GeorgijBelaga

Stücke

«Agnes Bernauer», uraufgeführt 1977 in der DDR, beginnt als Märchen im Zeitraffer. Die Folie des Märchens dient Franz Xaver Kroetz als Mittel, gesellschaftliche Verhältnisse unter die Lupe zu nehmen. Die empathische und engagierte Agnes Bernauer muss ihr Gewissen befragen, ob es ein richtiges Leben im falschen geben kann.

Agnes Bernauer
Cuvilliéstheater, 19.30 Uhr
Sa 18 Jun

Georg Löffler, Bauernsohn aus dem Inntal, desertiert nicht nur aus dem Ersten Weltkrieg, sondern verabschiedet sich gänzlich von seiner früheren Identität. Seine Flucht wird zur ziellosen Odyssee durch die junge Weimarer Republik. Alexander Eisenach nimmt Grafs Roman als Ausgangspunkt einer Recherche über Kriegstraumata, einer Expedition durch Grafs Werk und betrachtet aus heutiger Perspektive eine Zeit, in der sich im Ringen um eine neue Normalität politische Extremismen Bahn brechen.

Einer gegen alle

Deutschland im Superwahljahr. Rex Osterwald möchte die Gegenkandidatin unbedingt ausschalten und Kanzler werden. Seine Kritiker*innen, Journalist*innen wie politische Gegner*innen, bezeichnen ihn als T-Rex, was er in der Tat ist, dennoch verletzt es ihn. Ein T-Rex kann also auch dünnhäutig sein. Aber diese Kränkungen sind nichts gegen seinen ausgeprägten Optimismus. Er ist der festen Überzeugung, dass er Deutschland wieder ganz nach vorne bringen könnte. «Wenn alle Deutschland lieben würden, hätten wir doch überhaupt keine Probleme.»

Resi zoomt: Rex Osterwald

Albert Ostermaiers Monolog «Superspreader» – gleichermaßen Fiebertraum wie freie Assoziation eines enigmatischen Unternehmensberaters – ist eine sprachwandlerische Tour de Force durch exotische Märkte, Schlachtbetriebe, Intensivstationen und kollabierende Börsen und ein düster schillerndes Panorama unserer jüngsten Gegenwart.

Resi zoomt: Superspreader