Kreise/Visionen

von Joël Pommerat

Glück, was ist das? Erfolg, wo ist er zu finden? Glauben, woran? Wenn kein Ideal, keine Werte mehr gültig sind? Wenn soziale Ordnungen zerfallen, und stattdessen Eigennutz, Machtmissbrauch und Täuschung in den Beziehungen regieren? Bis jeder nur noch für sich allein lebt. Unerfüllte Sehnsüchte der Menschheit, ewig gültig, ob im Mittelalter oder in der Gegenwart, verbindet der französische Autor Joël Pommerat in seinem Stück "Kreise / Visionen" zu einer 700 Jahre umspannenden, ebenso grandiosen wie pathetischen Revue um das Dasein in all seiner Krisenhaftigkeit. In über 20 lose verbundenen Szenen vollführen gut 50 Figuren – die meisten davon Verblendete und Verzweifelte – einen irrwitzigen Reigen über den Wahnsinn der Welt und die Unfähigkeit ihrer Bewohner, Konflikte zu lösen und einfach, aber glücklich zu leben. Während der opulenten Zeitreise trauert 1370 ein Ritter über den Verlust der Gottgläubigkeit, eine Aristokratin vor dem Ersten Weltkrieg entlässt ihre Dienerschaft aus dem Familienzusammenhalt, ein Paar streitet über seine Kinderlosigkeit, ein Manager scheitert an den anarchischen Verhandlungsstrategien von Obdachlosen, denen er ein Organ für seinen kranken Sohn abkaufen will. Ein diabolischer Conférencier hält die Show zusammen und erinnert das Publikum daran, dass ohnehin alles, was geschieht, nur im eigenen Bewusstsein existiert. Und dass man für alles, was man begehrt, am Ende bezahlt.

 

Marstall
  • Do 01. Jun 17, 19:30 Uhr
  • So 04. Jun 17, 19:00 Uhr
  • Fr 16. Jun 17, 19:30 Uhr
  • Mo 03. Jul 17, 20:00 Uhr
  • Do 13. Jul 17, 20:00 Uhr
  • Di 25. Jul 17, 20:00 Uhr
  • premiere 01 Jun 17
  • Regie Tina Lanik
  • Bühne und Kostüme Stefan Hageneier
  • Musik Rainer Jörissen
  • Licht Tobias Löffler
  • Dramaturgie Laura Olivi
mit

AUSNAHMEZUSTAND: DIE NEUE SPIELZEIT AM RESIDENZTHEATER

Martin Kušej präsentiert seine Pläne für die Saison 2016/17

Am 11. Mai 2016 stellte Intendant Martin Kušej im Rahmen einer Pressekonferenz sein Programm für die kommende Spielzeit 2016/17 vor. Mit dem neuen Spielplan verstärkt Martin Kušej die politische Ausrichtung des Residenztheaters, dessen Qualität der Intendant vor allem in seinem starken Ensemble sieht. Zu Zeiten einer tatsächlichen oder herbeigeredeten Legitimationskrise, in der das Politische leichterhand infrage gestellt wird und mit inneren und äußeren Bedrohungen spekuliert wird, stehen daher die Katastrophenerfahrungen, die in der Dramatik der vergangenen Jahrhunderte gespeichert sind, im Zentrum des Spielplans des Residenztheaters.

AUSNAHMEZUSTAND: DIE NEUE SPIELZEIT AM RESIDENZTHEATER

Spielzeit 2016/2017

Hier finden Sie eine Übersicht über die Premieren und geplanten Projekte der Spielzeit 2016/17 am Residenztheater! Weitere Infos zu den einzelnen Inszenierungen finden Sie auch in unserem neuen Spielzeitheft, das ab sofort in unseren Spielstätten für Sie bereit liegt und das Sie hier herunterladen können (PDF) oder hier direkt online durchblättern.

Spielzeit 2016/2017