Christine Umpfenbach

Christine Umpfenbach lebt in München und arbeitet als Regisseurin und Autorin. Ihre dokumentarischen Theaterprojekte befassen sich mit gesellschaftspolitischen Themen. Sie erforscht den Umgang mit Erinnerung und Wahrnehmung von Wirklichkeit. Oft finden die Stücke auch außerhalb von Theaterräumen statt und werden mit den Menschen, die bestimmte gesellschaftspolitische Ereignisse erlebt haben, gemeinsam erarbeitet.

In «Gleis 11» wurden die Abläufe von damals beispielsweise am Originalschauplatz, einem Luftschutzbunker direkt unter dem Münchner Hauptbahnhof, von Zeitzeugen nachgestellt.Sie hat u.a. an Theatern wie der Volksbühne Berlin, den Münchner Kammerspielen, dem Theater Freiburg gearbeitet. 2014 erhielt sie den Theaterförderpreis der Landeshauptstadt München. Ihr letztes Stück «9/26 – Das Oktoberfestattentat» wurde für den Mülheimer Dramatikerpreis 2021 nominiert.

«Urteile», das am 10. April 2014 im Marstall uraufgeführt wurde und als erstes Stück im deutschsprachigen Raum aus Perspektive der Hinterbliebenen der Mordopfer des Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) erzählt, wird nun mit einer neuen Besetzung in Form eines Reenactment und als Fortführung wieder auf die Bühne ins Jetzt gebracht.

Stücke

Auch zehn Jahre nach dessen Selbstenttarnung sind die Hintergründe des NSU-Komplexes nach wie vor ungeklärt. «Urteile (revisited) – Nach dem Prozess» basiert auf dem 2014 uraufgeführten Stück «Urteile». Es thematisiert, was die Hinterbliebenen in München bis zur Selbstenttarnung der Täter*innen im November 2011 erleben mussten. «Urteile (revisited) – Nach dem Prozess» wird darüber hinaus um eine Betrachtung aus dem Jahr 2021 erweitert: Wie denken und fühlen die Betroffenen über die Ereignisse und den Prozess heute?

Urteile (revisited) – Nach dem Prozess
Premiere
Marstall
Do 21 Okt