historische Wahrheit den Gesetzen der Dichtkunst unterordnet«. Er weicht von den tatsächlichen Ereignissen ab und porträtiert seine Jungfrau von Orleans als eine zwischen Berufung und Begehren Schwankende, die er einen heroischen Tod auf dem Schlachtfeld sterben lässt. Dabei agiert seine Gotteskriegerin, die sich bis zur Selbstaufgabe einer Vision opfert, in radikalem Widerspruch zu den Praktiken feudalistischer Herrschaftsverhältnisse. Schiller gießt seine »romantische Tragödie«– so Thomas Mann – in ein poetisches Klangbild und kreiert mit »Die Jungfrau von Orleans« eine »vollendete Wort-Oper«.

Regie führt Johanna Wehner, deren Inszenierungen aufwendig komponierte, musikalisch verdichtete Textfassungen zugrunde liegen. Mit »Die Jungfrau von Orleans« inszeniert die Schauspiel- und Opernregisseurin das erste Mal am Residenztheater. 

Künstlerische Leitung

Inszenierung Johanna Wehner
Bühne Volker Hintermeier
Kostüme Ellen Hofmann
Musik Vera Mohrs
Dramaturgie Constanze Kargl