Lydia Steier

Geboren in Hartford, Connecticut, USA, kam sie 2002 als Fulbright-Stipendiatin nach Berlin. Seit 2009 inszeniert sie an großen Opernhäusern, u. a. an der Staatsoper Stuttgart, an der Los Angeles Opera und an der Komischen Oper Berlin. Bereits zwei ihrer Arbeiten waren für den FAUST-Preis nominiert. Steiers Inszenierung von Karlheinz Stockhausens «Donnerstag aus ‹Licht›» am Theater Basel wurde 2016 als «Aufführung des Jahres» von der Zeitschrift «Opernwelt» ausgezeichnet. Seither inszenierte sie Jean-Baptiste Lullys «Armide» (2017, Staatstheater Mainz), Giacomo Puccinis «Turandot» (2017, Oper Köln), Georg Friedrich Händels «Alcina» (2017, Theater Basel), Louis Hector Berlioz’ «Les Troyens» (2017, Sächsische Staatsoper Dresden), Igor Strawinskys «The Rake’s Progress» (2018, Theater Basel), Wolfgang Amadeus Mozarts «Die Zauberflöte» (2018, Salzburger Festspiele), Igor Strawinskys «Oedipus Rex»/ Pjotr Iljitsch Tschaikowskys «Iolanta» (2018, Oper Frankfurt), Leoš Janáceks «Katja Kabanova» (2019, Staatstheater Mainz), die Uraufführung von Michael Wertmüllers und Dea Lohers «Diodati. Unendlich» (2019, Theater Basel), Pjotr Iljitsch Tschaikowskys «Pique Dame» (2019, Deutsche Oper am Rhein), Jacques Fromental Halévys «La Juive» (2019, Staatsoper Hannover), Jean-Philippe Rameaus «Les Indes galants» (2019, Grand Théâtre de Genève) und Georges Bizets «Carmen» (2020, Oper Köln). Mit «Der Drang» von Franz Xaver Kroetz inszeniert sie zum ersten Mal ein Werk der dramatischen Literatur. 

Stücke

In das triste Idyll des Friedhofsgärtnerpaars Hilde und Otto bricht Hildes Bruder Fritz, der wegen Exhibitionismus im Gefängnis saß – und entfesselt ungeahnte sexuelle Energien in seiner Umgebung. Ist es die Lust am Verbotenen, die Neugier aufs Anderssein, oder sind es schlicht Vorurteile, die einerseits faszinieren und andererseits Abwehr hervorrufen? Hassen und lieben, Opfer wie Täter*in sein, ist dieser allgemeine Drang die (un-)heilige Ambivalenz der Gerechten?

Der Drang