Mateja Koležnik
Geboren in Metlika in Slowenien, studierte sie an der Universität Ljubljana vergleichende Literaturwissenschaft und Philosophie sowie Theaterregie an der Akademie für Theater, Radio, Film und Fernsehen in Ljubljana. Ab 1990 arbeitet sie als Theaterregisseurin und inszeniert u. a. in Zagreb, Belgrad, Maribor und Ljubljana. Ihr zeitgenössischer Blick auf klassische Stoffe ist auch auf deutschsprachigen Bühnen sehr gefragt. Seit 2012 inszeniert sie regelmäßig an den renommiertesten Häusern in Deutschland, Österreich und der Schweiz, etwa am Schauspiel Stuttgart («Medea» von Franz Grillparzer, 2018), am Theater Basel («Yerma» von Federico García Lorca, 2019), am Schauspiel Frankfurt (zuletzt «Der Geizige» von Molière, 2023), am Berliner Ensemble (zuletzt «Die schmutzigen Hände» von Jean-Paul Sartre, 2024) und dem Burgtheater Wien (zuletzt «Der Revisor» von Nikolai
Gogol, 2024). Darüber hinaus arbeitet sie auch im Musiktheater: 2020 feierte «Falstaff» von Giuseppe Verdi Premiere in der Bayerischen Staatsoper und 2025 Brechts «Dreigroschenoper» an der Oper Ljubljana. Für ihre Arbeiten hat sie bereits zahlreiche Auszeichnungen und Preise erhalten, so etwa 2018 den Nestroy-Preis für «Iwanow» am Stadttheater Klagenfurt. Ihre Inszenierung von Maxim Gorkis «Kinder der Sonne» am Schauspielhaus Bochum wurde 2023 zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Mit dem Residenztheater verbindet sie eine kontinuierliche Zusammenarbeit. Hier entstanden ihre Inszenierungen von «Madame Bovary» nach dem gleichnamigen Roman von Gustave Flaubert (2014), «König Ödipus» von Sophokles (2015), «Nora» von Henrik Ibsen (2016), «Tartuffe» von Molière (2017), «Ein Volksfeind» von Henrik Ibsen (2018) und «Antigone» von Sophokles/Žižek (2023).
Stücke
Richter Adam hat ein gravierendes Problem: Nicht nur hat er mit den Folgen seines nächtlichen Alkoholkonsums zu kämpfen, sondern auch mit dem plötzlichen Auftauchen seines Vorgesetzten Walter, der die Rechtsprechung in der Provinz unter die Lupe zu nehmen gedenkt. So ist Adam genötigt, einer Gerichtsverhandlung vorzusitzen, in der er gegen sich selbst ermitteln muss, was er mit allen Mitteln zu verschleiern versucht. Kleists abgründiges Lustspiel entpuppt sich als Enthüllungsdrama um einen veritablen Justizskandal.
Der zerbrochne Krug