Über Peter Weiss

Peter Weiss, 1916 in Nowawes bei Potsdam geboren, verbringt seine Kindheit in Bremen und Berlin und nimmt bereits als Jugendlicher Zeichen- und Malunterricht. 1935 emigriert die Familie angesichts des NS-Regimes und aufgrund der jüdischen Herkunft des Vaters nach England und übersiedelt Ende 1936 nach Warnsdorf in Böhmen. 1937 beginnt Weiss ein Malerei-Studium an der Prager Kunstakademie. Nach dem Einmarsch von Hitlers Truppen in die Tschechoslowakei flieht die Familie 1939 nach Schweden. Weiss folgt seinen Eltern ins schwedische Exil. 1941 stellt er erstmals Gemälde in Stockholm aus, 1944 beginnt er auf Schwedisch zu schreiben. 1947 ist er Korrespondent einer Stockholmer Zeitung in Berlin. Neben bildnerischen und literarischen Arbeiten entstehen in den 1950er-Jahren Experimental-, Dokumentar- und Spielfilme. 1960 kehrt er zur deutschen Sprache als literarisches Ausdrucksmittel zurück. Seine Prosawerke «Der Schatten des Körpers des Kutschers» (1960, geschrieben 1952), «Abschied von den Eltern» (1961) und «Fluchtpunkt» (1962) erscheinen. 1961 wird sein bildnerisches Werk erstmals in Deutschland ausgestellt.
1964 wird sein Schauspiel «Marat/Sade» am Schillertheater in West-Berlin uraufgeführt. In der Kritik der Süddeutschen Zeitung wird es als «erstes bedeutendere Bühnenwerk eines Deutschen» seit Brecht bezeichnet. Das Stück macht Weiss international berühmt; noch im selben Jahr wird es von Peter Brook in London inszeniert (und später auch verfilmt), 1965 folgen Inszenierungen u.a. in der DDR, der Schweiz, in Schweden, Österreich, der Tschechoslowakei, Argentinien, Brasilien und den USA.
1965 wird Weiss’ Dokumentarstück «Die Ermittlung» an 15 west- und ostdeutschen Bühnen sowie in einer Inszenierung von Peter Brook in London uraufgeführt. Nach weiteren Theaterstücken –  wie u.a. «Viet Nam Diskurs» (UA 1968), «Trotzki im Exil» (UA 1970), «Hölderlin» (UA 1971) – beginnt Weiss die Arbeit an seinem zentralen Prosaprojekt «Die Ästhetik des Widerstands». Das Werk ist als Trilogie angelegt und erscheint zwischen 1975 und 1981 in drei Bänden.
Am 10. Mai 1982 stirbt Peter Weiss. Postum wird er mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet.